Armut mitten in Deutschland: Schöner Leben gibt wichtigen Projekten Raum

Im Mehrgenerationenhaus stand das Thema „Armut“ im Mittelpunkt. Impulse für die Diskussion lieferten: (v.l.) Andreas Brinck, Marina Deising (beide Schöner Leben) Marie-Cécile Duclercq, Marita Heiliger (beide Kultur Pott.Ruhr) und Markus Pajonk (Essen packt an). Foto: Olaf Eybe
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  • Im Mehrgenerationenhaus stand das Thema „Armut“ im Mittelpunkt. Impulse für die Diskussion lieferten: (v.l.) Andreas Brinck, Marina Deising (beide Schöner Leben) Marie-Cécile Duclercq, Marita Heiliger (beide Kultur Pott.Ruhr) und Markus Pajonk (Essen packt an). Foto: Olaf Eybe
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Im Frohnhauser Mehrgenerationenhaus ging es am 2. November um das Thema „Deutschland: Reiches Land, arme Menschen“. Nachdem die politische Ideenwerkstatt „Schöner Leben“ Anfang Oktober an den Start gegangen war, stand die erste thematische Diskussionsveranstaltung der jungen Partei ganz im Zeichen der Armut in unserem scheinbar reichen Land. Vertreterinnen der Initiative „Kultur Pott.Ruhr“ und Markus Pajonk von „Essen packt an“ stellten ihre Projekte vor. Schnell kam die Runde miteinander ins Gespräch.

Wie kommen bedürftige Menschen in den Genuss von Kulturveranstaltungen, ohne sich an der Kasse als Sozialhilfeempfänger outen zu müssen? Marie-Cécile Duclercq und Marita Heiliger unterstrichen wie wichtig die Teilhabe am kulturellen Leben ist. „Viele Kulturangebote locken Zuschauer in die Säle der Region, doch bleiben Plätze unbesetzt. Und dann gibt es eine Vielzahl von Menschen, die sich die Eintrittspreise nicht leisten können. KulturPott.Ruhr vermittelt zwischen den Kultureinrichtungen und den Menschen mit wenig oder keinem Einkommen“, erläuterte Marie-Cécile Duclercq. „Als Vermittler sammeln wir Gäste - Menschen, die wenig Geld haben. Parallel suchen wir Kulturpartner - Einrichtungen, die bereit sind, ihre freien Platzkontingente zur Verfügung zu stellen. Da die Angebote und die Interessen beider Partner bekannt sind, können wir gezielt Eintrittskarten an Gäste vergeben. Weil Freude sich verdoppelt, wenn man sie teilt, werden zwei Tickets pro Gast vergeben. Allein mit dem Namen können die kostenlosen Karten bei dem Veranstalter abgeholt werden. So gerät niemand an der Kasse in die unangenehme Situation, seine Bedürftigkeit nachweisen zu müssen“, führte Marita Heiliger weiter aus. Im Anschluss suchten die Anwesenden gemeinsam nach Ideen für die weitere Bekanntmachung der Initiative. Die mitgebrachten Flyer waren schnell verteilt und dank neuer Verbreitungsideen werden sich Gäste und Veranstalter zukünftig noch besser treffen.

Anpacker überflüssig machen

Den zweiten Impulsvortrag steuerte Markus Pajonk bei. Er stellte die Organisation „Essen packt an“ vor, die sich nach der Gewitterfront Ela zusammengefunden hatte und nach der Beseitigung der Sturmschäden neue Betätigungsfelder fand. So erfuhren die Besucher, dass es eine Vielzahl von Initiativen wie „Die Obdachlosenbotschaft“, „Grenzenlose Praxis, „Die Spielplatzhelden", „Kultur & mehr“, „Natur & Umwelt“ oder auch „Warm durch die Nacht“ gibt, bei denen viele Hände und Köpfe für eine noch sozialere Stadt Essen ehrenamtlich arbeiten. Beispielhaft ging Markus Pajonk näher auf das Projekt „Warm durch die Nacht“ ein, das gerade in der kalten Jahreszeit besonders wichtig ist. „Es ist erschreckend, welche Armut einem begegnet, wenn man nachts in Essen unterwegs ist und Obdachlose trifft“, unterstreicht Markus Pajonk, der nicht gelten lässt, dass Armut selbst gewählt sei. Nach dem Austausch von verschiedenen Armutsstatistiken waren sich die Veranstaltungsteilnehmer schnell einig, dass es eigentlich Ziel sein müsste, Initiativen wie die beschriebenen überflüssig zu machen.
„Wir alle sind dieses Land und viele helfen gerne, aber das heißt nicht, dass sich die Altparteien weiterhin aus der Verantwortung stehlen dürfen. Sie haben eindeutig versagt, denn die Schere zwischen Arm und Reich ist in den letzten Jahren weiter gewachsen“, fasste Janina Herff, Schöner Leben, zusammen. „Es ist einfach nicht hinzunehmen, dass jedes fünfte Kind in unserem reichen Land von Armut bedroht ist und kein Aufschrei durch unser Land geht“, ist Marina Deising, Schöner Leben, überzeugt. Nach dem Erfolg der Auftaktveranstaltung wollen die Organisatoren das Format an andern Orten in Essen wiederholen. „Das Thema wird in ganz Essen auf großes Interesse stoßen. Wir würden uns freuen, wenn möglichst viele helfen, unsere nächsten Veranstaltungen bekannt zu machen“, kündigt Moderator Andreas Brinck neue Aktivitäten von Schöner Leben an. Aktuelle Termine werden unter: www.schoenerleben.jetzt veröffentlicht.

Infos zu Schöner Leben

Das Projekt Schöner Leben und alle seine Freunde, wollen ein wertschätzendes, kreatives, achtsames und phantasievolles Miteinander. Gemeinsam wird der Versuch gewagt, die politische Landschaft zu verändern und Gesellschaft neu zu gestalten.
„Die jetzige Parteienpolitik ist geprägt von Machtstrukturen, von Kungel, von Wirtschaftsinteressen, die Inhalte vorgeben, und von den individuellen Karriereplänen von Führungspersonen. Die Mitmachkultur beschränkt sich meist auf Mitgliederversammlungen“, heißt es in den ersten Publikationen der jungen Bewegung. „Das muss auch anders gehen. Nur wenn wir bei uns selbst beginnen, nur wenn wir unser Handeln an humanistischen Werten und am Grundgesetz ausrichten, können wir die verkrustete Parteipolitik nachhaltig verändern. Bei uns kann jeder mitmachen, unabhängig von Parteizugehörigkeit oder Status. Wir wollen gemeinsam, mit vielen basisdemokratischen Elementen, Inhalte und Positionen für ein schöneres Leben entwickeln“, so die Gründer des Projektes.

Weitere Informationen:

www.facebook.com/schoenerleben.jetzt
www.kulturpott.ruhr
www.essenpacktan.de

Kontakt: machfertig@schoenerleben.jetzt

Autor:

Olaf Eybe aus Essen-Ruhr

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