° Kostengünstig in 80 Länder

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Auch zu Beginn des Jahres 1966 glänzte die Innenstadt nicht überall vor Sauberkeit. Und dann noch das wackelige Verkehrsschild. Foto: (Stadtarchiv)
Fröndenberg/Ruhr: Alleestraße | Fröndenberg vor 50 Jahren - Verbesserung der Völkerverständigung

Der „Blick zurück“ in das Fröndenberg von 1966, „ausgegraben“ von Stadtarchivar Jochen von Nathusius, startet mit dieser Folge unter anderem mit der Meldung über die „Phonopost“.

Die Silvesternacht vor 50 Jahren verlief nach Meinung der Polizei sehr friedlich, lediglich ein betrunkener und randalierender Ehemann musste amtlicherseits zur Ausnüchterung festgenommen werden. Während die Fröndenberger in gewohnter Umgebung in Kneipen oder gemütlich zu Hause feierten, wurde einmal mehr betont, wie schwierig es für die 496 Gastarbeiter sei, diese Tage fern der Heimat und ihrer Familien zu verbringen. Damals hatten erst ganz wenige Arbeiter aus Südeuropa ihre Familien nach Deutschland nachgeholt.
Die meisten von ihnen (292) lebten in der heutigen Kernstadt, in Langschede (103) sowie vornehmlich im Westen des Amtes. Die Palz war lediglich durch neun Personen in Bentrop betroffen, die wahrscheinlich in Wickede beschäftigt waren.

Blick zurück


Hingewiesen wurde auf die Verfahren der Anwerbung und daraus resultierenden Problemen. Noch im Heimatland müssen die zukünftigen Arbeitnehmer Verträge unterzeichnen, die sie über zwei bis drei Jahre an das anwerbende Unternehmen bindet, ohne Kenntnis der Lohnbedingungen im zukünftigen Gastland. Stellt der Arbeitnehmer dann nach kurzer Zeit fest, dass er bei anderen Firmen viel besser bezahlt würde, so ist er doch an seinen Vertrag gebunden oder er muss bei einem Wechsel die nicht ohne Grund hoch angesetzten Anwerbekosten seinem bisherigen Arbeitgeber als Vertragsstrafe zahlen.
Unter Zugrundelegung einer geregelten Fünf-Tage-Woche gingen alle Arbeitnehmer in das neue Jahr mit der Aussicht auf 114 freie Tage durch Feiertage und Wochenenden und 251 Arbeitstage minus Tarifurlaubstage.
Neu eingeführt wurde bei der Post zur „Verbesserung der Völkerverständigung“ die Versendungsart „Phonopost“. Nicht kommerziell besprochene Tonbandspulen oder Schallplatten (früher gab es Diktiergeräte und der Text wurde auf Schallplatten gespeichert) konnten in 80 Länder kostengünstig verschickt werden. Ausgenommen von der Vergünstigung waren jedoch bereits beim Kauf industriell bespielte Tonträger.
Mit einem Defizit von 3.000 Mark schloss die Müllabfuhr des Amtes das vergangene Haushaltsjahr ab. Insgesamt entstanden Betriebskosten von etwa 50.000 Mark, unter anderem auch zur Unterhaltung der Müllkippen und Zufahrtswege. Umgekehrt bei etwa gleichen Summen verhielt es sich mit den Kosten der Straßenreinigung - der Überschuss ging in die Rücklage für eine neue Kehrmaschine.
Begeistert waren die 350 Zuschauer von der Premiere der 10. Fröndenberger Jahresschau mit dem Rückblick auf das Jahr 1965 im Saalbau Schulte. Viele Erinnerungen nicht nur an das vergangene Jahr wurden aufgefrischt. Pfarrer Bieker und Lehrer Karl Siepe begrüßte viele Zuhörer und Zuschauer. Wer keinen Platz mehr gefunden hatte, konnte wenige Tage später die zweite Vorstellung bei Debus besuchen. (Wird fortgesetzt)
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