Wiederauferstehung oder Grablegung der „OASE“

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Essen: Oase |

Politik: Kurz vor teurer Verschrottung eines Vermögens

Das Thema ist trotz der Auffrischung in der Printausgabe eigentlich längst tot.
Denn:
Die sogenannten „Bürger“ regen sich gern auf, wenn ihnen etwas „genommen“ wird, gewöhnen sich aber ziemlich schnell an den neuen Zustand und verfallen in Lethargie. Die wenigen Tapferen, die sich auf dem Frohnhauser Markt ihre Protestbeine in den Bauch gestanden haben und immer noch für den Erhalt der OASE kämpfen, sind von der „hohen“ Politik bislang nur verhöhnt worden. Noch nie wurde die Masse der stadtbildenden Bürger so vernachlässigt und hintergangen wie durch die großspurigen Altparteien CDU und SPD in den letzten beiden Wahlperioden. OB Reiniger (CDU) steht für Verschmutzung der Finanzen durch Minuszeichen, und OB Paß (SPD) glänzt durch eine verpasste Chance, sich als solidarisch zu beweisen, stimmte in „Bildungsfragen“ sogar gegen seine eigene Partei.
Doch wer oder was sind schon die „Bürger“, die Wähler sowie deren Interessen und Bedürfnisse? Das „Stimmvieh“ lässt sich von Wahl zu Wahl treiben und murrt allenfalls, veranstaltet aber keine Stampede...
Wenn Wahlen etwas verändern könnten, wären sie längst verboten.

Genau damit rechnet die Politik.
Der für die Politik peinliche „Sternmarsch“ einer aufregenden Anzahl Essener Bürger aus allen Stadtteilen zum Rathaus – in Solidarität mit potentiellen Nutzern des modernen OASE-Spassbades – fand nicht statt.
Nach etwas Geplätscher im Lokalkompass und im West-Anzeiger sowie einigen lustlosen Artikeln in den Tageszeitungen wurde es schnell ruhig.

Wo die wahre Kompetenz der Bürger zu finden ist, offenbart sich in den Umfrageergebnissen zu einer möglichen Verwertung des OASE-Grundstücks:



Wie rührend ahnungslos und im Hinblick auf den Nutzen für die Gesamtheit „unpolitisch“ erscheinen bereits die Fragestellungen. Und reiht man die drei Spitzenreiter bei der Stimmabgabe zu einem „Mischkonzept“ auf, könnten auf dem Grundstück ein Studentenwohnheim, eine Kindertagesstätte und ein Supermarkt entstehen.

Studentenwohnheim und KiTa würden weitere Löcher in die öffentlichen Finanzen fräsen, gegen welche die Etablierung eines Supermarktes kaum einen Ausgleich bringen würde. Und wer hält unternehmerisch einen Supermarkt an dieser Stelle überhaupt für opportun? Dann bliebe zudem noch das ungeheure Minus, das der dilettantische Umgang mit der OASE infolge eher „Geheimhaltung“ bezüglich möglicher PR eingetragen hat.

War da mal etwas?


Man nehme sich vier Minuten Zeit, um zu dem „Filet“ im Essender Westen auf den Geschmack zu kommen:


(Auf den Pfeil klicken...!)

So etwas vertrödelt und vermasselt man nicht.
Es ist schon so, dass man aus dem Objekt durch Einbeziehung in einen Überbau eine Attraktion machen könnte, wenn man nur wollte und nicht – VIELLEICHT! – in einem kafkaesken Rathausturm nur lustlos nach einer „Verwertung“ sucht oder gar – was man bei der Politik nie ausschließen kann – in Hinterstuben geheime Pläne verfolgt, die für Einige guten Profit abwerfen, kaum aber für den „Bürger“, der dann nur „bürgt“:



Man überlege einmal, welche Berufe voraussetzen, dass die Kunden oder Klienten aus allen Winden kommen und eine hervorragende Verkehrsanbindung zu schätzen wissen.
Dann denke man einmal darüber nach, wie viele arbeitende Ehepaare und insbesondere alleinerziehende Elternteile ständig mit den Problemen kämpfen, tagsüber für ihren Nachwuchs eine Bleibe zu finden und allein schon – wenn vorhanden – dorthin zu gelangen, um danach ihr Geld verdienen zu können.
Welche medizinischen Praxen könnten einen Nutzen daraus ziehen, zum Beispiel für Rehabilitierungsmaßnahmen im unteren Teil des Gewerbetrakts auf technisch hohem Niveau auch ein komplettes Bad und Fitness-Räume zu wissen?

Praktisch denken, praktisch handeln, praktisch leben...

