„Ist Luisa hier?“

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Die Mitarbeiterinnen der Distel e.V.: Bia Peitz, Diplom Pädagogin und Beratung für Frauen mit Essstörungen, Luisa Posiert Psychotherapeutin Beratung für Frauen mit Essstörung, Lena Graeser, Psychotherapeutin und Mitarbeiterin des Projektes, Anja Aufermann, Psychotherapeutin. Fotos: Frisch Lena Graeser, Psychotherapeutin und Mitarbeiterin des Projektes in ihrem Büro.
 
Lena Graeser, Psychotherapeutin und Mitarbeiterin des Projektes in ihrem Büro.

„Luisa ist hier“ und damit bist du nicht alleine! Das ist die Botschaft, die der Distel e.V. mit seinem Sitz auf der Julienstraße 26 in Rüttenscheid sendet. Dabei handelt es sich um eine psychologische Beratungsstelle für Frauen in allen Lebenslagen. Nun startet der Verein ein neues Projekt zur Prävention von sexualisierte Gewalt.

Als Frau alleine in der Dunkelheit nach Hause gehen. Für einen Großteil unter dem weiblichen Geschlecht immer noch kaum vorzustellen und wenn dann nur mit Angst und Pfefferspray. Schon früh wurden Frauen sozialisiert, Nachts nicht ohne Begleitung durch die Straßen zu geistern. „Dabei sind die jungen Männer besonders gefährdet überfallen oder angegriffen zu werden“, argumentiert Bia Peitz, Diplom Pädagogin und Beraterin beim Distel e.V.. Damit Frau sich freier bewegen kann und es nicht länger ein Tabuthema ist, haben Lena Graeser und Michaela Düppel, Psychotherapeutinnen und Mitarbeiterinnen des Projektes beim Distel e.V., die Kampagne nach Essen geholt. "Eigentlich kommt die Idee aus England. Der Frauen-Notruf in Münster hat die Kampagne in Deutschland gestartet. Das gab uns Anlass das Projekt nach Essen zu bringen", sagt Graeser.

Ist Luisa hier

In Clubs, Bars und Kneipen komme es immer wieder zu Situationen, in denen sich Frauen sexuell belästigt fühlen. "Luise ist hier" ist ein Angebot für Frauen in der Kneipen –und Barszene. Mit der Frage „Ist Luisa hier?“ können sich Frauen ans Personal wenden und bekommen unmittelbar Hilfe. Das Personal ist geschult und kann diskreten Schutz bieten. Sie entscheidet selbst, welche Hilfemöglichkeit sie in Anspruch nehmen will, z.B. ein Taxi oder eine Freundinnen anrufen. Laut Bia Peitz, Diplom Pädagogin und Beraterin, kommen die Frauen so in einen geschützten Raum. Für Pfefferspray sei sie allerdings nicht. „Es geht darum den Raum von Frauen zu erweitern und nicht einzuschränken“, argumentiert sie.
Mittlerweile habe Graeser und Düppel einen Großteil der Bars- und Kneipenszene in Rüttenscheid abgeklappert und die Mitarbeiter geschult. Dabei seien die meisten kooperationsbereit gewesen sowie froh geschult zu werden, sagt die Projektmitarbeiterin. Nun möchten die Psychotherapeutinnen auch in anderen Stadtteilen von Essen ihre Kampagne ausweiten.
Bei dem Projekt sei neben der Präventionsarbeit auch wichtig "die Schwelle für Betroffene zu senken, damit sie sich trauen Menschen anzusprechen", erklärt Aufermann.
"Viele Frauen haben nach einer Vergewaltigung oder anderer sexualisierter Gewalt häufig zeitnah Redebedarf", betont Graeser.

Die Sprechstunde

"Deswegen haben wir eine Sprechstunde eingerichtet." Dadurch können sich Betroffene, Bezugspersonen oder auch Lehrer an uns wenden. Laut den Psychotherapeutinnen würden manche Frauen unsicher sein und nicht wissen, ob das was ihnen wiederfahren ist, bereits unter sexualisierte Gewalt fällt. "Wir beantworten Fragen und beraten zu Behandlungsmöglichkeiten, Anzeigeverfahren und Opferentschädigung", sagt Graeser. Allgemein sei die Nachfrage nach Therapien in Essen hoch, wobei die Psychotherapieversorgung zu gering ausfällt. Durch die Sprechstunde können Frauen bis zu einem Therapiebeginn die Zwischenzeit unter Betreuung überbrücken.
Das Angebot bietet sich nicht nur an Frauen die sexualisierte Gewalt erfahren haben, sondern auch bei Essstörungen, Trennungen, Problemen im Beruf oder anderen Lebenskrisen. 

Info:

Für weitere Informationen und um einen Termin für die Sprechstunde auszumachen, wenden Sie sich telefonisch an die 776777 oder per Mail an info@distel-ev.de Info:
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