„Die Polizei“ von Slawomir Mrozek

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Der Polizeipräsident (Ulrich Penquitt) will die Bombe los werden und übergibt sie an den General (Timo Knop), der sie seinerseits an den Polizisten (Alexander Welp) weiter geben möchte. Foto: Gerd Kaemper
Gelsenkirchen: flora |

In ihrer dritten Kooperationsarbeit bringen die Bühne im Revier (BiR) und das Trias Theater Ruhr gemeinsam die Satire „Die Polizei“ von Slawomir Mrozek auf die Bühne. Die Premiere wird gefeiert am Freitag, 18. September, um 20 Uhr in der „flora“, Florastraße 26.

Geheimdienstwirrwarr bleibt zeitgemäß


Wenn man sich das von Sławomir Mrozek 1958 verfasste Theaterstück ansieht, hat man das Gefühl im Geheimdienstwirrwarr zu stecken. Wer bespitzelt eigentlich wen? Oder wer bespitzelt wen nicht?
Mrozek enthüllt wie Edward Snowden die Machenschaften von Geheimdiensten und Überwachungsstaaten. Heute hat die Überwachung eines jeden ein Maß angenommen, die Mrozek 1958 nicht für möglich gehalten hätte. Damit hat „Die Polizei“ ihre traurige Aktualität behalten. Aus der Satire ist ein Stück Zeitgeschichte geworden.
Gleich viermal gastieren die beiden Gelsenkirchener freien Theater am 18. und 20. September sowie 16. und 17. Oktober mit dem Kammerspiel im Kulturraum „die flora“.

In einem fiktiven Land....


Das Stück spielt in dem fiktiven Land des „Onkels Regent“. Dort gibt es nur noch einen politischen Häftling. Dieser hat vor 10 Jahren ein Bombenattentat auf den General verübt. Als dieser Häftling seine oppositionelle Haltung aufgibt, muss er, wenn auch widerwillig, aus dem Gefängnis entlassen werden und avanciert in der Folgezeit zum Experten „für die Abwehr umstürzlerischer Tätigkeiten“.
Nun aber ist die Polizei, die bisher mächtigste Institution im Lande, arbeitslos. In ihrer Verzweiflung darüber, dass sie niemanden zum Verhaften findet, wählt der Polizeipräsident einen „Retter“ aus ihrer Mitte: den Sergeanten, der auch öfter als Provokateur tätig gewesen ist.
Dieser ruft wie befohlen: „Unser Regent, der Onkel des Infanten, ist eine alte Sau!“ und wird unverzüglich verhaftet. Um noch einen weiteren Beweis der Unentbehrlichkeit der Polizei zu liefern, inszeniert der neue Experte in Sachen „Abwehr umstürzlerischer Tätigkeiten“ ein weiteres Attentat auf den General.

Und plötzlich geht die Bombe hoch


Die Bombe explodiert und die Ordnungshüter verhaften sich gegenseitig. Aber kann ein Polizeibeamter, der sich im Zustand der gegenseitigen Verhaftung befindet, einen dritten verhaften? In diesem Durcheinander erscheint nicht nur der tot geglaubte General, sondern auch in der sonst friedlichen Seele des Sergeanten erwacht der Rebell, und er ruft mit durchdringender Stimme: „Es lebe die Freiheit!“
Unter der Regie von Elmar Rasch stehen Ulrich Penquitt als Polizeipräsident, Jonas Wenz als Häftling und Adjutant, Behlül Taskingül als Sergant, Timo Knop als General und Alexander Welp als Polizist auf der Bühne.

Hier gibt es Karten


Karten gibt es zum Preis von 14 Euro, ermäßigt 12 Euro bei der Stadt- und Touristinfo, Hans-Sachs-Haus, Ebertstraße 11, oder in der flora unter Tel. 169 – 9105.
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