Endlich Metropolen-Qualität für Essens Nahverkehr?

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Straßenbahnen und U-Bahnen fahren künftig öfter.
Im Nahverkehr auf Kontinuität und Ausbau setzen - das will die Stadt Essen mit ihrer Entscheidungsvorlage erreichen.

Das Konzeptpapier enthält grundlegende Verbesserungen: Die Bahnhofstangente wird die Steeler Straße an den Hauptbahnhof anbinden sowie eine schnelle Route nach Altendorf schaffen. Pro Bahn begrüßt insbesondere, dass der 2. Bauabschnitt durch den nördlichen Krupp-Gürtel verschoben wird: Solange keine konkrete Entwicklung des Geländes absehbar sei, bringe die Linienführung über Helenenstraße und Kronenberg deutlich höheren Nutzen für die Fahrgäste. Ein weiterer Meilenstein für den Essener Nahverkehr seien die vorgeschlagenen dichteren Takte für wichtige Straßenbahn- und Buslinien: Der durchgehende 5-Minuten-Takt für die Strecke von Bredeney bis Katernberg sowie die 10-Minuten-Takte für wichtige Buslinien seien einer Großstadt angemessen und eine deutliche Verbesserung für die Fahrgäste.

Für die Aufstellung des Nahverkehrsplans wünscht sich der gemeinnützige Fahrgastverband PRO BAHN allerdings noch weitere Anpassungen gegenüber dem aktuellen Vorschlag: So sei die Verlagerung von Verkehren auf die Spurbus-Strecke und gleichzeitige Einstellung paralleler Buslinien nicht zielführend – insbesondere, da ein barrierefreier Ausbau der Spurbus-Haltestellen auf absehbare Zeit nicht möglich sei. Eine Bündelung der Umsteigebeziehungen im stark verkehrsbelasteten Kray sollte vermieden werden. Für die Stadtteile östlich von Steele sollte ein Buslinien-Netz entwickelt werden, das im 15-Minuten-Takt auf die künftig im gleichen Takt fahrende S 1 ausgerichtet ist.
Entscheidend ist für Pro Bahn auch ein Thema, das bislang nicht diskutiert wird: Die Bedienungshäufigkeit in den Abendstunden ist derzeit nicht ausreichend. Strecken, auf denen tagsüber alle 5 oder 10 Minuten Bahnen und Busse fahren, werden abends nur im Halbstundentakt bedient. Straßenbahn und U-Bahn stellen den Betrieb schon um 23 Uhr ein.
Damit ist Essen Schlusslicht bei allen Städten über 500.000 Einwohner im Bundesgebiet. Ein gutes Angebot bis in die Abendstunden ist nach Ansicht von PRO BAHN allerdings
unumgänglich für einen attraktiven ÖPNV. "Wir freuen uns über den gelungenen Aufschlag der Planung und auf konstruktive Diskussionen bei der Aufstellung des Nahverkehrsplans", so PRO BAHN-Pressesprecher Lothar Ebbers.
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