Der Blobster von Buer

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Der noch verhüllte Blobster von Künstler Gereon Krebber (Foto: Markus Tillmann)
 
Gereon Krebber mit seinem Miniatur-Modell des Blobster, einer fast lebensgroßen Zeichnung des Blobster, dem Ausstellungskatalog (linke Hand) und einem Entwurf für einen "Buer"-Sticker (rechte Hand).
Gelsenkirchen: Kulturmeile |

Am Sonntag ist es soweit: die Kulturmeile in Buer wird eröffnet und mit ihr der Blobster enthüllt. Das Kunstwerk von Gereon Krebber soll zu einem neuen Wahrzeichen des Gelsenkirchener Nordens werden.

Die letzten Tage waren anstrengend, aber das ist Gereon Krebber gar nicht anzumerken. Putzmunter führt er durch die kleine Ausstellung, die nicht nur die Entstehung des Blobster zeigt, sondern auch den Werdegang des eifrigen bildenden Künstlers. Dabei wurde sein Kunstwerk erst gestern zusammengefügt, justiert und bekam den letzten Feinschliff bevor es wieder verhüllt wurde.

Krebber ist kein Unbekannter in Gelsenkirchen

Krebber selbst hat sich in Gelsenkirchen bereits einen Namen gemacht mit seinen außerordentlichen Plastiken. 2002 gewann er hier seinen ersten Förderpreis, in den 90ern hatte er bereits mit seiner „Emscheramphibie“ für Aufsehen gesorgt und auch in der Sparkasse in Buer und im Atrium der SPD-Geschäftsstelle konnte man seine Werke bereits bewundern. So unterschiedlich wie die Ausstellungsorte waren auch die Kunstprojekte, die er anfertigte; nur außergewöhnlich waren sie alle - und polarisierend.

„Es ist stimmt, dass meine Werke schon des Öfteren polarisiert haben“, gibt der Künstler zu, „Das hängt wohl damit zusammen, dass ich viel Kunst im öffentlichen Raum mache und dort Konfrontation vorprogrammiert ist, weil man sich nicht im Schutzraum Museum aufhält.“ Krebber findet diese Konfrontation jedoch wichtig: „Kunst soll kommentarbedürftig sein!“

Erst informieren, dann kommentieren!

Der Blobster („blob“, engl. „klecksen“ und „ster“ wegen seiner kristallinen Anmutung dank kantiger Oberfläche) ist 4,50 Meter hoch und hat schon für viele Meinungen im Stadtgebiet gesorgt. Um auch Skeptiker zu überzeugen, begleitet die Ausstellung „Hat da nicht gerade was gezuckt?“ die Enthüllung und ersten Lebenswochen des Blobster. „Lebenswochen“ kann man hier bewusst gebrauchen, denn gewissermaßen ist der Blobster eine Kreatur, nicht bloß ein gegossenes Aluminium-Objekt.

Leane Schäfer, Leiterin des Kunstmuseum Gelsenkirchen, ist davon überzeugt, dass mit Krebber der richtige Künstler für den Job gefunden wurde: „Er ist ein Bildhauer, der im hier und jetzt ist mit seinen Entwürfen und Materialien - aber auch in die Zukunft blickt.“

Was der Blobster bedeutet

Der Gedanke hinter dem „abhängenden“ Blobster? „Ich wollte ein Symbol setzen für den sich immer noch vollziehenden Strukturwandel in dieser Region“, erklärt Krebber, „Ich wollte etwas schaffen, was sich zwischen zwei Zuständen befindet, etwas unbequemes, das auch Fragen aufwirft.“ Besonders wünschenswert findet er es, wenn Menschen sich kritisch mit seinem Werk auseinandersetzen. „Die Menschen sollen ruhig fragen ‚Was ist das denn für ein teil?‘ und können sich die Antworten nur ein paar Meter weiter im Kunstmuseum holen“, freut sich Krebber.

Der Katalog zur Ausstellung ist in gebundener Form zu einem Sonderpreis von fünf Euro an der Infotheke des Kunstmuseums zu erstehen und enthält sämtliche Informationen zu vorherigen Projekten des Künstlers in Gelsenkirchen und der Entstehungsgeschichte des neuen Bueraner Wahrzeichens.

Ausstellungseröffnung und Blobster-Enthüllung

Die Ausstellung zum Blobster und seinem Künstler wird am Sonntag, 8. September, um 11 Uhr feierlich eröffnet. Hier können sich Interessierte noch vor der Enthüllung des Blobster um 13 Uhr über das Kunstwerk informieren.

Spezielles Programm des Kunstmuseums
zur Eröffnung der Kulturmeile Buer

Das Kunstmuseum begleitet die Eröffnung der Kulturmeile auch mit einem eigene Programm. So können um 15 und um 17.30 Uhr kostenlose Führungen zur Kunst im öffentlichen Raum entlang der Kulturmeile besucht werden, Treffpunkt ist jeweils 5 Minuten vor Führungsbeginn im Foyer des Kunstmuseums. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, wird um eine Anmeldung an der Infotheke des Museums gebeten.

Unter dem Titel "Kunst im Blickpunkt" kann man sich in kostenlosen 15-minütigen Führungen zu verschiedenen Werken im Kunstmuseum informieren (auch hier wird um eine rechtzeitige Anmeldung an der Infotheke gebeten):

14.45 Uhr: Gemäldeabteilung, Anton Stankowski, Lichtzone

15.30 Uhr: Kinetische Kunst: Heinz Mack, Rotor

16.15 Uhr: Gemäldeabteilung: Georg Kolbe, Assunta

17 Uhr: Kinetische Kunst: Gerhard von Graevenitz, Rote Punkte auf Grün
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Eventkompass .de aus Panorama | 06.09.2013 | 16:41  
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