Hospizkreis: Koffer packen für die letzte Reise

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Gespräche am Stand
Was nehme ich mit? Was ist mir wichtig im Leben? Diese Frage stellte sich den Besuchern des Hospizkreises, da sie aus verschiedenen Gegenständen auswählen durften.

So verschieden wie Menschen sind, so unterschiedlich sahen auch die Ergebnisse der gepackten Koffer aus, von einfach aufeinander gelegt bis künstlerisch angeordnet. Teelichter wurden eingepackt, weil ihnen das Licht wichtig ist, Bücher, weil sie gerne lesen, Socken um die Füße warm zu halten. Wärme als Zeichen für Geborgenheit spielt für die meisten Menschen eine wichtige Rolle.
Häufig eingepackt wurde das Kreuz als Symbol für den Glauben. Jedoch wurde der Hospizkreis von einem Passanten wegen des Kreuzes ganz klar als der katholischen Kirche zugehörig definiert. (Anmerkung in eigener Sache: Der Hospizkreis ist konfessionell nicht gebunden und offen für jeden, der ihn in Anspruch nehmen will.)
Auch gab es Besucher die, ohne etwas in den Koffer hinein zu tun, den Deckel zuklappten mit der Äußerung, sie benötigen nichts für ihre letzte Reise.
Der Koffer hat sowohl für Humor gesorgt wie zur Nachdenklichkeit angeregt. Was ist die letzte Reise?
Zwei Definitionen sind bemerkenswert: Der letzte Weg auf dieser Weltseite und das Hinüberschreiten von dieser auf die Jenseitsseite.
Die Beobachtung der Hospizkreis- Mitarbeiterinnen ergab: Frauen ließen sich eher auf das Kofferpacken ein als Männer. Auch jüngere Menschen ebenso Kinder waren eher dazu bereit.
Zwei Studenten, darunter eine Psychologie-Studentin mit Schwerpunkt komplizierte Trauer, sowie ein Notfallseelsorger suchten aus beruflichem Interesse das Gespräch.
Manche Menschen machten einen sichtbaren Bogen um den Stand, manchen schien es entschieden zu früh, sich mit Sterben und Tod zu befassen. Andere jedoch ließen sich auf intensivere Gespräche ein, wozu der nicht überlaufene Standort an der Unnaer Straße 8 eine gute Möglichkeit bot. Indem sie von ihrem Alltagsleben, von Pflege und Leid der Angehörigen, erzählten, konnten sie ein klein wenig „auftanken“.
Wieder andere wollten sich zur Hospizarbeit informieren.
Es gab auch betroffene Äußerungen darüber, dass es bei diesem hoch sensiblen Thema Hospiz in Menden jetzt zwei Vereine gibt. Der Hospizkreis möchte in eigener Sache an dieser Stelle anmerken, dass die ehemaligen Mitglieder auf eigenen Wunsch ausgetreten sind, bevor sie den Verein „Die Brücke“ gegründet haben.
Die Möglichkeit des Erwerbs von Vorsorgemappen wurde wahrgenommen. Und immer mal wieder gab es Besucher, die die ehrenamtliche Hospizarbeit lobten und würdigten.
Alles in allem können die Hospizkreismitarbeiter die Mendener Herbst-Tage als Erfolg verbuchen. Informationsaustausch, viele Gespräche und Begegnungen haben den Kontakt zu den Menschen in Menden und Umgebung vertieft.
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