Nachbarschaftsgarten Diergardtstraße - Thymian und Estragon duften um die Wette

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Hier ist jeder willkommen.
 
Udo Seibert und Gönul Cosanar bei der Arbeit.
Von Carmen Dluzewski
Nachbarschaftsgarten Diergardtstraße – alle machen alles und alles gehört allen!
Jeden Mittwoch ab 14.30 Uhr ist auf dem alten Spielplatzgelände an der Diergardtstraße etwas los: Udo Seibert, der leidenschaftliche Frohnhauser Hobbygärtner trommelt Land und Leute zusammen, um gemeinschaftlich zu gärtnern. „Seit zwei Jahren sind wir nun dabei unser kleines Gartenparadies zu gestalten“ freut sich Udo Seibert, „was noch vor einigen Jahren unvorstellbar war, ist mit diesem Projekt verwirklicht worden“. Aus dem alten Spielplatzgelände ist eine tolle Begegnungsstätte für alle Bürger entstanden, die sich sehen lassen kann.
Dass es auf dem kleinen Arsenal grünt und blüht ist im Sommer zunächst einmal nicht ungewöhnlich, doch, wenn man genauer hinschaut, entdeckt man die eine oder andere Kuriosität. Da wäre zum Beispiel die Gemüsepflanze Portulak, deren würzigen Blätter einst von den alten Ägyptern nach Europa gebraucht wurde. Oder die Diätkartoffel Tobinambur, die auch Erdartischocke genannt wird. Ein üppig blühender Busch ist zu bestaunen: „Dies ist eine Kermesbeere. Mit dem Farbstoff dieser Beere hat schon so mancher Winzer seinen Rotwein gefärbt“, schmunzelt Udo Seibert. Diese und noch viele andere tolle Gemüsesorten wachsen nicht in irgendeinem botanischen Garten, nein – mitten in Essen-Frohnhausen! Gern zeigt Udo Seibert bei einem kleinen Rundgang die Kräuterecke, bei der es neben Schnittlauch und Salbei auch nach Liebstöckel, Oregano, Thymian, Pimpernell und Estragon duftet. Gönül Cosanar, eine der Nachbarn, die begeistert mitwirken, kommt regelmäßig vorbei und hat mit ihrem großen pflanzenkundigen Wissen schon für so manche Ernte gesorgt. „Wir sind eine tolle Gemeinschaft und freuen uns über jeden noch so kleinen Erfolg“, so Gönül Cosanar, „das Zusammenspiel zwischen der Natur und den Insekten liegt mir besonders am Herzen, deshalb haben wir eine Vogeltränke aufgestellt.“ Libellen und Wespen nehmen schwirrend und summend davon Gebrauch.
„Alles gehört allen, alle machen alles, jeder kann pflanzen und ernten was er möchte und das auch noch kostenlos“, erklärt Udo Seibert. Dieses Konzept geht wunderbar auf und ist eine Bereicherung für den Stadtteil. Brigitte und Marlies, zwei Damen, die die Geselligkeit lieben und das Gärtnern noch aus ihrer Kinderzeit kennen, kommen einfach nur so vorbei und erfreuen sich an diesem kleinen Stück Natur mitten in der Stadt. Ute und Frank sind auch regelmäßig dabei und haben das ganze Bild stark mitgeprägt. Während Frank gerne das eine oder andere Seminar zum Thema Pflanzen besucht, freut sich Ute, dass sie ihre praktischen Ideen zur kreativen Gartengestaltung einbringen kann. „Meine kleine Enkeltochter Lykka, 2 Jahre, hat mit mir zusammen im letzten Jahr Kartoffeln geerntet. Als sie jede einzelne Kartoffel wie einen großen Schatz betrachtete und einzeln verschenkte, wussten wir, dass wir alles richtiggemacht haben“, freut sich Ute. Wer jetzt Lust bekommen hat mit zu machen, ist herzlich willkommen. Ob mit seiner Arbeitskraft, mit fachkundigen Tipps, mit Spenden – ganz gleich, jeder ist aufgerufen teilzunehmen und das ohne Voranmeldung.
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