Totgeglaubte leben länger

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  Elvis lebt – Das ist schon seit jeher das Credo überzeugter Elvisfans. So etwas verrücktes traut man eigentlich nur Amerikanern zu, aber dieses Mal ist es auch nach Deutschland geschwappt. Genauer gesagt nach Essen Altendorf, wo die Fanzentrale des „Elvis-lebt-Fanclubs“ sitzt und zwei Damen, zum Leidwesen ihrer Mitmenschen, beständig nach dem „lebenden“ Beweis ihres Idols suchen.
Was sich sehr verschroben anhört ist auch so: Und das will die Laienspielgruppe Altendorf nutzen, um einem möglichst breiten Publikum einen lustigen Abend zu bereiten.
„In diesem Jahr haben wir uns für die Komödie „Elvis für Fortgeschrittene“ von Jennifer Hülser entschieden. Wir finden die Geschichte richtig lustig und denken, dass das auch bei unseren Zuschauern gut ankommen wird“, meint Thomas Rönn, der dieses Mal Hannes Peters, einen Pantoffelheld, wie er im Buche steht, verkörpert.
Seit nunmehr 23 Jahren gibt es die Laienspielgruppe jetzt schon. Und ans Aufhören ist noch lange nicht zu denken, so Stefanie Hilgert, die eine der beiden Damen spielt, die felsenfest davon überzeugt sind, dass Elvis noch lebt. „Es macht unglaublichen Spass, sich auf der Bühne und vor Publikum zum Lerry zu machen. Wir tanzen, strippen, küssen andere Männer und bringen Freunde um. Wem würde das nicht gefallen?“, schmunzelt Hilgert. „Im letzten Jahr haben wir auch zum ersten Mal das Publikum mit einbezogen. Das ist auch sehr gut angekommen und die Leute haben super mitgemacht.“ Klar ist, dass sich die Formation in 23 Jahren ändert. Aber immerhin sind noch vier Urgesteine in der aktuellen Formation mit von der Partie.
Betrachtet man den Raum und vor allem die Bühne des Geschehens genauer, fällt schnell auf, dass diese nicht so unglaubliche viel Platz hergibt. „Das sehen wir als eine Herausforderung“, meint Michael Hilgert. „Wir haben eine kleine Bühne, eine noch kleinere Umkleide, in der man sich auch mal komplett umziehen muss und nur acht Minuten Zeit hat, aber das gehört dazu. Unser Publikum weiß, was wir alles für es tun“, scherzt Hilgert.
Und das ist zu sehen: Die Laienspielgruppe Altendorf hat ein großes Stammpublikum, sogar mit Gruppen, die extra aus Stuttgart oder vom Niederrhein angereist kommen. Mit einem Stück kommen sie auf um die 650 Zuschauer und fast alle Vorstellungen sind meist ausverkauft.
„Wir sind sehr froh darüber, dass wir so treue Fans haben. Vor allem auch deshalb, weil wir uns ausschließlich über Spenden finanzieren. Unsere Kostüme zum Beispiel sind teils Klamotten von zu Hause, die wir nach Bedarf „umbauen“. Diese werden dann behalten und vielleicht kann man sie in einem anderen Stück nochmals verwenden“, so Rönn weiter.
Die gespielten Stücke werden von der Gruppe nicht selbst verfasst, sondern bei Theaterverlagen gekauft: „Wir bestellen uns Anfang des Jahres mehrere Textbücher, heute meist als PDFs, und schauen durch, was uns am meisten zusagt. Den Sieger sozusagen, erwerben wir dann, wobei wir uns aber vorbehalten Inhalte zu ändern und etwas dazu zu dichten. So wie wir meinen, dass das Stück dadurch noch besser wird“, meint Rönn.
Der Gruppe ist es wichtig Handlungen in die eigene Gegend zu verlagern, sprich nach Altendorf. Lokale Schönheiten sollen so immer mit einbezogen und ein Lokalklorit erzeugt werden.
Die Rollenverteilung erfolgt dann nach dem Prinzip des besten Formats: Wer auf einen Charakter oder Rolle am besten passt, bekommt sie. Geprobt wird jeden Montag im Marienheim.
Die Premiere des neuen Stücks „Elvis für Fortgeschrittene“ ist am 9. November um 17 Uhr im Marienheim, Schmitzstraße 8. Weitere Termine sind der 16. / 23. / 30. November ebenfalls um 17 Uhr, sowie am 22. November um 19:30 Uhr. Der Eintritt ist frei.
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