Wenn Mama und Papa oder insbesondere Alleinerziehende in einem der Wohntrakte hausen und morgens zur Arbeit müssen, sausen sie mit dem Fahrstuhl nach unten und haben es nur ein paar Schritte bis zur Kindertagesstätte. Mit ebenfalls wenigen Schritten eilen sie dann zu „ihrem“ Bahnhof vor der Haustür, um sich ihrem Beruf zu widmen. Besonders Alleinerziehende würden das zu schätzen wissen. Und das Auto verliert für den Weg zur Arbeit deutlich an Stellenwert, verpestet die Luft weniger und gibt Verkehrsraum frei. Angesichts einer ausreichend dimensionierten Kindertagesstätte wäre ein solches Mischobjekt gerade für Alleinerziehende von ganz besonderem Wert. Deren Probleme und Anliegen werden trotz großer Anzahl überwiegend vernachlässigt. Es gibt sie nun mal, weil Ehen ein immer kürzeres Verfallsdatum anhaftet.

Wer als Anwalt, Arzt, Heilpraktiker, Architekt oder Steuerberater seine Räume im Gewerbetrakt bezieht, findet vielleicht auch eine Gastronomie für die Kaffee- oder Mittagspause vor, die „so ganz nebenbei“ auch das Catering für die Kita besorgt. Ein gediegener Supermarkt und auch ein Kiosk ermöglichen ihnen und allen, die in der gesamten Anlage verkehren, die Einkäufe für den täglichen Bedarf. Vielleicht möchte auch ein Friseursalon sich dort betätigen, eine Bank sich dort niederlassen oder eine Krankenkasse ihren Service leisten. Sofern alte und nicht mehr ganz so fitte Leute sich in diesem Mix-Ensemble eine Bleibe leisten können, werden sie es bestimmt nicht verachten, einen Supermarkt, medizinische Hilfen, ein Bad und Fitness-Einrichtungen sowie eine Gastronomie und sogar einen „eigenen Bahnhof“ direkt „vor ihrer Wohnungstür“ und ohne Inanspruchnahme von Auto oder anderen Verkehrsmitteln vorfinden zu können.

Man überlege: Der Bahnhof ist nun einmal vorhanden; die Deutsche Bahn wird ihn wohl kaum entfernen wollen. Wer also „braucht“ einen Bahnhof, am besten sogar direkt vor der Haustür? Da sind erst einmal jene Veranstalter, die mit viel Publikumsverkehr rechnen dürfen. Zum Beispiel eine Krankenkasse oder eine Bankfiliale, vor allem auch Ärzte. „Brauchen“ können einen Bahnhof auch all jene, die jeden Tag einen weiten Weg zu ihrer Arbeitsstätte haben. 150 oder gar 200 verschieden zugeschnittene Wohnungen in zwei Trakten direkt an einem Bahnhof ließen sich gezielt an Berufstätige vermieten, die auch Kinder haben und für diese eine Kindertagesstätte benötigen. Und würden ein oder zwei Etagen in einem der Wohntrakte speziell auf kleine Studentenbuden zugeschnitten, bekämen sogar Studierende ein verkehrsgünstig gelegenes „Wohnheim“.

Tot, weil aus der falschen Ecke

Geht es idealer? Gibt es schon irgendwo ein Gesamtobjekt von solcher Attraktivität? Würden sich nicht viele Privat- und Geschäftsleute die Finger danach ablecken, sich in einem solchen Objekt einmieten zu können? Wäre die umgestaltete und wiederauferstandene OASE nicht für viele Menschen eine wirkliche „Oase“ für Leben und Arbeiten? Geradezu ein Paradies der kurzen Wege und der guten Verkehrsanbindung?

Man denke gar nicht erst weiter darüber nach. Man male sich gar nicht erst aus, wie viele Vorteile es hätte, in einem solchem Ensemble wohnen oder wirken zu können. Denn die Stadt Essen – der „Konzern Stadt Essen“ – hatte solche Vorstellungen nicht, solche „Visionen“, wie man ein Lebens- und Arbeitsumfeld attraktiv und nutzbringend für alle Teile gestalten könnte. Vielleicht würde man von einem „Leuchtturmprojekt“ reden, wenn irgendeiner trockenen Beamtenseele eine entsprechende Idee gekommen wäre und sie andere Seelen auch in der Politik hätte mitreißen können. Vielleicht hätte man sogar den PR-trächtigen Begriff „Oase-Residenz“ dafür geprägt. Eigentlich wären dadurch beiläufig die Umfrage-Wunschkandidaten Kita, Studentenwohnheim und Supermarkt berücksichtigt worden, wenn auch in einem umfassenderen Rahmen.

Das alles gab es aber nicht. Und weil das, was nicht aus dem Rathaus auf die Bürger losgelassen wird, nichts taugen kann, ignoriert werden darf und dem, was man vielleicht mehr insgeheim plant, nur im Wege stehen würde, wird man schon etwas finden, sobald dem Geld, das durch unzulängliches Management verloren wurde, erst auch noch weiteres Geld für den Abriss eines modernen und intakten Bades nachgeworfen ist.

Dann werden sich irgendwelche Leute auf die Schultern klopfen und in die Hände spucken, um Probleme mit maroden und teils vergifteten Bädern anzupacken. Man übt ja noch; Oberbürgermeister Paß: „Der Umgang mit der „Oase“ wird beispielgebend sein.
(HIER nachzulesen...)
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