Projekte und reale Veränderungen statt „Imagepflege“

DIE LINKE im RVR sieht den Sinn der Standort-Kampagne „Stadt der Städte“ kritisch

Die Fraktion DIE LINKE im Regionalverband Ruhr (RVR) hält auch nach der heutigen Vorstellung der Standortmarketingkampagne „Stadt der Städte“ in der Verbandsversammlung an ihrer bisherigen Kritik fest. Sie hat deshalb gemeinsam mit den Piraten gegen die „zügige Durchführung“ der Kampagne gestimmt. Die FDP und die Freien Wähler enthielten sich.

„Handwerklich verstehen die Agenturen Tjink und TAS ihr Fach, auch wenn es teilweise ,alten Wein in neuen Schläuchen‘ gibt. 1996 gab es nämlich schon einmal eine ähnliche Anzeigen-Kampagne der WAZ-Mediengruppe unter dem Titel ,Stadt der Städte‘,“ so Wolfgang Freye, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im RVR. „Die entscheidende Frage ist allerdings: Was bringt eine solche auf die Anwerbung von Investoren und Fachkräften zielende Kampagne wirklich? Investoren treffen ihre Entscheidungen nach harten Fakten und nicht nach bunten Bildern. Entsprechend ist es völlig unklar, wie der Erfolg der Kampagne bemessen werden soll. Dafür gibt es bisher keine Kriterien. Hinzu kommt, dass es überhaupt nicht einzusehen ist, dass der RVR eine reine Wirtschaftskampagne allein aus seinem Haushalt zahlen soll. Die Ruhrgebiets-Konzerne beteiligen sich bisher nämlich überhaupt nicht, obwohl Konzerne wie Thyssen-Krupp in den vorgestellten Entwürfen erwähnt werden und somit kostenlose Werbung erhalten. Wenn schon, halten wir es darüber hinaus für eine Lücke, dass die Industriekultur in der Kampagne gar keine Rolle spielt. Sie ist ein wesentlicher Faktor für Kultur und Tourismus, aber auch für die Niederlassung von Unternehmensgründern.“

Bereits beim Beschluss zum Haushalt des RVR hat die Fraktion DIE LINKE gegen die Bereitstellung von 10 Millionen Euro für die zunächst auf drei Jahre geplante Kampagne gestimmt, da es aus Sicht der Fraktion vor allem darauf ankommt, das Ruhrgebiet und den Strukturwandel zu gestalten. Die Internationale Bauausstellung in den 90er Jahren, die Kulturhauptstadt 2010, die Grüne Hauptstadt in Essen, die Klimahauptstadt 2020 und die Internationale Gartenschau 2027 sind Großprojekte, die hier etwas verändern werden. Indem sie „weiche Standortfaktoren“ und die Lebensbedingungen im Ruhrgebiet verbessern, haben diese Projekte auch bessere Ansiedlungsbedingungen für Unternehmen und Fachkräfte herbeigeführt.

Wolfgang Freye weiter: „Es ist bezeichnend, dass die Agenturen Thjnk und TAS selbst ausführen, dass die Kampagne mindestens 10 Jahre laufen müsste, um Effekte zu bringen. Damit wäre sie ein tolles ‚Beschäftigungsprogramm‘ – für die beteiligten Werbefirmen. Da wäre es doch effektiver, wenn der RVR den Städten mehr Hilfestellung bei der Entwicklung von Programmen gegen Langzeitarbeitslosigkeit und eines Sozialen Arbeitsmarktes geben würde und dafür mehr Geld in die Hand nehmen würde, als z.B. mit der Konferenz gegen Langzeitarbeitslosigkeit geplant.“

Die Fraktion DIE LINKE wird das Konzept der Agenturen weiterhin kritisch begleiten.

Autor:

Heike Kretschmer DIE LINKE im RVR aus Essen-West

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