A40-Deckel muss in vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes

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Michael Happe, Bertram Gröpper und Hiltrud Schmutzler-Jäger (v.l.),standen Rede und Antwort für interessierte Bürger und Bürgerinnen.
 
Stadtplaner Michael Happe schildert eindrucksvoll seine Vision.
Essen: Lighthouse |

"Die Strecke zwischen Wickenburg und Stadtmitte stellt einen regelrechten Schandfleck dar“, so Michael Happe Stadtplaner.

Vom Engpass mit Nachkriegs-Tristesse zur 6spurigen BAB mit Dienstleistungs-Boulevard zwischen Wickenburg und Stadtmitte – das wäre die Lösung!
Zu einer öffentlichen Veranstaltung lud die Ratsfraktion der Grünen am Mittwochabend in die Lighthouse-Kappelle, Essen ein. Hiltrud Schmutzler-Jäger, Fraktionsvorsitzende Grüne Ratsfraktion, übernahm die Moderation.
Zu Beginn der Veranstaltung stellte Stadtplaner Michael Happe vom Büro für Kommunal-und Regionalplanung, Essen, sein städtebauliches Konzept für einen Boulevard über der A 40 vor. Viele interessierte Essener verfolgten seine Präsentation.
Zuerst wies er auf die Probleme hin, die für einen täglichen Verkehrskollaps auf der A40 zwischen Wickenburg und Innenstadt führen. Da die A40 bald im Osten und Westen Essens auf sechs Spuren ausgebaut werden soll, wird Essen das Nadelöhr für den A40 Dauerstau, so Michael Happe. Die Randbebauung an diesem Nadelöhr hat ebenso keine Zukunftsperspektive, Sichtbarrieren, Stütz- und Lärmschutzwände dominieren das Bild, was sich vielen Bewohnern und Verkehrsteilnehmern bietet.
So könnte nach den Vorstellungen von Michael Happe das Wohnen und Arbeiten an der A40 interessant und lebenswert werden:
Die A40 würde sechsspurig im Tunnel geführt, der an den jetzigen Citytunnel anschließt. Auf Geländeniveau könnte ein 40 m breiter Boulevard mit Straßenbahn ausgebaut werden, zur Trennung des Ortsverkehrs und zur Erschließung der neuen Randbebauung. Oberhalb der Strecke stellt sich Michael Happe ein Boulevard mit einer mittig angeordneten Stadtbahn, je zwei Fahrspuren, Raum zum Parken, eine Allee aus Bäumen und breiten Geh- und Radwegen, sowie Straßencafés, die zum Verweilen einladen, vor. Durch diese städtebauliche Entwicklungsmaßnahme würde der Straßenbau stadtverträglich gestaltet. Nicht zuletzt entstehe ein erheblicher Wertzusatz und das gesamte Gelände würde vermehrt zur Neuordnung genutzt werden.
Qualitätsvolle, zukünftige Stadträume, mit einer metropolitischen Mischung von Wohnen und Arbeiten. Die Stadt Essen erhielte an der A40 ein anderes Gesicht, die Metropole Ruhr würde gestärkt. „Vergleichbare Boulevards gibt es u. a. bereits in Hamburg und Paris“, so Michael Happe.
Bereits im Jahr 1999/2000 wurden Lösungsvorschläge für das Problem gemacht, aber wieder auf Eis gelegt. Dabei wurde erörtert, dass Bund und Land höchstens einen begrünten Deckel finanzieren würden, dies stelle aber nur eine Notlösung dar – nur mit Lärmschutz ist die ganze Sache nicht befriedigend für das Wohl der Allgemeinheit. Die Kosten, die Michael Happe auf ca. 200 Millionen Euro schätzt, könnten zum größten Teil durch einen Wertzuwachs aufgefangen werden. Alles in allem würde die Verwirklichung seiner Vision zur größten Stadtentwicklungs-geschichte der letzten 30 Jahre zählen. Stillstand wäre nicht gut für Essen.
Als nächstes nahm Bertram Gröpper, Bauchef von der EVAG Stellung zur Machbarkeit einer Verlagerung der Stadtbahnlinie U 18 aus der A40-Troglage auf einen Deckel. Aus architektonischer Sicht waren die Ideen des Stadtplaners Michael Happe für ihn genial. Keine Frage, eine Aufwertung des gesamten Geländes ist auch seiner Meinung nach, notwendig. „Es besteht jedoch in allen Punkten Diskussions-bedarf“, so Bertram Gröpper. Man müsse bedenken, dass diese Ideen aus gleistechnischer Sicht erheblichen Aufwand bedeuten. Allein eine Rampe, die ca. 350 m-400 m in den jetzigen City-Tunnel hineinführen müsste, ist ein Projekt mit extremer Investition. Ganz zu schweigen von der Leistungsfähigkeit der Straßenbahnen, die im Einsatz auf einem Boulevard, herabgesetzt werden müsste, um die Sicherheit zu gewährleisten. Die Bauzeit, die in dieser Größenordnung veranschlagt werden müsste, liege bei ca. 10-15 Jahren. In dieser Zeit einen Ersatzverkehr zu organisieren – man kann sich vorstellen – erzeugt weitere Kosten. „Nichts ist unmöglich“, so Bertram Gröpper, aber „jede Änderung, die verwirklicht würde, geht nicht, ohne Kompromisse einzugehen“.
Hiltrud Schmutzler-Jäger beschloss den Abend, nicht ohne sich herzlich bei Michael Happe und Bertram Gröpper für ihre Erläuterungen zu bedanken.
„Es gibt Visionen“, so Hiltrud Schmutzler-Jäger, „wenn Politik und Verwaltung zusammenarbeiten, gibt es für Essens A40 tolle Aussichten, denn wir sind schließlich vom Hauptverkehr betroffen!“ Sie und ihr Team versprechen sich weiter für gute Lösungen des Problems einzusetzen. Eine gute Lobby erfordert viel Überzeugungskraft, die endlich gute Ergebnisse erzielen sollten.
Carmen Dluzewski
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