Köln: Freie Wähler kritisieren erzwungenen Umzug des Kölner Großmarkts.

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Köln: Freie Wähler fordern Bleiberecht des Großmarkts im Süden.
Köln: Raderberg |

„Der Zwangsumzug rettet den Großmarkt nicht, sondern vernichtet ihn!“ Mit diesen drastischen Worten kritisiert der Bezirksvertreter Torsten Ilg von den FREIEN WÄHLERN einen Beschluss der BV-Rodenkirchen, in dem erneut eine zwangsweise Umsiedelung des Kölner Großmarkts gefordert wird.

Zwar würden sich auch die FREIEN WÄHLER eine Einbeziehung der Bürger von Raderberg und Bayenthal wünschen, jedoch seien die bisherigen Pläne und Entscheidungen, die über die Köpfe der betroffenen Händler hinweg geschlossen wurden „unfair und nicht zielführend“. Der Beschluss erwecke zudem den Eindruck, das alte Modell eines städtischen Großmarkts könne irgendwo draußen in einem Industriegebiet überleben:„Das ist doch Augenwischerei. Das wird ein subventionierter „Zombie-Großmarkt“. REWE, METRO und Handelshof sind vor den Toren Kölns bereits stark vertreten.“, so Ilg.

"Der Großmarkt ist im Kölner Süden verwurzelt."

Auch sei die Behauptung falsch, die Bürgerinnen und Bürger von Raderberg/Zollstock und Bayenthal seien stark daran interessiert, dass der Großmarkt aus der Südstadt verschwinde:„Der Großmarkt ist hier im Kölner Süden verwurzelt. Dort hat er seinen Kundenstamm. Die Bürger schätzen sein Angebot an exotischen Früchten und Frischwaren. Wir möchten das erhalten“. ergänzt Ilg.

In einem separaten Antrag forderte Ilg deshalb eine Bleiberecht für jene Händler, die den Umzug nicht mitmachen möchten:„Das alte Modell des städtischen Großmarkts ist tot. Die Stadt muss aber Rahmenbedingungen für ein selbstständiges Viertel schaffen und erhalten. Dazu gehören Urbanität und Handel – ja auch Verkehr in reduziertem Maße. Und eben auch so etwas wie ein Markt neuen Typs, kein Staatsbetrieb. Dazu müssen wir das „Groß“ ersetzen durch Qualität und Frische direkt vor Ort“, erläutert Ilg seine Idee eines privaten „Kleinmarkts“ in Raderberg.

Doch die anderen Parteien in der Bezirksvertretung wollten diesem Antrag nicht folgen.
„Es mangelt den Kölner Parteien an Vorstellungskraft, wie gut vergleichbare Projekte in Barcelona oder Budapest funktionieren können. Auch in Hamburg wird die Großmarkthalle als Event-Location und Feinkostmarkt genutzt. Ein solches Modell würde hervorragend in das Konzept der Parkstadt Süd passen“.Händler wollen sich gegen die Planlosigkeit der Stadt auch juristisch zur Wehr zu setzen.
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