Petra Hinz: alternativlos?

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Wer möchte in die Fußstapfen von Petra Hinz treten? (Foto: Gohl / West Anzeiger Essen)

Im Herbst nächsten Jahres stehen Bundestagswahlen an. Auch der einstige SPD-Wahlkreis von Petra Hinz, die nach den Lebenslauf-Schummel-Aufdeckungen ihren Hut nehmen musste, soll dann möglichst wieder von einem SPD-Kandidaten eingenommen werden, hoffen die Genossen.

CDU-Kandidat Matthias Hauer, der sich bereits im Jahr 2013 - wenn auch nur mit wenigen Stimmen - gegen Petra Hinz durchsetzen konnte, dürfte diesmal ein leichtes Spiel haben.
Denn: Inzwischen ist er im Wahlkreis bekannt und die Bürgerinnen und Bürger, die ihren Wahlzettel nicht gleich vor Wahlmüdigkeit in die Tonne hauen, sind nicht sonderlich gut zu sprechen auf die örtliche SPD, deren Spitzen-Politikerin sie über Jahrzehnte an der Nase herum geführt hat.
Jetzt gilt es, mühsam verspieltes Vertrauen wieder zu gewinnen und durch politische Stärke für die Stadtteile im Essener Westen zu punkten.
Doch was tut die SPD? Nein, sie strebt nicht an, eine im Essener Westen bekannte Persönlichkeit - möglichst noch mit politischer Erfahrung - in den Ring zu schicken, sondern grübelt über Kandidatinnen und Kandidaten, wo sich selbst der politisch Interessierte fragt: Wer soll das sein? Und was haben die mit Politik zu tun und jemals für den Essener Westen bewirken können?
Acht Kandidatinnen und Kandidaten zwischen 31 und 63 Jahren sollen es aktuell sein, unter denen die Genossen ihren Top-Favoriten für die Hinz-Nachfolge küren dürfen. Dieser soll dann den Wahlkreis im Sturm neu für die SPD erobern.
Vor wenigen Wochen hatte die SPD noch getönt: Warum hat Petra Hinz sich als Juristin ausgegeben? Bei uns spielt die akademische Ausbildung doch gar keine Rolle.
Getreu dem Motto: Wir sind nah am Volk. Politiker sind einer von Euch.
Und schon wurden drei Professoren aus dem Hut der Bewerber gezaubert. Auch ein Jurist ist mal wieder dabei.
Daneben eine Ratsfrau aus Holsterhausen, 31 Jahre jung, deren Bekanntheit zumindest die magische Autobahngrenze nach Altendorf und Frohnhausen noch nicht überschritten hat. Und ein Schausteller, der sicher nah dran am Volk ist, aber im nächsten Jahr auch schon nah dran am Rentenalter. Egal: Donald Trump will's mit 70 Jahren ja auch noch mal wissen...
Sie also sollen den Essener Westen repräsentieren und Politik für die Bürgerinnen und Bürger zwischen Altendorf und Frohnhausen bis hin nach Bredeney und Kettwig machen?
Da wünscht man sich ja beinahe und sowieso still und heimlich schon fast wieder Petra Hinz zurück ins Amt, der man zumindest eines nicht vorwerfen konnte: fehlende Bürgernähe.
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3 Kommentare
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Uwe Splitt aus Essen-Borbeck | 13.10.2016 | 19:59  
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Uwe Splitt aus Essen-Borbeck | 13.10.2016 | 20:01  
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Gottfried Czepluch aus Essen-Ruhr | 18.10.2016 | 23:32  
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