Ihr Revier ist die Rennstrecke

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Bärbel Plutta bei der Ladies Trophy am Hungaro Ring. Hier ist äußerste Konzentration gefragt! Foto: Fiala/Numinarace
 
Sind ein eingespieltes Team: Kay Leeuw, der bei allen Fragen und Umbauten rund um Motorräder hilft und Bärbel Plutta. Beide starten auch für das MKL Racing-Team. Foto: Gohl

Man sollte meinen, Motorradrennen sind nur etwas für gestandene Männer. Eines Besseren belehrt uns Bärbel Plutta. Die zierliche Frau geht für das MKL Racing-Team an den Start. Und fährt mit eigens dafür ausgestatteten Motorrädern bis an die Spitze.

Von Mai bis September ist die heiße Phase im Motorradsport. Denn dann ist das Wetter gut und man kann -ob Mann oder Frau- an verschiedenen Motorradrennen teilnehmen (auch international). Bärbel Plutta ist genauso wie ihr Mann leidenschaftliche Rennfahrerin und gehört mit zum MKL Racing-Team von Kay Leeuw aus Essen-Altendorf.
Stolz berichtet Plutta: „In den letzten zwei Jahren bin ich bei der Ladies Trophy mitgefahren. Im ersten Jahr landete ich in der Jahresgesamtwertung auf Platz sechs, im zweiten auf Platz fünf.“
Dass so ein Rennen den Fahrern einiges abverlangt, kann man sich denken. Es ist und bleibt ein Risikosport, für den man hart arbeiten muss. „Ohne Ausdauer-, Kraft- und Fitnesstraining geht beim Motorradrennen nichts“, berichtet auch Kay Leeuw. Er selber ist Inhaber des Motorradmeisterbetriebs an der Helenenstraße 51 und macht neben seiner Tätigkeit als Rennfahrer die Motorräder des Teams renntauglich. Auch Bärbel Plutta vertraut auf Leeuws Know-How.

Bis zu 270 Stundenkilometer fahren die Motorräder


„Ich bin ein richtiger Adrenalinjunkie“, berichtet Plutta fröhlich. Und das muss sie auch sein, erreichen die Rennfahrer doch Spitzengeschwindigkeiten von 260 bis 270 Stundenkilometern. Der Reiz sei vor allem das Kurvenfahren. Die im Vergleich zum Körpergewicht schwere Maschine auch bei kurvenreicher Strecke auf Kurs zu halten erfordert nicht nur Können, sondern größte Konzentration. „Wenn man eine Sekunde einmal nicht aufpasst, kann schon alles vorbei sein“, weiß Plutta. Besonders gefährlich ist auch der Start, denn am Anfang des Rennens sei das Feld sehr nah beieinander. Das bestätigt auch Kay Leeuw.
„Auch wenn ich den Start sehr mag, ist es bei den Männern bei 40 bis 50 Rennteilnehmern in der ersten Kurve schon etwas eng“, verdeutlicht er. Da haben es die Frauen mit meistens 10 bis 12 Teilnehmerinnen etwas leichter. Bei einem Langstreckenrennen von zwei oder vier Stunden wird immer im Team gefahren, denn niemand schafft es bei den Geschwindigkeiten und körperlichen Herausforderungen zwei Stunden am Stück durchzufahren. „In der Regel fährt man zwanzig Minuten, dann ist der nächste dran“, erklärt Plutta. Viel Wasser verliert sie beim Rennen, manchmal seien es bis zu zwei Kilogramm Körpergewicht. „Das macht aber nichts. An erster Stelle steht der Spaß an der Sache“, jubelt die Motorradfahrerin.

Aufregung vor einem Rennen ist normal


Natürlich ist sie aufgeregt vor einem Rennen. „Wenn man in der Startaufstellung steht, kann man es kaum erwarten, bis es los geht!“ Ein wenig Anspannung ist eben immer dabei, aber das Rennen fordere volle Konzentration.
Im Prinzip kann man mit jedem Motorrad an Rennen teilnehmen. Doch wer ernsthaft beabsichtigt auf die vorderen Plätze zu kommen, der muss seine Maschine schon verändern, oder gar eine richtige Rennmaschine erwerben.
Der Spezialist in diesem Fall ist Leeuw. Er weiß: „ein Auspuff kann gut und gerne schonmal zehn Kilo wiegen. Den sollte man vor einem Rennen unbedingt austauschen.“ Ein Sportmotorrad ist von Haus aus leichter, hat ein anderes Fahrwerk, andere Bremsen und eine leichtere Auspuffanlage. Auch gibt es Bremsbeläge, die extra für Rennen gedacht sind. Die Scheinwerfer werden oft demontiert, denn Rennmaschinen fährt man nicht auf einer normalen Straße.
Ganz so günstig ist das Hobby der beiden allerdings nicht. Wer ein normales Motorrad zur Rennmaschine umbauen lassen möchte, zahlt gut und gerne schonmal 4.000 Euro. Aber auch hier weiß Leeuw Rat. „Wer nur mal ausprobieren möchte, ob dieser Sport etwas für einen ist, der kann dies auch ohne Rennmaschine tun.“ So kann man einzelne Teile auch nach und nach tauschen. Unbedingt Pflicht ist aber eine gute Versicherung. Eine speziele Rennstreckenunfall- und -Haftpflicht ist empfehlenswert.

Die Sicherheit geht vor


„Ein normales Rennen hat ca. zwölf Runden. Bei einer Drei-Tages-Veranstaltung muss man schonmal zwei Sätze Reifen austauschen“ so Leeuw. Ein Satz Rennreifen liegt bei 300 Euro. Dazu kommen noch Verpflegung und Unterkunft. Doch lieber wird an der Fahrerunterkunft gespart, als an der Ausstattung der Motorräder, denn Sicherheit geht vor!
„Wenn die Reifen in der Haftung nachlassen, müssen sie ersetzt werden. Das wäre sonst viel zu gefährlich“, betont Leeuw. Neben dem Rennenfahren reizt die Adrenalinjunkies aber auch die Gemeinschaft vor, während und nach den Rennen.

Besonders schön ist das Beisammensein vor oder nach einem Rennen


„Bei einem Zwei-h-Rennen arbeitet man immer im Team, hat meist fliegenden Fahrerwechsel. Das geht gar nicht anders als in Teamarbeit.“ Rund zehn Sekunden verbleiben den Fahren in der „Box“, für Auftanken, Fahrer- und Zeituhrwechsel. Kommt ein Rennfahrer herein, stehen mindestens vier Mann bereit und erwarten ihn. Denn verschenken möchte niemand die wertvollen Sekunden, die im Nachhinein über den Sieg entscheiden können.
Nach den Rennen wird zusammen gefeiert, man lässt den Tag beim Grillen gemeinsam ausklingen. So haben sich schon viele Freundschaften entwickelt. Wer auch Interesse daran hat, einmal bei einem Rennen mitzufahren, der meldet sich bei Kay Leeuw unter: 49 59 885.
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