Altendorf liegt am Rhein

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Die Generalsekretärin der SPD Yasmin Fahimi und der Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Michael Groschek bei der Dialogveranstaltung.
 
Im Gespräch: Michael Groschek (li.) und der Oberbürgermeister der Stadt Essen, Reinhard Paß.
Essen ist wieder eine wachsende Stadt - mit einem Plus von rund 3.500 Einwohnern in den letzen zweieinhalb Jahren. Daher sollen immer mehr attraltive Wohn- und Nutzflächen entstehen und wieder aufbereitet werden, sodass es Menschen weiter stetig in die Region zieht. Ein erfolgreiches Beispiel für eine gelungene Wiederaufbereitung und Verbesserung ist der Stadtteil Atendorf, wobei vor allem der Umbau und die Weiterentwicklung des sogenannten „Krupp-Gürtels“ ein gelungenes Beispiel dafür ist, wie sich Quartiersentwicklung auf die Lebensqualität im Stadtteil auswirken kann.
Aus diesem Grund fand daher im Altendorfer Treff eine Dialogveranstaltung zum Thema „Leben im Quartier“ statt. Sehr zur Freude aller Beteiligten nahmen auch die Generalsekretärin der SPD, Yasmin Fahimi, der Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Michael Groschek, die Vorsitzende der SPD Essen und Landtagsabgeordnete Britta Altenkamp, der Essener Oberbürgermeister Reinhard Paß, sowie der Europaabgeordnete Jens Geier an der Veranstaltung teil.
„Ein Strukturwandel in einer Region ist immer schwer. Die Stärke in Deutschland besteht aber darin, dass intensive kommunale Strukturen bestehen. Aus diesem Grund sind Modernisierungsprozesse und neue Infrastrukturen gut durchzusetzen. Darauf können wir sehr stolz sein und vor allem, dass in Altendorf ein sozialer und nicht nur ein wirtschaftlicher Wandel vollzogen wird“, beginnt Fahimi den Dialog.
Tatsächlich war es ein langer und oft steiniger Prozess, der den Stadtteil dahin gebracht hat, wo er jetzt endich angekommen zu sein scheint. Sehr wichtig sei die Motivation der Bürger gewesen, vor allem bei den Durststrecken, bei denen das Geld, um weiter zu machen, zu versickern drohte. Insgesamt seien etwa 42 Millionen öffentliche Mittel geflossen, weiter am Ball und aktiv bleiben sei aber immer noch die Devise, so der Oberbürgermeister der Stadt Essen Reinhard Paß. Eine Gruppe, die man für ihr ehrenamtliches Engagement besonders hervorheben muss ist das Müllsammlerteam um Johannes Hüttemann. Diese treffen sich am Samstag, um gemeinsam den Müll zum Beispiel im Krupp-Park aufzusammeln.
Der frühere Arbeiterstadtteil erstrahlt wieder im neuen Licht. Der einst durch den Wegzug zahlreicher deutscher Mitbürger beginnender Kippprozess, scheint nun mehr als gestoppt zu sein: Neue Spielplätze wurden errichtet, Hausfassaden optisch aufgefrischt, der neu gestaltete Ehrenzeller Markt als Treffplatz für Jung und Alt und auch die Altendorfer Straße, auf der viele Wohnungen, die sich in privater Hand befinden, von ihren Besitzern nicht in Stand gehalten werden, ist als ehemaliges Sorgenkind nun erwachsen geworden.
„Um Stadtentwicklung voran bringen zu können, braucht man zwei Sachen: Planvolle Dinge und Zufall und Glück“, so der Planungsdezerndent der Stadt Essen, Hans-Jürgen Best. „Glück war die Tatsache, dass Thyssen-Krupp 2006 nach Altendorf gezogen ist und wir mit dem Krupp-Park eine grüne Seele bekommen haben. Parallel dazu waren Stadtentwicklungsfördergelder über, die für Altendorf genutzt werden konnten. Daraus sind dann zwei Förderprogramme, Soziale Stadt und Stadtumbau West, entstanden. Der zweite Zufallsfaktor war 2003 die Stilllegung der Bahnstrecke. Dahin soll nun eine neue Radautobahn gebaut werden, denn mit nur 17 Kilometern Entfernung, liegt Altendorf eigentlich am Rhein. 2004 wurden Wohnungen rund um den Niederfeldsee abgerissen und hier begann nun die starke Erneuerungsphase in Altendorf. Dank dieser Maßnahmen wurde der Sinkflug im Stadtteil gestoppt. In die Fläche des einstigen Reals sollen ebenfalls Wohnungen kommen.“
Außerdem soll auch im Uni-Viertel der Wohnungsbau vorangetrieben werden, denn auch die nördliche Innenstadt befindet sich im Sinkflug und auch das soll gestoppt werden.
Wichtig für den Prozess war auch die Bürgerbeteiligung. Dazu haben Studenten der Universität Duisburg-Essen eine „aktivierende Befragung“ gestartet: Was ist gut oder schlecht im Stdtteil und wie ist die Situation zu verbessern. Wichtiger Punkt war die Ausmerzung des Generationenkonfliktes und vor allem die Arbeit mit Jugendlichen anhand von Sportangeboten am Abend, um so Vandalismus und mutwilliger Zerstörung vorzubeugen. Auch beteiligt haben sich Bürger am intensiven Fassadenprogramm, bei dem knapp 400 Gebäude insgesamt einen neuen Anstrich bekommen haben.
„Das Selbstimage von Altendorf war zu Beginn miserabel. Nun befinden wir uns in der Verständigungsphase und versuchen nicht mehr auf öffentliche Gelder angewiesen zu sein. Solche Prozesse brauchen Zeit und nun nach 15 Jahren sind erste optische Erfolge zu verzeichnen. Sehr viel unter die Arme gegriffen hat uns auch der Allbau“, so Best weiter. „Wir wollen aus Altendorf kein Bredeney machen, denn dann würden wir unser Gesicht verlieren. Wir wollen dem Stadtteil nur wieder ein schönes wertvolles Gesicht verleihen.“
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1 Kommentar
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Hermann Schmidt aus Essen-West | 10.02.2015 | 20:43  
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