Viel "Blut" im Vandalismus-Brunnen

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Zerstörungswut - und die sehr aufwändige Renovierung von Eugen Kalenborn und Sohn Axel, beim Gänsereiterbrunnen, Apostelkirche, Essen-Frohnhausen. Fotos: Privat
Nach der Tat: spontanes Handeln beim Gänsebrunnen-„Erzeuger“ Eugen Kalenborn und Sohn Axel Kalenborn!

Betrunkene Halloween-Hitzköpfe zerstörten nachts den geschichtsträchtigen Gänsereiter-Brunnen, Apostelkirche, Essen. Hauten im Suff die Haube ab. (Wir berichteten). Entsetzen bei Bürgern. Bestürzung bei Restaurator Eugen Kalenborn. War der Kunstschatz zu reparieren? Schaden-Scheck machten er und Sohn Axel. Und? Wiederum floss viel Herz-„Blut“ in den Brunnen…

Immer klaren Kopf behalten ist die Devise von Eugen Kalenborn. So ist er, so handelte er schon beim zweijährigen Aufbau des Gänsereiterbrunnens, aufgestellt 2009. Das über 100-jährige Kunstwerk verschlang für Restaurierung fast eine sechsstellige Summe. „Der Brunnen wurde damals so gebaut, dass wir ihn wie einen Baukasten auseinander nehmen können.“

Klartext: „Früher - wenn die Technik im unteren Brunnenbereich nicht funktioniert, konnte man ihn nicht mehr reparieren. Heute aber alle Teile auseinander nehmen, instandsetzen. Aus diesem Grund hatte ich das Oberteil nur auf ein Mörtelkissen befestigt. Das haben jetzt die Zerstörer mit Gewalt lösen können.“

Nö, Jammern ist nicht die Mentalität vom faszinierenden über 80-jährige Bildhauer Kalenborn. Zupacken! „Wir haben jetzt Löcher gebohrt, zwei Dübel reingesetzt, einen Mörtelkanz gemacht, dann den obersten Stein, die Brunnenkrone, in Mörtel und mit Schrauben neu befestigt. Gewaschen. Jetzt sieht er wieder wie neu aus.“
Er gesteht: „Die Zerstörungswut nahm ich wehleidig zur Kenntnis. Die Situation ist nämlich so, dass es das Material nicht mehr gibt!“

Und – die Aktion war aufwändig. Zwei Mann kamen mit dem LKW, holten die Krone ab, fuhren zur Arbeitsstätte von Axel Kalenborn. Mindestens 20 Arbeitsstunden flossen in die Renovierung des Brunnens, „mit viel Wissen – wie es gemacht wird, um nicht noch mehr zu beschädigen. Nach der „Infusion“ ging‘s zurück mit LKW und „operiertem Kopf“. Am Standort musste ferner der „verletzte“ Brunnen behandelt werden.

Kostenpunkt? Kostenfrei! Aber mit viel heißem Herzblut. Chapeau!
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2 Kommentare
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Renate Smirnow-Klaskala aus Essen-Nord | 15.11.2015 | 10:58  
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Ingrid Schattberg aus Essen-West | 15.11.2015 | 12:20  
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