Gudrun Schade ist die Golde in "Anatevka"

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Gudrun Schade ist ein echtes Ruhrgebietskind, aufgewachsen ist sie im Dortmunder Süden, lebt aber heute mir ihrem Lebensgefährten auf Mallorca. Wenn sie nicht gerade auf der Bühne des Musiktheaters im Revier steht... Foto: Gerd Kaemper
Gelsenkirchen: Musiktheater im Revier |

Wenn Gudrun Schade am Sonntag, 16. Oktober, 18 Uhr als Golde in der Wiederaufnahme des Musicals „Anatevka“ im Musiktheater im Revier auf der Bühne steht, dann erfüllt sie sich einen 20 Jahre alten Wunsch: „Damals habe ich die Zeitel, eine der Töchter Tevjes in Kassel gespielt und gedacht, „die Golde möchte ich auch mal sein“, erinnert sie sich.

Dass es im Gelsenkirchener Musiktheater im Revier passiert, freut sie besonders. „Ich liebe dieses Haus. Es ist das Schönste der Region“, findet sie und deshalb war die Freude besonders groß, als das Haus auf sie zukam und ihr genau diese Rolle in Anatevka anbot. „Das Stück ist ja einer der Klassiker des Genres, aber es hat nichts von seiner Botschaft, seiner Kraft verloren – und das ganz ohne Show-Effekte“, findet die Musical-Darstellerin, die einst eigentlich vom Tanz kam.
„Als ich anfing, gab es die Ausbildung zum Musical-Darsteller, bei der man Tanz, Gesang und Schauspiel lernt, noch gar nicht. Also habe ich erstmal getanzt“, schmunzelt sie. „Dann gab es plötzlich so Shows wie Cats auch in Deutschland, das war gut für mich. Doch dann habe ich gemerkt, dass ich besser auch Schauspiel- und Gesangsunterricht nehmen sollte, wenn ich mit Musicals weitermachen möchte“, berichtet sie. „Und das mache ich bis heute...“ Anders als viele denken, ist ein Sänger immer gut beraten seine Stimme funktionsfähig zu halten – am besten durch professionellen Unterricht – das ständige Arbeiten zum Erhalt des Instruments Stimme ist nicht zu unterschätzen.

Vom Tanz zu Gesang und Schauspiel

Bei Gudrun Schade hat das gut funktioniert, konnten Musical-Freunde im Ruhrgebiet sie doch zuletzt als Mutter Oberin im Musical „Sister Act“ in Oberhausen erleben. „Diese Rolle wollte ich unbedingt mal spielen, da war ich sehr glücklich, dass ich sie bekommen habe.“ Selbstverständlich sei das mitnichten. „Dass man für eine Rolle nicht vorsingen muss, sondern direkt angefragt wird, ist sehr selten. Ich bin schon sehr oft bis in die letzte Runde vor der Entscheidung gekommen und habe die Rolle dann doch nicht bekommen“, plaudert sie aus dem Nähkästchen. Doch sehr viele tolle Rollen hat sie gespielt: Sieben Jahre lang war sie die Killer Queen bei „We will rock you“, gerade im Sommer war sie nochmal bei „Cats“ dabei - als Old Gumbie Cat - und auch bei „Falco meets Amadeus“ konnte man sie erleben.

Es gibt immer noch Traumrollen

Doch Traumrollen hat sie immer noch: „Aber natürlich! Die Norma Desmond in „Sunset Boulevard“ würde ich zu gern mal spielen oder die Madame Giryi im „Phantom der Oper“ oder die Madame Thenardier in „Les Miserables“...“
Doch jetzt steht erstmal „Anatevka“ auf dem persönlichen Spielplan der Wahl-Mallorquinerin Gudrun Schade. „Das Stück darf man nicht verpassen, weil es so wahnsinnig bewegende Musik beinhaltet und es ein so berührendes Stück ist“, versichert sie. „Man lernt etwas über die jüdische Tradition, erfährt einiges über eine Zeit, in der nur malocht, malocht, malocht wurde, in der das persönliche Glück noch nicht über allem stand.“ Doch gerade das persönliche Glück – nämlich das der fünf Töchter von Tevje und Golde – steht im Mittelpunkt des Musicals? „Ja, aber gleichzeitig bekommen wir vor Augen geführt, dass Menschen schon immer vertrieben wurden, dass Menschen sich immer mit ihren Religionen auseinandergesetzt haben und ein bisschen von der jüdischen Mentalität, einem gewissen „Gott hat es so für uns vorgesehen“, vermittelt.“ Und es zeigt auch das kleine Glück: Tevje und Golde sind seit 25 Jahren ein Paar, auch wenn sie nicht aus Liebe geheiratet haben, so haben sie doch ihr Stück vom Glück gefunden...? „Ja, deshalb wollte ich die Golde schon vor 20 Jahren gern spielen, denn man darf mit dieser Rolle einiges zeigen“, freut sich Gudrun Schade, die als gebürtige Dortmunderin rücksichtsvoll nicht über Fußball gesprochen hat...


Anatevka im Musiktheater im Revier:
Tradition ist das Zauberwort in Anatevka, einem kleinen ukrainischen Dorf. Der Milchmann Tewje ist stolzer Vater von fünf Töchtern. Doch die wollen gut verheiratet sein, und das ist angesichts der Armut der Familie gar nicht einfach. Und die Damen haben ihren eigenen Kopf: Zeitel ist dem reichen Fleischer Lazar Wolf versprochen, hat sich aber heimlich mit dem Schneider Motel Kamzoil verlobt. Hodel verliebt sich in den Studenten Perchik, den Tewje als Lehrer in die Familie geholt hat. Sie wird ihm nach Sibirien folgen. Am schlimmsten trifft es den Vater, als seine Jüngste, Chawa, sich in den andersgläubigen Fedja verliebt. Diesmal scheint Tewje unversöhnlich. Dann kommt die Nachricht, dass alle Juden Anatevka binnen dreier Tage zu verlassen haben …
Nach seiner Premiere in der Spielzeit 2010.11 und einer Wiederaufnahme zwei Jahre später ist Peter Hailers umjubelte Musical-Produktion mit vielen neuen und bekannten Gesichtern wieder am MiR zu erleben.
Weitere Termine: 23. und 29. Oktober; 6. November; 4., 10. und 26. Dezember; 14. Januar; 14. April. Anatevka im Musiktheater
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