Fotografie - Von der Lichtplatte zum Rollfilm

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Die Handhabung ist für heutige Maßstäbe gewöhnungsbedürftig, aber Museumsleiter Rainer Ströwer weiß, wie man die historische Balgenkamera auslöst.
Fröndenberg/Ruhr: Bahnhof Fröndenberg | An einen Blasebalg erinnert der faltige Einschub einer alten Kamera, die auf einem Stativ im Heimatmuseum die Blicke auf sich zieht. Um 100 Jahre ist das Modell alt und markiert eine Zeitenwende in der Fotografie – Es war eines der letzten Modell mit Lichtplatten, kurz darauf revolutionierte der Rollfilm die Fotografie und läutete das Zeitalter der Bilder für Jedermann ein.

Denn der Aufwand, mit der Blagenkamera sehenswerte Ablichtungen herzustellen war relativ groß. Seit der zeichnerischen Vorstellung der ersten Balgenkamera durch Baron Séguire im Jahre 1839, dem Ursprungsjahr der “Fotografie”, hatte sich am Grundprinzip nicht viel verändert. Lichtempfindliche, dünne Glasplatten mussten sehr lange belichtet werden, das Motiv war zur absoluten Unbeweglichkeit verpflichtet. Das anschließende Ätzen der Glasscheiben erfolgte in chem. Laboren, die Ergebnisse blieben häufig hinter den Erwartungen zurück, auch wenn Abzüge davon heute als zeittypisch betrachtet werden. Die gut erhaltene Balgenkamera stammt aus dem Fundus des Kellermuseums von Herman Hussmann. Gegenstände zu sammeln, die mehr als 50 Jahre sind, dazu regte ihn einst sein ehemaliger Klassenlehrer und Heimatkundler Franz Lueg an. Der alten Balgenkamera zugörig sind auch einige Stapel an Bildplatten, rund 100 Stück, gekauft in der Marktdrogerie Fröndenberg und entwickelt bei Foto Nolte. Abgebildet sind u.a. Aufmärsche aus der Zeit des Nationalsozialismus. In der heutigen Zeit der digitalen Fotografie ist schwer vorstellbar, für jedes einzelne Motiv eine Glasplatte einzusetzen und auf das ungewisse Ergebnisse viele Tage warten zu müssen ...
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