Multiplayer-Mahlzeit

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Leckeres Essen en masse: Im Kochprojekt "Multiplayer-Mahlzeit" kochten Kinder und Jugendliche mit und ohne Handicap Seite an Seite. (Foto: privat)
 
Burger und Pommes waren nur ein Leibgericht, das sich die Jugendlichen gemeinsam ausgesucht hatten. (Foto: privat)
Kochprojekt für Jugendliche mit und ohne Behinderung



Kompetenzen. Dieses Wort begegnet im Alltag immer wieder, es scheint wichtig zu sein und unter anderem einen sozialen Aspekt in den Vordergrund zu stellen. Auch dem Aposteljugendhaus liegt diese Vermittlung am Herzen, was zu einem speziellen Projekt geführt hat.


„Multiplayer-Mahlzeit“ hieß das wöchentlich stattfindenden Kochprojekt, initiiert und durchgeführt von Uwe Roth, Lydia Kellermanns sowie den studentischen Hilfskräften Patrick Lindackers und Linda Trampenau. Gefördert wurde die Veranstaltung von der Aktion Mensch.

Kochaktion fördert Toleranz und beugt Ausgrenzung vor

„Das Kochprojekt ist ein integratives Angebot für Kinder und Jugendliche mit und ohne Handicap“, erklärt Roth. „Dabei sollten durch die wöchentlichen Kochaktionen die Gruppen im Haus stärker vernetzt und das Gemeinschaftsgefühl gestärkt werden, um so Ausgrenzungen und Diskriminierung entgegenzuwirken.“ Die Kompetenzen, die dabei dann im Vordergrund standen sind Team- und Konfliktfähigkeit, das Treffen von eigenständigen und demokratischen Entscheidungen, wodurch sich das Gemeinwohl verbessert und ein Bewusstsein für Toleranz und Akzeptanz geschaffen wurde.
Und eben weil es eine Freizeitgestaltung für Kinder und Jugendliche war, durften diese auch bestimmen, was auf den Tisch kommt und welche Regeln aufgestellt werden.
„Den Teilnehmern war zum Beispiel wichtig, dass nicht mehr als 12 Personen an einem Abend mitmachen, dass keiner am Esstisch mit seinem Handy spielt oder dass nicht getrennt gegessen wird, sprich dass man gemeinsam beginnt und auch wartet, bis jeder fertig ist“, so Roth weiter. Zum Thema Regeln wurden sogar zwei große Blätter erstellt, dass jeder nochmals nachlesen kann, was der Gruppe wichtig ist.
Eine Art Kochgruppe gab es zwar schon vorher im offenen Ganztag, aber das war meist relativ chaotisch. Im Gegensatz dazu lief die „Multiplayer-Mahlzeit“ extrem gut und die Teilnehmer sind immer wieder sehr gerne hingekommen.

Gekocht wurde Querbeet

Gekocht wurden immer zwei Gerichte: Eine Haupt- und eine Vor- oder Nachspeise. „Wir haben unseren Kochabend immer nach dem gleichen Muster ablaufen lassen“, erklärt Fabien (16). „Zuerst wurde der Aufgabenbereich verteilt. Es wurde bestimmt, wer einkaufen geht, wer den Tisch deckt oder den Abwasch macht. Natürlich hat sich das immer gewechselt, weil manche Aufgaben beliebter waren als andere, wie zum Beispiel das Einkaufen. Sonst wäre das ja unfair gewesen.“ Manche Kinder und Jugendlichen kochen zu Hause zwar auch gerne, aber in der Gruppe würde es doch noch viel mehr Spass machen.
Am besten war jedoch, dass sich die Köche das Gericht aussuchen durften, das sie essen wollten.
„Das ging dann ziemlich Querbeet“, erzählt Chantal (16). „Es gab Pommes und Burger, viel Gemüse oder Sushi, das genauso wie im Laden war. Auch Schokoladenfrüchte, Suppe, Gyros oder Flammkuchen stand auf dem Speiseplan. Wir haben dafür sogar eine Whapps-App-Gruppe gegründet.“
Nach dem Essen, wenn noch Zeit blieb, konnten die Jugendlichen entweder nach Hause gehen oder aber noch zusammen etwas machen, wie Billard spielen.
Was ihnen jedoch mitunter am besten an dem Kochprojekt gefallen hat war, dass sie sehr viel mitbestimmen durften, viel Eigeninitiative verlangt wurde und jeder sich daran beteiligen konnte.
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