„Geiles“ Heimspiel von Bastian Bielendorfer

Wenig Lesung, viel Comedy: Bastian Bielendorfer sorgte für beste Samstagabend-Unterhaltung im Hans-Sachs-Haus.
Alle Fotos: Gerd Kaemper
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Heimspiel für Bastian Bielendorfer: Der ausverkaufte Bürgersaal im Hans-Sachs-Haus summt in gespannter Erwartung, dann betritt er die Bühne – Riesenapplaus.

Als erstes bittet er um Licht, damit er sehen kann, wer alles da ist. „Wer hat mich mal unterrichtet?“, fragt er. Niemand zeigt auf. „Dabei weiß ich, dass einige aus dem Kollegium da sind“, spottet er. Sein Vater ist schließlich auch da...
Mit seinem dritten Bestseller in Folge gastierte der Wahl-Kölner in seiner Heimatstadt: „Mutter ruft an“ heißt er und Bielendorfer liest ein paar Kapitel daraus vor. Allermeistens allerdings steht er auf und erzählt den Menschen aus seinem Leben. Und dabei bleibt kein Auge trocken.

"Ich spucke schlimm."

Übrigens im wahrsten Sinne des Wortes: „Ich spucke schlimm. Sie müssen das als Erlebnis sehen“, erklärt er dem Publikum, das in der ersten Reihe sitzt. „Hat jemand Ihnen Schirme gegeben?“ Dann erzählt er, wie er sich selbst mit einem Baseballschläger so getroffen hat, dass vier Zähne ausgeschlagen wurden. „Seitdem ist das so.“

"Mein Internetz ist weg."

Natürlich ging es auch um Mutter, die täglich anruft. „Mein Internetz ist weg, kannst du mal in deinem gucken.“ „Mama, wir haben alle das gleiche Internet.“ Oder: „Bastian, mein Personal-Computer geht nicht.“ „Aber der Stecker ist in der Steckdose?“ „Natürlich Sohn, was denkst du denn von mir!“ Einige Fern-Reparier-Versuche später: „Ach, der Monitor braucht auch Strom?“ Die junge Generation klatscht laut lachend und zustimmend nickend, die ältere klatscht leise schmunzelnd...

Schräge Erziehungs-Ansätze

Niemand im Saal hat bei allen Geschichten über die schwere Kindheit des Lehrerkindes und den wirklich schräg anmutenden Erziehungs-Ansätzen, die er erlitt, je das Gefühl, dass dieser Bastian Bielendorfer seine Eltern nicht trotz allem sehr mag.

Die Heimatstadt im Griff

Der 30-Jährige hat seine Heimatstadt im Griff, wundert sich manchmal ein bisschen: „In anderen Städten haben die Leute an dieser Stelle Mitleid, in Gelsenkirchen wird geklatscht!“ Es ging wohl darum, dass er keinen Kindergeburtstag gefeiert hat, weil sein Vater „geboren werden“ nicht als Leistung ansieht... Insgesamt war es ein runder Abend, der am Signiertisch mit dem Bestseller-Autor, der längst zum Comedian geworden ist, harmonisch ausklang.

Autor:

Silke Heidenblut aus Essen

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