Qualitätsbericht zur Hönnetalbahn für 2016 liegt vor

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Fröndenberg/Ruhr: Schröter |

Es gibt wieder Schaffner im Hönnetal

Qualitätsbericht zur Hönnetalbahn für 2016 liegt vor - Es gibt wieder Schaffner im Hönnetal
Die Eisenbahnfreunde Hönnetal e.V. informieren, dass der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) in Unna den Qualitätsbericht 2016 für den Bereich Westfalen-Lippe vorgelegt hat. Wie in den Vorjahren wurde die Qualität des Schienenverkehrs in Westfalen untersucht und veröffentlicht.
Der Bericht zeigt auch für das Jahr 2016 wieder eine sehr gute Pünktlichkeit für die Hönnetalbahn (RB 54). Sie ist die drittpünktlichste Nahverkehrslinie in Westfalen bei den Regionalbahnlinien.
Die Hönnetalbahn hat zusammen mit der RB 52 (Volmetalbahn Dortmund-Lüdenscheid) eine Pünktlichkeit von 96,7 % erreicht. Besser sind nur noch die RB 96 (Betzdorf-Dillenburg) und RB 92 (Finnentrop–Olpe) betrieben von der Hessischen Landesbahn. (98,34 bzw. 97,22%). Der Durchschnittswert aller RB-Linien in Westfalen lag 2016 bei 90,9%.
Die Hönnetalbahn konnte also auch 2016 wieder die hohe bereits in den letzten Jahren erreichte Pünktlichkeit verteidigen. Grund hierfür sind sicherlich, wie bisher auch, die „einfache Infrastruktur“, also wenige Weichen im Fahrweg, wenige Bahnübergänge auf der Strecke und kaum Trassenkonflikte mit anderen Zügen sowie relativ lange Wendezeiten an den Endbahnhöfen Neuenrade und Unna.
Bleibt abzuwarten, wie sich die Aufteilung der Hönnetalbahn im Dezember 2016 in die Abschnitte Fröndenberg - Neuenrade (mit relativ langer Wendezeit) und Unna - Menden (mit wenig Wendezeit) dann im nächsten Qualitätsbericht auswirkt.
Bei den RE Linien in Westfalen sind die beiden RE-Linien im oberen Ruhrtal, die in Fröndenberg Anschluss an die Hönnetalbahn haben, mit 87,6 % (RE 17) und 86,8 % (RE 57) Pünktlichkeit gut unterwegs.
Negativ zu sehen sind allerdings die Ausfälle der Hönnetalbahn im Jahr 2016. 2,85 % aller Züge der Hönnetalbahn sind im Jahr 2016 ausgefallen. Dies hat mehrere Gründe, z.B. Triebwagenstörungen oder personalbedingte Ausfälle. Ausfälle durch geplante Bauarbeiten und planmäßigem Ersatz der Züge durch Busse zählen dazu, hier handelt es sich aber um "geplante Ausfälle". Der Durchschnitt bei Zugausfällen in Westfalen lag bei 2,19 % aller Züge. Die Hönnetalbahn liegt also hier über dem Durchschnitt.
Auch wurden die Bahnhöfe in Westfalen untersucht. Hier ging es um Funktionalität und Sauberkeit der Bahnhöfe. Bei der Funktionalität, also der Ausstattung von Haltepunkten und Bahnhöfen, schnitt die Hönnetalbahn schlecht ab. Dies ist sicherlich auf die teilweise geringen Bahnsteighöhen zurückzuführen. Ein bequemes Einsteigen in den Zug ist auf einigen Haltepunkten der Hönnetalbahn leider nicht möglich. Die Sauberkeit der Bahnhöfe ist dagegen wieder als gut bis sehr gut bewertet worden. Dieser Meinung sind die Eisenbahnfreunde Hönnetal nur bedingt. Die Verantwortung liegt aber hier sicher nur zum Teil bei der Bahnreinigung, da manche Bahnhöfe, z.B. Balve, regelmäßig von manchen Zeitgenossen vorsätzlich zugemüllt werden.
Insgesamt zeigt der Qualitätsbericht nach Meinung der Eisenbahnfreunde auch für 2016 wieder, dass die Hönnetalbahn eine für den Fahrgast gute Bahn darstellt. Die Pünktlichkeit ist sehr gut. Bereinigt um die "geplanten Zugausfälle" durch Bauarbeiten hält sich die Anzahl der Zugausfälle in eher engen Grenzen. In den kommenden Jahren sollte in die teilweise doch schlechten Zustände der Bahnsteige im Hönnetal investiert werden.
Unabhängig vom Qualitätsbericht weist der Förderverein der Hönnetalbahn auf eine sehr positive Veränderung auf der Bahnstrecke hin. In so gut wie in allen Zügen fährt mittlerweile wieder Begleitpersonal mit. Die freundlichen "Kundenbetreuer im Nahverkehr", früher kurz Schaffner genannt, erhöhen maßgeblich den Service und auch das Sicherheitsgefühl der Reisenden. Das hat sich mittlerweile herum gesprochen. Zuvor war der Anteil der Schwarzfahrer recht hoch. Diese "Kundengruppe" nutzt die Hönnetalbahn nun seltener. Dafür fahren wieder mehr bezahlende Fahrgäste in den Zügen mit. Allgemein werden die Kundenbetreuer in den Hönnetalbahnzügen sehr positiv gesehen. Die Attraktivität des Bahnfahrens hat nach Meinung der Eisenbahnfreunde durch sie gewonnen.


Burkhard Wendel
Pressesprecher der Eisenbahnfreunde Hönnetal e.V.

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2 Kommentare
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 03.06.2017 | 15:30  
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Bernfried Obst aus Herne | 04.06.2017 | 17:27  
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