Am Tellerrand fängt die Welt erst an

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Rolf Gildenast vorne, Kemal Demir, Frank Bürgin, Ulrich Penquitt, Michael Walter und Jesse Krauß (v.l.n.r.) planen das Festival „Hinterm Tellerrand gehts weiter“. Foto: Gerd Kaemper
Das Jahr der Kulturhauptstadt ist vorüber, zurück bleibt die Frage nach dessen Nachhaltigkeit. Auf Stadtebene soll nun der professionellen, freien Kunstszene die Möglichkeit zur Bestandsaufnahme und ein Impuls zur Zusammenarbeit gegeben werden.

von Harald Gerhäußer

GE. Das erste Festival der Freien Kultur wird „Hinterm Tellerrand gehts weiter“ heißen und gibt allen freien Künstlern aus Gelsenkirchen die Möglichkeit, sich und ihr künstlerisches Schaffen zu präsentieren. Das Festival wird vom 17. bis 23. Oktober 2011 mit einem möglichst breiten Angebot aus den künstlerischen Disziplinen in der Kaue, Wilhelminenstraße 174, stattfinden.

Für die Organisation des Festivals und die Zusammeführung und Verwirklichung des künstlerischen Potenzials der Gelsenkirchener freien Kunstszene wurden vier „Tagesregisseure“ gewonnen: Rolf Gildenast (Tanz), Frank Bürgin (Film), Kemal Demir (Theater) und Michael Walter (Musik). Jeder von ihnen soll für seinen Bereich einen Tag des Festivals planen. Dabei gilt es, die eigene Vision des Festivals genausowenig aus den Augen zu lassen wie das mögliche Zusammenarbeiten mit anderen Künstlern aus dem Stadtgebiet.

Rolf Gildenast, Tänzer und Choreograph, hat die Vision im Tanzprogramm die ethnische Vielfalt der Stadt wiederzuspiegeln, aber er plant auch über die Genregrenzen hinweg, tänzerisch auf andere Künste zuzugehen. Der Tanz ist dann die völlige Entgrenzung der ethnischen Herkunft aber auch des Kunstgattungsspezifischen Ausdrucks. Frank Bürgin, Filmemacher, hat das Ziel das „Total Recall – Festival des nacherzählten Films“ nach Gelsenkirchen zu holen. Der Festivalpreis, Die Goldene Linde, wird demjenigen verliehen, der das Publikum durch eine zehnminütige Nacherzählung eines Filmes am meisten begeistern kann. „Total Recall würde auch die Reputation der Stadt steigern“, sagt Bürgin. Der Theaterpädagoge und Regisseur Kemal Demir möchte Menschen, ob „professionell oder nicht professionell, mit Behinderung oder ohne“ auf die Bühne bringen und dann solle das Schauspiel beginnen, sagt er. Für den musikalischen Programmteil ist der Komponist Michael Walter zuständig. Er plant Menschen zusammeführen, um über Musik zu reden und auf der Bühne Musik zu machen. Und es soll eine Debatte über die Aktualität der Begriffe E (ernstzunehmende) und U (unterhaltende) Musik geben.

Wichtig ist den Veranstaltern vor allem, dass die Kontakte und Kooperationen Impulse über die Festivalzeit hinaus geben und die Szene der freien Künstler in Gelsenkirchen dadurch kreativen Zugewinn hat. Denn „Hinterm Tellerrand gehts weiter“, so wie es der treffende Festivalname schon sagt.

Wer sich am Programm beteiligen möchte, sendet seine Bewerbungen bis zum 15. Juni 2011 an die Adresse info@hinterm-tellerrand.de oder an Ulrich Penquitt, Urnenfeldstraße 25, 45894 Gelsenkirchen. Die Bewerbung sollte folgende Daten enthalten: Name, Adresse, Telefon, Email-Adresse, Beschreibung des Vorhabens, Beschreibung der eigenen Arbeiten (Titel, Größe, Gattung, Material), eine Biografie und eine Auflistung eingesandter Arbeiten. Es wird darum gebeten, keine Originale zu senden.
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