"Das Haus der Jeanne Calment"

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Generationsübergreifendes Theater mit Amateurdarstellern: Volxbühne. (Foto: Consol Theater)
 
Nicht Theater gespielt, sondern inszeniert gelesen wird das Stück. (Foto: Consol Theater)
Gelsenkirchen: Consol Theater |

Am Consol Theater in Gelsenkirchen läuft die Premiere von „Das Haus von Jeanne Calment“ am Samstag, 8. Juni, 20 Uhr. Dabei handelt es sich um ein experimentelles Stück, das sich auf interessante Art und Weise mit den Themen Erinnerungen, Tod und Leben auseinandersetzt.

Keine leichte, dafür aber anregende Kost wird den Besuchern von „Das Haus von Jeanne Calment“ serviert. Drei Ältere, zwei Herren und eine Dame, begegnen sich im „Siechenhaus“, der letzten Station ihres Lebens. „Von Anfang an ist klar, dass es nur einen Ausweg für die Protagonisten aus dieser Einrichtung gibt: den Tod“, resümiert Regisseur André Wülfing die aussichtslose, eingesperrte Situation der Charaktere des Stückes von Lisa Danulat, die damit den Dramatikerinnen-Preis NRW „Reif für die Bühne“ 2012 gewann.

Polarisierende Inszenierung

Es ist ein Stück, das polarisieren wird, soviel steht fest. Denn im Vordergrund liegt vor allem der Text selbst - weswegen man sich für eine inszenierte Lesung statt eines klassischen Theaterstücks entschieden hat. Der Text ähnelt dabei unzensierter Sprache: Erinnerungsfetzen, die sich ihren Weg an die Oberfläche bahnen und so das seelische Befinden der Akteure durchleuchten.

Unterstützt wird der Text von einer Geräuschkulisse von Dominik Sutor. Dabei werden bekannte und fremde Geräusche zu hören sein, was dem ganzen einen mystischen Hörbuch-Charakter verleihen wird. Im Hintergrund werden außerdem Fotos von Gudrun Kreuzer in einer Slideshow laufen. Das Motiv ist eine seit Jahrzehnten leerstehende Klinik in Italien, die dem Text einen Rahmen gibt - jedoch handelt es sich dabei um kein konstantes, fassbares Bühnenbild, sondern eine genauso fragmentierte Konstruktion wie den Text selbst.

Jeanne Calment, "Herrin der Erinnerung"

Über allem steht die konkrete und abstrakte Person der Jeanne Calment und „ihr“ Haus. Die Französin ist die älteste jemals statistisch erfasste Frau, sie verstarb 1997 im Alter von 122 Jahren. „Ihre Lebzeit ist eine ungeheure Zeitspanne, in der man mehr als ein Leben leben kann. Deshalb spielt Zeit auch eine wichtige Rolle in diesem Stück“, erklärt Wülfing. Calment ist das Bindeglied für die Akteure, sie verleiht ihren Erinnerungsfetzen Wertigkeit und Gültigkeit: „Sie ist Teil des Ensembles, on- wie offstage“, betont Wülfing die Wichtigkeit der „Übermutter“ Calment für dieses Stück.

Nicht nur die Älteren in diesem Stück suchen nach Orientierung und sich selbst: auch eine junge Pflegerin geht den generationsübergreifenden Dialog ein, um Halt zu finden.

Premiere in Gelsenkirchen, weitere Vorstellungen in Essen und Dortmund

„Das Haus der Jeanne Calment“ feiert, im Rahmen der Demenzkampagne 2013, am Samstag, 8. Juni, um 20 Uhr im Consol Theater Premiere und ist danach noch auf verschiedenen Bühnen im Revier zu sehen. Karten sind direkt beim Consol Theater erhältlich, Tel. 9882282 oder per Mail an kontakt@consoltheater.de. Weitere Infos auch online.
Das Stück wird außerdem am Sonntag, 16. Juni im Theater Freudenhaus in Essen und am Sonntag, 30. Juni, im Theater im Depot in Dortmund aufgeführt.
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