„Max und Moritz“ trifft „Parusie“

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Locker bei der Sache: Maike (11) und der Kirchenmusiker Martin Sieland.
 
Nicht nur Singen, sondern auch Instrumentenbildung mit Percissions steht auf dem Programm.
Der Kinderchor an der Markuskirche stellt sich vor



Für Kinder ab dem Grundschulalter, die Spass am Singen und Musizieren haben, sollte das wohl der beste Platz sein: Das Gemeindehaus der Markuskirche samt dem Kirchenmusiker Martin Sieland. Dort können die Kinder nämlich nicht nur stimmlich etwas lernen, sondern auch auf anderen Musikinstrumenten etwas über Musik erfahren.

Die Probe startet sehr locker: Zuerst geht es um physische Aufwärmübungen. Man springt kurz auf der Stelle, lässt dann die Unterarme pendeln und schwingt sie mal in die eine, mal in die andere Richtung. Dann lässt jeder den Körper fallen und richtet sich Wirbel für Wirbel wieder auf.
„Was auf den ersten Blick an Gymnastik erinnert, dient eigentlich der Muskelentspannung“, erklärt Martin Sieland. „Diese sollten auch beim Singen entspannt sein.“
Weiter geht es mit Artikulationslauten für die Aussprache. „F-S-Sch“- und „P-T-K“-Laute lockern die Mundmuskeln und bereiten auf die Punktierungen in den Liedern vor.
Nach der kleinen Aufwärmphase, die wirklich nur ein paar Minuten dauert, setzt sich Sieland ans Klavier. Die Kinder holen sich jeweils einen Stuhl und setzen sich daneben. Da nicht so viele Teilnehmer da sind, macht es wenig Sinn sich, wie bei großen Chören, im Halbkreis vor dem Instrument aufzubauen.

Proben sind kindgerecht und locker

„Hier können sich die Kinder aussuchen, was sie gerne singen möchten“, betont Sieland. „Wir singen vor allem kirchliche Lieder, wenn aber mal ein Kind etwas anderes singen will, kann es sich gerne von zu Hause zum Beispiel die Noten mitbringen und wir thematisieren das dann in der Probe. Hauptsache ist, dass sie gerne hier sind und mit Spass bei der Sache.“
Nach einem Stück fragt der Musiklehrer schon mal, ob ihm jemand sagen kann, in welcher Tonart das Stück geschrieben ist. Klar gibt es dabei kleine Hilfestellungen: Wenn zum Beispiel keine „Kreuzchen“ und „B-Chen“ über der ersten Note stehen, sprich keine Vorzeichen zu finden sind, dann handelt es sich um „C-Dur“.
„Ich bin gerne hier in der Probe“, erklärt Maike (11). „Hier singen wir nicht nur, sondern bewegen und auch mal zu bestimmten Liedern. Da ich auch beim Ballett bin, finde ich das toll. Und weil ich zusätzlich noch ein Instrument spiele, hilft mir das auch.“
Nach etwa der Hälfte der Zeit geht’s zu den Percussions. Da darf sich dann jeder ein Instrument aussuchen und gemeinsam wird ein Rhythmus kreiert. Das kann sich dann zwar etwas chaotisch anhören, aber wenn dann der gemeinsame Nenner erreicht ist, klingt es doch ganz ordentlich nach Musik.
„Ich bin davon überzeugt, dass jeder singen kann“, betont Sieland. „Es kommt darauf an, wie viel geübt wird und wie viel Interesse beim Einzelnen in dieser Richtung liegt. Mir ist es wichtig, dass ich den Kindern ein bisschen Musik vermitteln kann, auch was die Notengebung und basisches Musikwissen angeht.“

Musik in jungen Jahren begünstigt das Gehör

In noch so jungen Jahren gibt es keinen Unterschied bei den Stimmlagen, alle sind Sopranisten. Bei den Jungs entscheidet sich erst nach dem Stimmbruch in welcher Stimme sie zukünftig singen.
Derzeit wird fleißig für das anstehende Sommerfest in der Gemeinde geprobt.
„Auch in der Kirche bei Gottesdiensten treten wir auf. Allerdings wäre es da sehr toll, wenn wir noch Verstärkung bekommen könnten, denn in der Gruppe singt es sich doch entspannter vor großem Publikum“, so Sieland.
Selbst studierte Martin Sieland an der Folkwang Musikhochschule auf Lehramt. Schon als kleiner Junge hat er sich sehr für Musik begeistert, komponierte früh selbst und hat seine Begeisterung für die Musik bis heute nicht verloren.
„Ich finde, dass es einen Vorteil bringt, wenn Kinder schon in jungen Jahren Musik mitbekommen“, erklärt er. „Man hört anders und wenn man weiß was man hört, entwickelt man ein anderes Gefühl zum Gehörten. Dabei bin ich davon überzeugt, dass die richtige Mischung wichtig ist. Dann nämlich kann jeder seinen eigenen Stil finden.“
Geprobt wird jeden Mittwoch von 16.30-17.15 Uhr im Gemeindehaus der Markuskirche im Postreitweg 86. Jeder ist dazu herzlich eingeladen, sollte aber am besten schon lesen können, da mit Noten gearbeitet wird. Musikalische Vorkenntnisse in jeglicher Form sind nicht erforderlich.
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