Von der Kleinstadt in die Großstadt

Heike Kretschmer hat 2011 in Holsterhausen eine neue Heimat gefunden
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Heike Kretschmer, Bezirksvertreterin in Essen-West, stellt sich vor und erzählt von ihrer Jugend in der DDR

„Du in der Großstadt haben meine Freunde gesagt, als ich 2011 den Entschluss fasste, nach Essen zu ziehen“, erinnert sich Heike Kretschmer. 49 Jahre habe sie in einer Kleinstadt mit 33.000 Einwohnern, ungefähr 50 Kilometer von Dresden entfernt, gewohnt. Der Schritt zu ihrem Mann nach NRW zu ziehen, brauchte dann auch seine Zeit. Erst nachdem die Kinder aus dem Haus waren und die Bezirksvertreterin den Job als Fraktionsgeschäftsführerin der Linken angeboten bekam, beschloss sie, ihre Heimatstadt zu verlassen und ins Ruhrgebiet zu ziehen. „Mit den Kindern umzuziehen war damals keine Option und ich hatte zu viel Spaß an meinem damaligen Job“, erzählt die zweifache Mutter.

Die Reise zum Traumberuf

Auch berufstechnisch hat Heike Kretschmer eine längere Reise hinter sich. Zu Schulzeiten wollte sie immer Architektin werden. „Da ich kein Abitur hatte, hätte ich zunächst eine Ausbildung auf dem Bau machen müssen“, sagt die Wahl-Essenerin. „Mein Vater war allerdings dagegen und stellte mich auf die Probe“, lacht die Bezirksvertreterin. Er belud eine Schubkarre, die sie dann über eine Schräge schieben sollte. „Das habe ich auch nach drei Versuchen nicht geschafft und damit war das Thema erledigt“, erinnert sich Heike Kretschmer. Auch ihr zweiter Wunsch, Kellnerin zu werden, kam nicht in Frage. Schließlich kam die Schule auf sie zu, da man in ihr das Potenzial zur Lehrerin sah. „Ich fand die Idee schrecklich, Kindern etwas beizubringen, das mir von einem Lehrplan vorgeschrieben wurde“, meint die Mutter und Großmutter. Mit der Aussicht später Pionierleiter zu werden, was sich in etwa mit einem Sozialpädagogen vergleichen lässt, studierte sie schließlich doch den Beruf der Grundschullehrerin. Ergänzend machte sie einen Abschluss als Diplompädagogin. Nach zwei Jahren als Grundschullehrerin, wechselte sie dann in die Öffentlichkeitsarbeit und übernahm das Amt der stellvertretenden Leiterin des Stadtmuseums. Neben Führungen, Presseberichten, Programmerstellung und Leitung der Theatergruppe, war sie zudem für die studentische Ausbildung zuständig. „Besonders gefallen hat mir, dass man nie festgelegt war und mit Altersgruppen von drei bis 99 gearbeitet hat“, beschreibt Heike Kretschmer ihre Tätigkeit.

Neue Heimat im Ruhrgebiet

Aber auch in ihrem neuen Beruf als Fraktionsgeschäftsführerin fühlt sich die Bezirksvertreterin wohl. Und vor allen Dingen hat sie hier in Essen ein neues zu Hause gefunden. In ihrer Wohnung in Holsterhausen genießt sie die Nähe zur Gruga und zur Rüttenscheider Straße. Wichtig bei der Wohnungssuche war ihr zudem ein kleiner Garten. „Ich habe zwar keinen grünen Daumen, aber jedes Jahr gestalte ich den Garten einmal um, damit es schön blüht“, lacht Heike Kretschmer. Am Ruhrgebiet gefällt ihr zudem die Offenheit und Aufgeschlossenheit der Menschen. Bei ihrer Arbeit für die Bezirksvertretung habe sie oft das persönliche Gespräch mit dem Bürger gesucht. Denn ihr ist es wichtig, dass die Bürger ihr Recht nutzen, ihre Meinung abzugeben. „Ich war überrascht, wie einfach es ist, sich mit den Menschen hier auszutauschen“, erinnert sich die Bezirksvertreterin. Wenn es der Terminkalender zulässt, unternimmt Heike Kretschmer am Wochenende gerne Ausflüge mit ihrem Mann oder entspannt bei einem guten Krimi. Auch das kulturelle Angebot, wie Ausstellungen oder Theateraufführungen nimmt sie gerne wahr. Zeit mit ihrem zwei Töchtern und ihrem Enkel muss auf Grund der großen räumlichen Entfernung zwischen Essen, Berlin und Greifswald gut geplant werden. „Letztes Mal haben wir zum Beispiel Karten für ein Konzert in Berlin verschenkt, mit der Zusage auf den Enkelsohn auf zu passen“, erzählt die stolze Großmutter. Aber auch den Urlaub verbringt die Familie gerne zusammen, teilweise sogar mit drei Generationen. Die Toskana, Brittanie und die Ostsee sind beliebte Urlausziele der Familie. „Man sieht sich nicht so oft, aber die Zeit, die man zusammen hat, ist dann umso wertvoller“, sagt Heike Kretschmer.

Der West Anzeiger stellt in einer Serie die Mitglieder der Bezirksvertretung III Essen-West vor.
Im Rahmen der alle 5 Jahre stattfindenden Kommunalwahlen wird in jedem der 9 Essener Stadtbezirke eine Bezirksvertretung mit 19 Mitgliedern direkt von der Bürgerschaft gewählt. Vorsitzende bzw. Vorsitzender und gleichzeitig Repräsentant des Stadtbezirks ist die Bezirksbürgermeisterin bzw. der Bezirksbürgermeister. Beschlüsse der Bezirksvertretungen werden in öffentlicher Bezirksvertretungssitzung, an der jeder als Zuhörer/in teilnehmen kann, gefasst.

Autor:

Lara Wolff-Hagdon aus Essen-West

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