Von wegen "Aus den Augen aus dem Sinn"

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Helma Zeitz bringt eine Foto aus dem Jahr 1972 mit - es zeigt sie als Karnevalsprinzessin der Stadt Essen!
 
Interessiert an den Vorgängen im Stadtteil sind die Damen immer noch!
Essen: Altendorfer Straße |

„Ungewöhnlich ist es sicher - wenn man beispielsweise beim Einkaufen erzählt ‚Ich habe gleich Klassentreffen‘ staunen die Leute doch etwas! Für uns aber ist das ganz normal - wir kennen es nicht anders“, erklärt Helma Zeitz belustigt. Sie ist die Erste im griechischen Restaurant Lindos - aber sie bleibt nicht lange allein!

VON JULIA COLMSEE

62 Jahre ist er jetzt her - der gemeinsame Schulabschluss an der damals üblichen Volksschule Markscheideschule. Die damaligen Schulkameradinnen hat es natürlich längst aus dem gemeinsamen Stadtteil Altendorf in alle Winde zerstreut. Aber ein Mal im Jahr treffen sie sich traditionell alle wieder. „Wie das damals so angefangen hat? Ich weiß es ehrlich gesagt gar nicht mehr so genau! Aber an unser erstes Mal kann ich mich natürlich noch gut erinnern - das war genau zehn Jahre nach dem Schulabschluss - also 1964. Tja, und seitdem geht das so…“
Zeit habe man sich immer genommen - so gut es ging. „Klar, Ehrensache! Wissen Sie, ich war selbstständig - habe gemeinsam mit meinem Mann eine große Reinigung hier im Stadtteil gehabt mit immerhin 20 Angestellten. Da haben sie wirklich viel um die Ohren.Und trotzdem - die Klassentreffen habe ich freiwillig nie sausen gelassen“, erinnert sich Helma Zeitz. Sie ist „ihrem“ Altendorf treu geblieben. „Ich habe immer hier gewohnt - bin hier sehr verwurzelt. Wenn ich einkaufen gehe, muss ich viel Zeit einplanen - immer trifft man jemanden. Und zu erzählen gibt es ja auch immer was. Gerade jetzt, wo wir das neue Einkaufszentrum bekommen - auf dem Gelände der alten Krupphallen.“ Die wachen Augen der Rentnerin strahlen - hier im Stadtteil kennt sie sich bestens aus. Ihre nach und nach eintrudelnden Klassenkameradinnen lassen sich von ihr gerne auf den neusten Stand bringen - haben sie doch auf dem Hinweg auch die große Freifläche bemerkt.
Die Damen - in erster Linie Jahrgang 1939/ 40 - haben zum jährlichen Treffen natürlich einiges mitgebracht. Alte schwarz-weiß Fotografien der Klasse mit dem klassischen Schmuckrand machen die Runde. „Mein Gott - damals hatte ich aber schöne Zöpfe - daran kann ich mich ja gar nicht mehr erinnern!“ Jungs gab es in ihrer Schule nicht - oder? „Doch, in der dritten und vierten Klasse hatten wir welche!“ „Da kann ich mich aber gar nicht dran erinnern!“ - man ist sich nicht ganz einige - ist ja auch schon lange her. Eine Sache steht allerdings fest: „Früher waren wir gegenüber den Lehrern respektvoller als die Kinder heute. Widerworte zu geben, kam nicht in Frage.“ „Und wir sprachen alle Lehrerinnen mit ‚Fräulein‘ an - das gehörte sich damals so.“ Andere Zeiten - andere Sitten.
Ein ganz besonderes Foto legt Helma Zeitz auf den Tisch: „Hier - schauen Sie mal. Ich war Essener Karnevalsprinzessin 1972. Das war auch eine tolle Zeit“ Im Karnevalsverein waren so einige der Damen aktiv - man hatte ja damals nicht so viel Auswahl und lustig sei es natürlich auch immer gewesen.
Lustig und sehr temperamentvoll - so wird auch der Rest des Abends mit jeder Menge Erinnerungen (beispielsweise aus Poesiealben). Und eines steht am Ende des Abends auch bereits fest. „Das stimmt. Der Termin für das nächste Treffen 2017 - den sprechen wir immer so früh ab. Dann kann sich jeder einrichten - und kommen - Ehrensache!“
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