Das war Natur, Kultur, Fitness und Spaß für rund 50 Teilnehmer - Unna wandert

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  Fröndenberg/Ruhr: Auf der Wilhelmshöhe am Bismarckturm | Sonntag, 18. September 2016

Das Wanderziel für die Mitglieder des Sauerländischen Gebirgsvereins und Heimatvereins Unna e.V. und Gäste war:

Der Bismarckturm auf der Wilhelmshöhe


Vom Start an der Peter-Weiss-Gesamtschule machten sich die Wanderer unter fachkundiger Führung von Werner Morr auf die Tour über Uelzen zum geografischen Mittelpunkt Unnas, danach durch Mühlhausen ins Bimbergtal. Interessant für die Wanderer war das neue Hochwasserrückhaltebecken, das dort bei Starkregen die Ostdörfer vor Überschwemmung schützen soll. Am alten Steinbruch wurde eine Pause eingelegt. Über die Kessebürener Landwehr ging es dann auf die Wilhelmshöhe.
Gegen 12:30 Uhr erreichte die Gruppe den Bismarckturm. Klaus Thorwarth informierte in „seiner bekannten Art“ über diesen Bismarckturm.

Bismarck besiegt Bäume...
oder: Sturm am Turm



Bismarck war der Begründer der deutschen Einheit. Mit weit leuchtenden
Feuern auf Türmen über den Höhen sollte er geehrt werden. Auch in Unna.
Hier bildete sich ein Bürgerkomitee, das sich schnell einig war: Nicht nach dem offiziellen Muster sollte ein Turm erstellt werden sondern nach Plänen des weltweit bekannten Prof. Bruno Schmitz, der ja u.a. das Völkerschlacht-Denkmal in Leipzig entworden hatte. Seinen Bauplan für den einzigen Bismarckturm, den er entwarf, gab er den Unnaern.


Diese kauften auf der Friedrich-Wilhelms-Höhe im Fröndenberger Gelände eine grüne Enklave. Seitdem gehört die grüne Insel mit dem Turm der Stadt Unna.
In weniger als einem Jahr wurde das Bauwerk fertig, mit Steinen von der Unnaer Stadtmauer und aus den Steinbrüchen von Frömern und mit erheblichen Spenden der Bürger.

Viele Jahre schien er verschwunden, so hoch waren die Bäume auf der grünen Insel rund um den Turm gewachsen. Die patriotischen Feste gab es schon lange nicht mehr, die Aussicht war zugewachsen. Und da Bismarck nicht nur Freunde hat, befand die Politik, dieser besondere unter den 234 Bismarcktürmen sei nicht mehr zu retten. Betreten verboten!


Die riesigen Bäume, die den Turm wie ein Gefängnis umgaben, hatten in der„Pro-Grün- Fraktion" viele Sympathisanten. Auf der anderen Seite formierten sich die Historiker und Heimatfreunde. Langsam kippte die Mehrheit gegen eine Turmsanierung.


Ein SPD-Mitglied startete eine Rettungsaktion für den Turm. Um den Ausblick auf das nahe Sauerland zu ermöglichen, wurden wenige Bäume im Süden zur Fällung frei gegeben. Die Sägemänner aber machten ganze Arbeit und fällten sämtlich sieben Bäume an der Sauerlandseite.

Pro-Grün war entsetzt und verhinderte nun mit allen Mitteln die Fällung von drei prächtigen Bäumen im Norden. So blieb der Blick vom Turm über die norddeutsche Tiefebene verwehrt. Der Turm verfiel weiter. Denn öffentliche Mittel gab es nur, wenn der Turm eine Aussicht garantierte. Der Kampf um die Bäume tobte weiter.

Plötzlich wurde Pro-Grün überstimmt, die Bäume konnten gefällt werden. Eine erhebliche Summe wurde genehmigt und der Turm solide saniert. Ein Förderverein vorwiegend aus Fröndenberger Bürgern, kümmert sich seitdem um die Erhaltung und die Öffnung an Sonntagen.

Einigkeit wie beim Bau vor gut 100 Jahren gab es aber nicht. Eine verdienstvolle Lehrerin,die hier nicht genannt sein soll, geriet ins Abseits, ein erfahrener Vorsitzender wurde aus dem Amt gedrängt.
Zur Zeit aber herrscht Ruhe - bis zur nächsten Sanierung. Die Fugen warten auf Verfugung. Immerhin scheint die Natur auf Seiten der Turmfreunde zu stehen:
Ein Sturm nach Kyrill fällte einen Baum der Allee jenseits der Straße. Damit wurde der Blick frei auf das Unnaer Stadt- und Kreisgebiet. Noch aber ist der Blick in den Westen und den Osten verwehrt.

Zwar gab es dann eine nächtliche Baumfällung, allerdings ohne Erlaubnis, ein krimineller Akt. Der auf das nahe Feld gestürzte Baum ist lange verschwunden. Der oder die Täter auch.
Die Polizei zuckt mit den Achseln.....

Zurück nach Unna zum gemütlichen „Wanderplausch“ und „Stärkungsimbiss“ ging es von der Wilhelmshöhe mit dem Bus.

» Der Bismarckturm Unna in Fröndenberg
» Sauerländischer Gebirgsverein und Heimatverein Unnae.V.

Fotos © Jürgen Thoms
22.09.16 12:45:31
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1 Kommentar
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Helmut Zabel aus Herne | 24.09.2016 | 13:41  
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