Altendorf im Wandel. Wie geht es weiter Herr Oberbürgermeister?

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Oberbürgermeister Thomas Kufen folgte gern der Einladung zur Podiumsdiskussion des Altendorfer Bürgervereins.
 
Fragen und Anregungen sorgten für eine lebendige Diskussion.
Von Carmen Dluzewski
Mit dieser Frage, die die Menschen in Essen-Altendorf beschäftigt, lud der Altendorfer Bürgerverein zur großen Podiumsdiskussion in das Ev. Gemeindezentrum an der Ohmstraße ein. Vorsitzender Alfred Breuer freute sich sehr, dass Oberbürgermeister Thomas Kufen seiner Einladung gefolgt ist. Auch die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin und 2. Vorsitzende des Altendorfer Bürgervereins, Doris Eisenmenger, war gespannt auf zahlreiche Wortbeiträge interessierter Teilnehmer. Alles, was Altendorfer Bürger bewegt, wollten auch zwei Vertreter der Wohnungsgenossenschaft Essen Nord wissen. Der mit gut 120 Altendorfer Bürger und Bürgerinnen gefüllte Saal zeigte, wie wichtig es den Menschen war, direkt und persönlich ihre sorgenvollen Beobachtungen im Stadtteil vorzutragen.
Zu Beginn der Veranstaltung ließ es sich Oberbürgermeister Thomas Kufen nicht nehmen, sein persönliches Statement über Essen-Altendorf abzugeben: Lebendige, gefestigte und gewachsene Strukturen auf der einen Seite, aber auch Unsicherheit, in welche Richtung es in Zukunft mit dem Stadtteil geht, werde deutlich. Lobend erwähnte er das große ehrenamtliche Engagement vieler Bürger- und Bürgerinnen, ohne die es in Essen-Altendorf noch lange nicht so schön wäre, wie heute. Klar, dass vor 30 Jahren alles anders war, aber nicht unbedingt nur schön. Wenn man sich die Entwicklung anschaut, gibt es viel mehr positive Veränderungen als negative. Wer hätte es sich denn zum Beispiel vor 30 Jahren zu träumen gewagt, dass es in Essen-Altendorf den schönen Niederfeldsee geben wird? Zur wesentlichen Imageverbesserung hat auch der gesamte Kruppgürtel und das Kronenbergcenter beigetragen. Auch auf die Umsetzung des Projektes „Essen 51“, bei dem der Bau eines kompletten Stadtteiles nördlich des Kruppgürtels geplant ist, kann man sich freuen. Genau diese positiven Veränderungen gilt es weiter in die Stadt zu tragen. Thomas Kufen weist auf die Riesenchance hin, im nächsten Jahr, wenn Essen die grüne Hauptstadt 2017 ist, unsere ehemals alte Industriestadt Essen als einen Ort mit hoher Lebensqualität zu präsentieren. Schließlich besteht unsere Stadt zu 54 % aus Grünflächen, was sicherlich so manchem Außenstehenden nicht bewusst ist.

Die in Essen-Altendorf bekannte Sozialpädagogin Gabi Wittekopf eröffnete nun die Diskussion mit der Frage: „Was soll unser Oberbürgermeister heute von uns mitnehmen?“ Schon ging es los mit zahlreichen Wortmeldungen. In erster Linie ging es den Menschen in Essen-Altendorf um die offene Drogenkriminalität am Ehrenzeller Markt. Viele haben den Eindruck, dass seitens der Polizei nicht genug gegen Kriminelle getan wird. „Ich werde dieses Thema gerne einmal mit dem Polizeipräsidenten besprechen“, verspricht der Oberbürgermeister.
Mehrere Bürger und Bürgerinnen meldeten sich zu Wort und beklagten den Umgang der Mitmenschen mit Großmüll, insbesondere rund um den Ehrenzeller Markt. Immer wieder wird Sperrmüll an Glascontainern abgestellt und dieser bleibt dort wochenlang stehen. „Um das Verhalten unserer Mitbürger für die Müllsituation zu ändern, gibt es leider kein Patentrezept“, so Thomas Kufen, „Sauberkeit im Stadtteil ist ein sehr großes Thema, ich werde mir einmal persönlich ein Bild von der Situation machen und mit dem Ordnungsamt Kontakt aufnehmen.“
Große Unsicherheit bei der Altendorfer Bevölkerung besteht auch beim Thema Schulen. Die sanierungsbedürftige Gesamtschule Bockmühle, sowie die Zukunft der Markscheideschule, um nur zwei zu nennen, befinden sich in der Konzept-Planung, so Thomas Kufen. „Wir werden genau abwägen, wie wir am besten mit der Situation umgehen können. Was getan werden muss wird getan“.
„Der katastrophale Zustand an vielen Häusern im Gebiet der Haus-Berge-Straße ist inzwischen unzumutbar geworden“ betont eine Bewohnerin, „vieles ist defekt, gammelt vor sich hin und die zuständigen Wohnungsgesellschaften kümmern sich nicht“. Oberbürgermeister Thomas Kufen will sich die betroffenen Gebiete einmal anschauen. Die Chefs der betroffenen Wohnungsgesellschaften will er gleich „mit ins Boot nehmen“.
Einem Mann, der schon seit 70 Jahren in Altendorf wohnt, lag es sehr am Herzen einmal zu erwähnen, dass alle Altendorfer Bürger und Bürgerinnen aufgerufen sind, aufeinander zuzugehen. Nur im gegenseitigen Austausch lernt man die Buntheit von Essen-Altendorf zu schätzen. Großer Applaus für diesen Beitrag und spontaner Appell von Thomas Kufen: „Bloß nicht alle über einen Kamm scheren!“

Insgesamt lobte Oberbürgermeister Thomas Kufen die angenehme Podiumsdiskussion an diesem Abend: „Wir sind uns alle darüber bewusst, dass gute Konzepte seine Zeit brauchen. Nicht von jetzt auf gleich werden alle Probleme abgestellt werden können. Doch wie man sieht, klappt das Zusammenleben hier in Altendorf an vielen Stellen sehr gut. Wenn wir weiterhin gemeinsam eine Sprache finden, sehe ich eine tolle Zukunft voraus.“ Alfred Breuer, Vorsitzender des Altendorfer Bürgervereins beendete den Abend mit den Worten: „Herzlichen Dank an unseren Oberbürgermeister, der mit seinen Beiträgen Zuversicht vermittelt hat. Die Idee eines Teilnehmers des heutigen Abends, die Altendorfer Straße eines Tages zu sperren, um ein Stadtteilfest aller Kulturen zu feiern, wäre eine tolle Sache! Wir sind gespannt, wo die Entwicklung uns noch hinführt.“
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