Vandalismus: Enthaub(p)tet

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Das Ergebnis einer Wut-Tat, Vandalismus pur: Vom Gänsereiterbrunnen wurde dieser Riesen-Kopf, die Haube rausgerissen - durch den Aufprall in den Brunnen Absplitterungen. Foto: Werner Sonnenberg
Wut-Fund: Kopf lag im Gänsereiterbrunnen!

Riesiger Schock. Regelmäßig säubern städtische Mitarbeiter den Gänsereiterbrunnen. Ein Prachtstück, das auf dem Apostelkirchplatz steht. Der restaurierte Jugendstil-Brunnen zieht Leute zum Verweilen an. Jetzt Zerstörer! In der Brunnenschale fanden die Stadtarbeiter einen Kopf; konkret - die mit unheimlicher Kraft abgeschlagene Haube des Kunstwerks. Die Polizei wurde eingeschaltet. Anzeige erstattet.


Nach dem Wut-Fund trugen die städtischen Mitarbeiter die schwere Haube zur Sicherung in die Apostelkirche. Die Tat muss zwischen Samstag und Sonntag passiert sein. In der Dunkelheit. Halloween! Gesehen wurden mehrere Männer. „Die trieben sich im Gelände rum und warfen den Kopf des Werkes ins Wasserbecken. Das Ergebnis von übermütigen Halloween-Vandalen“, erfuhr Pfarrer Werner Sonnenberg.

Schiere Empörung bei Petra Bongardt. „Die Kuppel einfach weghauen. Welch ein Wahnsinn. Wer macht so etwas. Der schöne Brunnen.“ Beipflichtung von Wolfgang Dotten. „Ich finde es unmöglich, dass man so etwas Schönes zerstört. Was hat ein Mensch davon! Für weit über 70000 Euro wurde der Brunnen restauriert, dann mutwillig kaputt gemacht.“

Entsetzen bei Axel Kalenborn, Firma Kalenborn. „Mein Vater hatte sich viele Gedanken über die Technik des Brunnens gemacht. Ich bin erschüttert, dass Leute in ihrem besoffenen Kopf so etwas machen. Eine Schande. Es tut einem weh. Ich bin entgeistert und erschüttert.“

„Ich muss mir mit meinem Sohn erst ein Bild von der Zerstörung machen“, verdeutlicht Eugen Kalenborn, der über zwei Jahre mit viel Herzblut mit der „Gänsereiter“-Restaurierung beschäftigt war - mit vielen Neuerungen. „Der Brunnen ist so konstruiert – ist er beispielsweise verstopft – dass man ihn Stück für Stück auseinander nehmen kann; mit entsprechend teuren Maßnahmen. Wenn Leute aber den schweren Kopf mit Wucht in die Brunnenschale werfen, kann die Wanne beschädigt werden, so dass der Brunnen nach unten undicht wird.“

INFO
2010: Einweihung des Gänsereiterbrunnens. Die Kalkulation der Restaurierung betrug zunächst 70000 Euro. Die tatsächlichen Kosten lagen deutlich höher. Für Spendeneinnahmen sorgte unter anderem der Verein Frohnhauser Denkmäler und Kulturwerte. Viele Euro steckte auch die Firma Kalenborn in das Kunstwerk.
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2 Kommentare
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Hermann Schmidt aus Essen-West | 04.11.2015 | 13:45  
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 05.11.2015 | 09:01  
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