Den Rasen bitte nicht betreten!

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Hier röhrt der Hirsch... "Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten". (Foto: Jochen Tack)

"Den Rasen bitte nicht betreten!" - So wurde ich von der etwas grantigen Aufsicht, die zugleich kaffeeschlürfend ihre Runde drehte, in der Ausstellung "Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten" angeraunzt. Willkommen in der lang ersehnten Sonderausstellung anlässlich der Ernennung Essens zur "Grünen Hauptstadt Europas - Essen 2017", die am Wochenende auf Zollverein eröffnet wurde.

Der Rasen ist übrigens, so viel sei zum Verständnis erklärt, aus Kunststoff und ziert weite Teile der Halle 5 des UNESCO-Welterbes. Ebenso wie zahlreiche ausgestopfte Tiere und hölzerne Tulpen, die akribisch in den Kunstrasen gerammt wurden...
Das also ist die Ausstellung, die tags zuvor noch feierlich eröffnet und von den Offiziellen in höchsten Tönen gelobt wurde.
Meine ganz persönliche Meinung: Ich hatte mehr erwartet, lieber Professor Heinrich Theodor Grütter nebst umfangreichem Team.
Die Ausstellungshalle ist viel zu klein gewählt für das Thema, die Exponate zum Teil in Ecken gequetscht und lieblos in Zwischenräume gepresst. Schade.
Dabei ist ein Teil der rund 650 Exponate tatsächlich äußerst sehenswert. Wie zum Beispiel historische Postkarten aus der Sammlung des Heimatforschers Robert Welzel, lustige Gartenzwerge aus den Essener Kleingärten, Parkskulpturen und besonders die 3D-Präsentation mit sehenswerten stereoskopischen Luftbildern und seltenen schwarz-weiß Aufnahmen aus den 1920er- und 1930er Jahren im leider viel zu klein geratenen Kinosaal.
Weniger ist eben manchmal mehr. Man hätte sich auch einige Stationen zum Mitmachen gewünscht und Erlebnis-Ecken für Kinder.
So schaut's eher aus nach: Wir mussten was zur Grünen Hauptstadt machen. Hier ist der Kram, der uns spontan in die Hände gefallen ist.
Hunde sind selbstverständlich verboten, wie zeitgleich ein anderer Besucher feststellen musste. Und Anleinen vor der Halle ebenso. Sprich: Trollt Euch. Eine Wasserstation für die Vierbeiner wäre charmant gewesen, gehören sie doch auch zum Grün in der Stadt, ob man nun mag oder nicht.
Wer sich nach so viel Kritik doch lieber einen persönlichen Eindruck von "Grün in der Stadt. Mehr als Parks und Gärten" machen möchte: Die Sonderausstellung ist noch bis zum 27. August geöffnet, montags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist übrigens für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei, alle anderen zahlen, was es Ihnen wert ist.
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