Wer sind die Feuerteufel? Rätselhafte Brandserie in Frohnhausen

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Durch den schnellen Einsatz von Feuerwehr und Polizei - wie hier nach einem Brand im Mehrfamilienhaus, Frohnhauser Straße - kann oft Schlimmes verhindert werden. (Foto: Archiv, Schattberg)

Großalarm in Frohnhausen. Am Samstagabend, 12. August, gegen 19.45 Uhr rückten Feuerwehr und Polizei aus. Der Grund: Erneut brannte ein Keller in der Gervinusstraße. Das kleine Feuer im Papiercontainer war schnell gelöscht. Doch diesmal beließ man es nicht bei einer normalen Ermittlung, sondern fahndete intensiv mit zwölf Streifenwagen im Stadtgebiet.

Was war geschehen? Warum dieser massive Einsatz der Polizei? „Wir hatten Anfang des Jahres schon Fälle in der Gervinusstraße“, blickt Christoph Wickhorst, Pressesprecher der Polizei Essen, zurück. „Den ersten am 27. Januar und zwei im Februar“, zählt er auf. Auch brannte es in Frohnhausen „im April und zwei Mal im Mai.“ Mit den aktuellen Brandstiftungen im August, kommt man insgesamt auf neun Fälle. Denn am 3. August, um 2.15 Uhr, und am 11. August, um 1.50 Uhr, kam es zu Kellerbränden in der Niebuhrstraße 50 und 52. Zudem registrierte man desöfteren kleinere Papierkorbbrände im Stadtteil.
Kein Frage, die Polizei steht vor einer großen Aufgabe. Ist ein Serien-Brandstifter unterwegs oder sind es mehrere Einzeltäter? „Wir haben Verdächtige im Visier, die damit in Verbindung gebracht werden könnten“, drückt sich Wickhorst vorsichtig aus. Man prüfe die Arten der Brände und die Zusammenhänge der einzelnen Fälle. Für die Papierkorbbrände kämen auch Kinder und Jugendliche in Frage. Es sehe nicht danach aus, dass ein alleiniger Serien-Brandstifter durch Frohnhausen zöge. Dagegen spreche zum Beispiel, dass sich die Täter für einige Brandlegungen zunächst einmal hätten Zugang zu den Kellerräumen verschaffen müssen.
Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Für die Sonderermittlung ist ein Sachbearbeiter für alle Brandfälle in Frohnhausen und Zeugenaussagen zuständig. Alle Fäden laufen bei ihm zusammen, so kann er Zusammenhänge schneller erkennen.
„Wir sind auf Zeugen angewiesen“, sagt Wickhorst. Alles, was einem Stunden vor den Fällen oder danach seltsam vorkam, könne wichtig sein. Zeugen sollten sich unter 0201/ 8290 (24 Stunden) melden. Aber Achtung: In Notfällen, wenn gerade etwas passiert, muss man die 110 wählen.

Bisher Glück gehabt

Bisher war es Glück, dass niemand verletzt wurde. Oft kam es aber zu starker Rauchentwicklung in den Treppenräumen. Die Feuerwehr ging mit einem Trupp unter Atemschutz zur Brandbekämpfung vor. Im Anschluss mussten die Räume mittels Überdruckbelüftung vom Rauch befreit werden. Im Februar rettete die Feuerwehr zwei Katzen.

Wikipedia:"Der Begriff Pyromanie (von altgriechisch πῦρ pyr „Feuer“ und μανία maníā „Raserei, Wut ‚Wahnsinn“) bezeichnet die pathologische Brandstiftung und wurde im frühen 19. Jahrhundert geprägt, siehe dazu auch Monomanie. Betroffene Personen verspüren den Drang, Feuer zu legen und beziehen aus der Tat Befriedigung."
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