Wir sind der goldene Jahrgang

Anzeige
Nach 50 Jahren wieder im Klassenzimmer vereint: Die Klasse 6d der Realschule Essen-West, Abschlussjahrgang 1966

Die Klasse 6d feiert 50 jähriges Jubiläum an der Realschule Essen-West

Magnesium brennt

Das eher ungemütliche Wetter kann die Stimmung der ehemaligen Schüler der Realschule Essen-West nicht trüben. Sichtlich stolz und voller Vorfreude stehen die 10 Herren 50 Jahre nach ihrem Abschluss wieder vor ihrer alten Schule. Einige von ihnen sind nach dem Abschluss 1966 in Essen geblieben, andere haben eine Anreise von über 500 Kilometern hinter sich. Dass die Klasse über ganz Deutschland verstreut lebt, macht die Organisation nicht ganz einfach, erklärt Herr Wördehoff, der bereits zwei frühere Klassentreffen organisiert hat. Doch die Mühe hat sich gelohnt. Die Stimmung ist gut, man begrüßt sich lachend und tauscht sofort Erinnerungen aus. Es wird sich über das künstlerische, sportliche und musikalische Talent der Gruppe ausgetauscht und Anekdoten über die ehemaligen Lehrer erzählt. Dabei verbindet und amüsiert besonders eine Geschichte die Realschüler. Dabei ging der Versuch eines Lehrers, die Funktionsweise einer Wunderkerze zu erklären, wortwörtlich in Flammen auf, als er eine erhitzte Messerspitze in den Topf voll Magnesium stach. „Wir haben uns über den Unterrichtsausfall gefreut, aber eine halbe Stunde später stand er mit verbundener Hand wieder im Klassenzimmer“, lacht Wördehoff. Aber nicht nur die Lehrer mussten früher viel einstecken, auch die Schüler erinnern sich noch gut an die Schläge, die damals als Bestrafung üblich waren. Trotzdem, die meisten Erinnerungen der Absolventen sind positiv.

Engagierte Lehrer sichern das Fortbestehen der Schule

Dass die Altschüler noch die Möglichkeit haben diese Zeitreise in ihre Schulzeit anzutreten, hätte vor ein paar Jahren beinahe nicht mehr bestanden. Zu wenige Eingangsklassen gefährdeten das Fortbestehen der Schule, erklärt Herr Henkel, der als aktueller Lehrer an der Realschule Essen-West enthusiastisch durch das Schulgebäude führt. Das sei nun allerdings kein Problem mehr, erzählt Henkel weiter. Dass sich doch mehr verändert hat, als auf den ersten Blick zu sehen ist, erfahren die 10 Herren der ehemaligen Klasse 6d auf der rund 1 ½ stündigen Führung durch das Schulgebäude. Es gibt keinen Tabakgeruch mehr im Lehrerzimmer, moderne Technik hat Einzug gehalten, genauso wie der Ganztagesunterricht und die Inklusion von Schülern mit Förderungsbedarf. Mit viel Interesse folgen die Herren den Ausführungen des engagierten Lehrers und erhalten so auch Einblicke in den Schulalltag aus der Perspektive eines Lehrkörpers.

Der erste „Schultag“ nach 50 Jahren endet dann in der Sporthalle, in der sich wirklich nichts verändert hat, außer dass es nicht mehr nach gammeligen Sporttaschen rieche, lacht die Gruppe. Wie Schuljungen können sich die Männer des goldenen Jahrgangs, wie sie sich stolz nennen, noch einmal bei einer kurzen Runde Fußball fühlen, bevor es dann, zum in Erinnerungen schwelgen, in das Restaurant Haferkamp geht.
1
Einem Mitglied gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.