Heute feiern wir das Erntedankfest ...

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  Fürth: Schröter | Das Erntedankfest (auch Erntedank, Erntefest) ist im Christentum eine traditionelle Feier nach der Ernte im Herbst, bei der die Gläubigen Gott für die Gaben der Ernte danken.

Die römisch-katholische deutsche Bischofskonferenz legte 1972 den ersten Sonntag im Oktober als Festtermin fest, ohne diese Festlegung für alle Gemeinden verbindlich auszusprechen. Offizieller Bestandteil des Kirchenjahres ist das Erntedankfest aber bis heute nicht, d. h. die Gemeinden sind nicht verpflichtet, das Fest zu feiern. „Das heilsgeschichtlich orientierte Jahr der Kirche kennt kein Ernte-Dankfest“.Dennoch ist der Brauch des Dankes für eine gute Ernte seit langem auch in vielen römisch-katholischen Gemeinden üblich geworden, so dass neben Kräuterweihen am 15. August, Quatember, Erstlingsfrüchtesegnung in der römisch-katholischen Kirche die Eucharistie am ersten Oktobersonntag vielfach als „Dank für die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit“ auf dem von Erntedank-Gaben umgebenen Altar gefeiert wird.

Im Bereich der evangelischen Kirchen ergab sich seit 1985 (mit dem In-Kraft-Treten des neuen Perikopenbuchs) eine Änderung. Diese führt dazu, dass der erste Sonntag im Oktober den Gemeinden als Erntedank-Termin empfohlen wird. Auch wenn der 30. September ein Sonntag ist, soll in der Regel am ersten Oktobersonntag gefeiert werden. 2006 wurde durch die beiden Zusammenschlüsse VELKD und UEK in der EKD ein Liturgisches Kalendarium beschlossen, das den Erntedanktag auf den ersten Sonntag nach Michaelis festlegt, wenn das Michaelisfest nicht auf einen Sonnabend fällt. Damit findet er nun immer am ersten Sonntag im Oktober statt, außer im Jahr 2007, wo er am 30. September stattfand.

Die evangelischen Freikirchen feiern das Fest in der Regel am ersten Sonntag nach Michaelis. Die Neuapostolische Kirche begeht in Deutschland am 1. Sonntag im Oktober den Erntedank-Tag.

Mancherorts sind andere Termine üblich. So begehen die Moselgemeinden das Fest nach der Weinlese am zweiten November-Sonntag.

1933 verfügte Adolf Hitler zunächst, dass das Erntedankfest zentral am ersten Sonntag im Oktober gefeiert werden sollte. Mit dem Gesetz über die Feiertage vom 27. Februar 1934 wurde der Erntedanktag am ersten Sonntag nach dem 29. September (Michaelis) gesetzlicher Feiertag. An diesem Tag würdigte das NS-Regime auf der Grundlage der Blut-und-Boden-Ideologie besonders die Bedeutung der Bauernschaft für das Reich. Zentrale Veranstaltung war das Reichserntedankfest, mit dessen Organisation das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda beauftragt war.

Ein in Deutschland weit verbreitetes Lied zu Erntedank ist Wir pflügen und wir streuen von Matthias Claudius.

( der Text steht am Ende dieses Berichtes )

Erntedankumzug 2011 in Clarholz
In vielen Gemeinden Deutschlands finden zwischen Mitte September und Anfang Oktober Festzüge mit Motivwagen, Fußgruppen und Spielmannszügen statt. Dabei wird die Darstellung von (historischen) Erntesituationen angereichert mit Motiven, die an Karnevalsumzüge erinnern. Die für den Wagenschmuck eingesetzten Blumen sind in aller Regel echt.

Bekannte Erntedankumzüge (mit mindestens 50 Gruppen):

Fürth (89 Gruppen)
meine Fotos sind aus dem Umzug 2013

Lied zum Erntedank


„Am Anfang war’s auf Erden noch finster, wüst und leer;
und sollt was sein und werden, mußt es woanders her.
So ist es zugegangen im Anfang, als Gott sprach;
und wie es angefangen, so geht’s noch diesen Tag.

Refrain:
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm dankt, drum dankt ihm dankt
und hofft auf ihn.

Wir pflügen, und wir streuen den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand:
der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf
und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf
Refrain

Er sendet Tau und Regen und Sonn und Mondenschein
und wickelt seinen Segen gar zart und künstlich ein
und bringt ihn dann behende in unser Feld und Brot
es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott.
Refrain

Was nah ist und was ferne, von Gott kommt alles her,
der Strohhalm und die Sterne, das Sandkorn und das Meer.
Von ihm sind Büsch und Blätter und Korn und Obst von ihm
das schöne Frühlingswetter und Schnee und Ungestüm.
Refrain

Er läßt die Sonn aufgehen, er stellt des Mondes Lauf;
er läßt die Winde wehen und tut die Wolken auf.
Er schenkt uns soviel Freude, er macht uns frisch und rot;
er gibt den Kühen Weide und seinen Kindern Brot.
Refrain“
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10 Kommentare
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Paul Scharrenbroich aus Monheim am Rhein | 06.10.2013 | 15:28  
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Luzie Schröter aus Fröndenberg/Ruhr | 06.10.2013 | 15:45  
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Volker H. Glücks aus Neukirchen-Vluyn | 06.10.2013 | 17:07  
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Willi (Wilfried) Proboll aus Kamp-Lintfort | 06.10.2013 | 17:58  
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Luzie Schröter aus Fröndenberg/Ruhr | 06.10.2013 | 18:08  
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Wilma Porsche aus Unna | 06.10.2013 | 19:16  
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Myriam Weskamp aus Castrop-Rauxel | 06.10.2013 | 20:29  
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Thorsten Ottofrickenstein aus Menden (Sauerland) | 07.10.2013 | 00:16  
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Barbara Gebhardt aus Schwerte | 07.10.2013 | 20:37  
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Luzie Schröter aus Fröndenberg/Ruhr | 08.10.2013 | 13:49  
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