Ein Fest für Toleranz - Gemeindefest in Frohnhausen

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Howlin‘ Horst ist vom Veranstalter Pfarrer Sonnenberg nicht zu bremsen. (Foto: Michael Gohl / West Anzeiger Essen)
Essen: Apostelkirche |

Rund um die Apostelkirche wird am 30. August ein Gemeinde- und Bürgerfest unter dem Motto „Ein Fest für Toleranz - Nehmt einander an!“ veranstaltet. „Das Fest findet nun schon zum dritten Mal unter diesem Motto statt“, wie Pastor Sonnenberg berichtet und es sei schließlich auch ein sehr aktuelles Thema angesichts der Flüchtlinge.

Daher kommt der Erlös des Gemeinde- und Bürgerfestes der Flüchtlingsarbeit der Gemeinde zugute.
Pastor Sonnenberg erzählt zudem von dem Projekt, welches in Planung sei, denn im Aposteljugendhaus soll eine Wohnung für eine Flüchtlingsfamilie hergerichtet werden.
Es wird ein großes Familienfest werden und es ist für jeden etwas dabei, denn Pastor Sonnenberg wünscht sich, dass es ein Fest für alle Nationen und Generationen wird.
Doch der wohl größte Wunsch des Pastors lautet „schönes Wetter!“.
Gestartet wird das Fest mit einem Familiengottesdienst zum Thema „Nehmt einander an!“. Dieser findet um 10.45 Uhr in der Apostelkirche statt.
Danach beginnt ein abwechslungsreiches Programm mit Musik, Tanz und Spiel.
Auch für die Kleinen gibt es viel Spaß: eine große Hüpfburg am Gänsereiterbrunnen und ein Schminkstand.
Außerdem ist für das leibliche Wohl, in Form von Büffets, selbstverständlich auch gesorgt.
Wer gerne helfen möchte kann einen Kuchen, Salat und vieles mehr spenden.
Diese können bis Samstag, 29. August, bis 13 Uhr im Café Forum der Apostelkirche abgegeben werden.
Wer sich gerne auf diesem Fest informieren möchte, kann dies auch gerne an den Ständen tun, denn es präsentieren sich unteranderem die Diakonie, der Apostelladen, das Familienzentrum, das Seniorenzentrum Frohnhausen, Eine Welt, der Achilles-Verein, u.v.m.
Das Highlight dieser Veranstaltung stellt der Film der Premiere des Theaterstücks „Howlin‘ Horst meets Charles Bukowski“ dar.
Die Uraufführung fand in der Frohnhauser Apostel-Notkirche am 19. Juni statt.
Howlin‘ Horst hält selbst bemitleidenden Jugendlichen schon mal eine Standpauke oder philosophiert beim Aufstehen darüber, wie man sich fit hält.
Zum Inhalt des Stücks:
In der Apostel-Notkirche ist Horst eigentlich nur ein Zaungast, denn der legendäre Schriftsteller Charles Bukowski (Andy Hantkiewicz) soll hier eine Dichterlesung halten. Doch der ist bereits ziemlich alkoholtod und muss erst auf allgemeinen Beschluss höherer Mächte zurück in die irdischen Versuchungen geholt werden. Am Ende hat auch Bukowski ein Einsehen, trinkt nur noch Milch und schleppt die blonde Diakonisse ab. Die wird gespielt von Frank Hilpert mit Perücke, der auch schon mal singt und ansonsten sehr überzeugend als Tod auf der Bühne sein (Un-)Wesen treibt. Für die johlenden Zuschauer hat es auf jeden Fall hohen Unterhaltungswert, nicht nur weil viele Horst Burchardt seit Jahrzehnten kennen. Der „älteste Bluesman aus dem Kohlenpott“ war langjährig Leiter im Aposteljugendhaus und gilt in Essen als Vorreiter und Urgestein der offenen Jugendarbeit.
Pfarrer Werner Sonnenberg spielt den Veranstalter mit viel Selbstironie. Er hat Mühe mit dem so gar nicht vornehmen Dichtergast, den er interviewen soll und mit Horst, der ohne Punkt und Komma predigt und sich kaum von der Bühne schieben lässt. Da werden durchaus Erinnerungen wach, dass die offene Jugendarbeit nicht immer jedermanns Sache war und es vieler engagierter Unterstützer bedurfte, sie im Stadtteil zu etablieren.
Geboren 1931, schildert Horst eindringlich seine eigenen Jugenderfahrungen in der NS-Zeit.
Zwischen manchem Klamauk wird es da ganz still im Saal. Denn dieses „Bluesical“ hat auch Tiefe und berührt bis ins Mark. Das ist nicht nur der dichten und einfallsreichen Inszenierung zu danken (Regie Sarah Brock), sondern auch dem ausgeprägt literarischen Textbuch (Horst Burchardt, redaktionelle Überarbeitung Patrick Palamidas). Mitreißende Musikeinlagen (unterstützt von Multiinstrumentalist Pinky Baumann) tragen das Publikum flott durch eine skurrile Welt, in der ein Erzengel Gabriel (einfliegend Sarah Brock) den Liebesgott Amor (Patrick Palamidas) mehr oder minder erfolgreich vom Trinken abhält. Sonst käme am Ende ja auch nicht viel rum bei der Liebe, die natürlich nicht fehlen darf.
Dieses mitreißende Stück wird am 16. Oktober um 19.30 Uhr nochmals aufgeführt. Der Eintritt kostet sieben Euro.
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