Die Katastrophe sagt leise Servus

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Einer der legendären Auftritte in der „Gründerzeit“ war das Konzert vor dem restaurierten Markgrafen auf dem Fröndenberger Marktplatz.
Fröndenberg/Ruhr: Himmelmannpark | „Wir sind fast alle 70 Jahre oder älter. Deshalb war es absehbar, dass das Katastrophenorchester in absehbarer Zeit Schuss machen würde“, klingen Guntram Hemke und Norbert Muczka relativ gefasst.
Denn am Samstag, 6. April, trifft die „älteste Boygroup Deutschlands“, wie sich die Musiker selbst bezeichnen, zum letzten Mal auf.
„Mit Adolf Ulmke haben wir unsere Seele und mit Paul Gersdorf unser Herz verloren“, fasst Hemke, jetzt doch wehmütig, zusammen. „Durch den Tod dieser beiden Gründungsmitglieder war ein großes Stück Identität weggebrochen.“
Die Probleme wären nur nach hinten geschoben worden. Deshalb wurde der Entschluss, auch wenn er schwer fiel, gefasst: „Wir machen Schluss.“
Am 13. März 1990 trafen sich die Stammtischfreunde von Dieter Scholle anlässlich seines 50. Geburtstages und brachten ihm ein Ständchen.
Eigentlich waren bei diesem Auftritt nur vier „richtige“ Musiker vertreten. Paul Gersdorf (Akkordeon), Adolf Ulmke (Sousaphon), Guntram Hemke (Trompete) und Karl-Heinz Haeseler (Posaune), sorgten für den Sound, der Rest, und dies ist kein Witz, bließ auf dem Kamm.
Dem entsprechend war die Darbietung: es hörte sich katastrophal an. Schon war der Name geboren.
Die Idee, mal regelmäßig aufzutreten, wuchs und wuchs.
Nur zwei Monate später wurde auf Adolf Ulmke Sechzigstem ebenfalls gespielt. Und als bei einem gemeinsamen Abstecher nach München eine Straßenband im Frack gesehen wurde, war auch das Outfit geboren. Stilecht mit Gamaschen.
Nach einigen Übungsabenden folgten die ersten Auftritte in der Öffentlichkeit. Bei der Einweihung des restaurierten Markgrafen oder der Tochter eines Bandmitgliedes beispielsweise sorgte die „Katastrophe“ für den Rhythmus.
1994 war ein ganz besonderes Jahr. Nicht nur die Teilnahme am Fröndenberger Stadtfest wurde vermerkt. Der Weg für das Orchester sogar über den großen „Teich“. In ihrer unverwechselbaren „Arbeitskleidung“ mit Zylinder und schwarzem Frack marschierten die Ruhrstädter in der Steuben- Parade in New York mit. Zudem possierte die Gruppe in voller Montur mit Instrumenten vor dem „Kapitol“.
Ein Erlebnis, dass bei den Stammtisch-Treffen am ersten Montag im Monat immer wieder für Gespächsstoff sorgte.
Schon bald, 1996, ging es in ein Tonstudio. Die Aufnahme der ersten CD „Glück Auf“ stand an und dafür wurde intensiv geübt.
Doch nun findet am Samstag, 6. April, 19 Uhr, in der Kulturschmiede Fröndenberg das große Abschiedskonzert für Freunde, Fans und Gönner statt. Der Eintritt ist frei.
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1 Kommentar
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Peter Gerber aus Menden (Sauerland) | 28.03.2013 | 20:07  
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