Kleingärten sollen nicht dem Wohnungsbau weichen

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Kleingärten haben wichtige soziale und ökologische Funktionen. Foto: Archivfoto, Lokalkompass

DIE LINKE fordert "Grüne Haupstadt"-würdiges Verhalten

Die Planungen rund um die Kleingartenanlagen Erbslöhstraße und Berthold-Beitz-Boulevard sollen überprüft werden. Dazu fordert die Ratsfraktion DIE LINKE die Planungsverwaltung auf. In den Anlagen sollen 170 Kleingartenparzellen für den Bau von 700 Wohnungen weichen. Zudem will die Stadt im Falle des Einverständnisses der betroffenen Kleingärtner vorzeitig vierzehn Parzellen für den Bau von festen Flüchtlingsunterkünften nutzen.

„Nach unseren Informationen ist es nicht unbedingt erforderlich, dass die vierzehn Kleingärten für die Flüchtlingsunterkünfte weichen müssen“, so Wolfgang Freye, für DIE LINKE im Planungsausschuss. „Auch die schon genutzte Fläche des Zeltdorfes würde reichen, um feste Unterkünfte für Flüchtlinge zu errichten. Die Bebauung der 170 anderen Kleingartenparzellen sehen wir ebenfalls kritisch. In Essen sind seit den 1990er Jahren 40 Hektar Kleingärtenflächen weggefallen. Wo sollen da die gesetzlich vorgeschriebenen Ersatzflächen für die betroffenen Kleingärtner herkommen? Auch in Essen ist im Übrigen mittlerweile die Nachfrage wieder größer als das Angebot. Viele Interessenten stehen auf den Wartelisten.“
Nach Ansicht der Ratsfraktion DIE LINKE erfüllen Kleingärten eine wichtige soziale Funktion, gerade auch für finanziell schwächere Menschen, die keinen eigenen Garten am Haus haben und fördern die Integration. Außerdem pflegen die Kleingärtner die „Grüne Lunge“ der Stadt und tragen zur Artenvielfalt bei.
„Die weitere Streichung von Kleingärten passt auch nicht wirklich dazu, dass Essen im nächsten Jahr ,Grüne Hauptstadt Europas‘ wird“, so Wolfgang Freye weiter. „Sicherlich brauchen wir dringend Wohnraum. Nach dem Verkauf der Thyssen-Krupp-Flächen wäre es an der Zeit, mehr Druck zu entwickeln, diese riesigen ehemaligen Industrie-Flächen zu entwickeln. Das haben wir auch schon einmal im Planungsausschuss angesprochen.“
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2 Kommentare
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Susanne Demmer aus Essen-Nord | 22.08.2016 | 14:29  
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Elisabeth Hamacher aus Essen-Nord | 24.08.2016 | 09:24  
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