Wettkampf der Elite - "Ruhrpott 2016"

Anzeige
GoPro-Aufnahme aus dem Hubschrauber des SEKs beim Abseilen. (Foto: Polizei Essen)
 
Fast-Roping: Höhenangst ist hier falsch. Ungesichert rutscht das SEK rund 20 Meter tief ans Ufer.

Im Tiefflug kommt der EC 135 Helikopter lautstark angeprescht. Zwei Piloten nehmen Kurs: Einmal Norberstraße, Baldeneysee und zurück. In der ersten Septemberwoche wird das Ruhrgebiet zum Schauplatz einer Vergleichsübung des Spezialeinsatzkommandos. Eine kleine Flugeinlage für die Presse und alle spontanen Zuschauer ist auch noch drin.

Am Ufer schwebt der Heli dann auf der Stelle. Jetzt muss es schnell gehen. "Ein Absetzer ist verantwortlich für den sicheren Ausstieg der Kräfte und gibt sein Go", erklärt einer der SEK-Kräfte, der aus Berufswegen namenlos bleibt.
Ohne Sicherung wird abgeseilt: Fast-Roping nennen das die Spezialeinsatzkräfte.
Auf der Mitte des schönen Kupferdreher Sees liegt ein Schiff, das zu kapern gilt. In wenigen Sekunden sind die fünf schwarzmaskierten und schwer bewaffneten Polizisten mit dem Schlauchboot zum Kahn gepaddelt und haben die Geisel evakuiert. Glücklicherweise handelt es sich an diesem sonnigen Mittwoch-Vormittag lediglich um einen Dummy. Mit der Geisel geht es zur Fußgängerbrücke des Hardenbergufers.
"Alles gut gegangen und ich bin zufrieden", kommentiert Martin Fischer, der Leiter des Essener Spezialeinsatzkommando.
Diese Inszenierung lässt auf eine spannende nächste Woche blicken: Unter dem Titel "Ruhrpott 2016" werden insgesamt zehn SEK-Mannschaften in zwölf Übungen gegeneinander antreten. Solch ein Wettbewerb gilt als eine besondere Art der Fortbildung des SEKs. Getreu dem Motto werden die Übungen auf das gesamte Ruhrgebiet verteilt. Da die Kräfte immer an unbekannten Orten, unter unbekannten Bedingungen zu agieren haben, behält Fischer die Übungsplätze unter Verschluss. "So kann unter annähernd realen Bedingungen trainiert werden."

Man weiß nie, was kommt

Umliegende Städte wie Köln, Düsseldorf, Bielefeld, Dortmund und Münster werden ihr Können unter Beweis stellen. "Neben den Mannschaften aus NRW werden Teams aus Südbayern, Mecklenburg-Vorpommern, der Schweiz sowie zwei holländische Teams antreten", erläutert Ulrich Faßbender, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Polizei Essen. "Als Ausrichter nimmt Essen selbst nicht teil."
Dass die Arbeit mit der schweren ballistischen Weste, dem Helm und der 60-Kilogramm-Puppe nicht ganz einfach ist, weiß auch der SE-Leiter. Die körperlichen und geistigen Anforderungen der Einheit mit ihren speziellen Aufgaben sind hoch. Hier trifft sich die Elite der Elite: "In seinem Standort muss man sich besonders qualifizieren", nuschelt einer der vermummten Männer unter seiner Maske.
"Bei den Übungen ist immer die Kondition, Ausdauer, Kraft aber vor allem die Teamarbeit gefragt", so der Leiter der Pressestelle.

Noch besser, noch reibungsloser

Die Erforderlichkeit solcher standort- und länderübergreifenden Fortbildungen wurde zuletzt beim Amoklauf in München bewiesen, zu dem unter anderem die Cobra aus Wien eingeflogen wurde. "Damit solche Einsätze noch besser und reibungsloser klappen, haben diese Veranstaltungen eine wichtige Berechtigung", argumentiert Ulrich Faßbender.
"Man kann voneinander lernen und neue Kollegen kennenlernen", so der schwarz-maskierte Polizist. Ortsübergreifend hat das SEK eine gleichgelegte interne Basisausbildung. "Trotzdem hat jede Einheit eigene Tätigkeitsschwerpunkte. Durch die Vergleichsübungen kann der Erfahrungsaustausch gefördert werden", verdeutlicht der SEK-Mitarbeiter.
Bewertet werden die insgesamt rund 100 Wettbewerber des SEKs nach Schnelligkeit, Ausführung, Treffsicherheit und körperlicher Belastbarkeit.
Auftakt ist am kommenden Montag.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.