Im Strudel zügelloser Leidenschaft: Rocky Horror Picture

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Generalintendant Michael Schulz erlaubt Strapse und freut sich auf die erste Steam-Punk-Oper der Welt im MiR. (Foto: Gerd Kaemper)
 
Generalmusikdirektor Rasmus Baumann traf mit den Familien- und Sparkassenkonzerten den Geschmack des Publikums. (Foto: Gerd Kaemper)
 
Company-Chefin Bridget Breiner plant ein abendfüllendes Handlungsballett extra für die Ruhrfestspiele. (Foto: Gerd Kaemper)
Gelsenkirchen: Musiktheater im Revier | Musiktheater im Revier stellt Programm für Spielzeit 15/16 vor

Wenn Schalker Fans das Musiktheater im Revier bevölkern, junge Leute mit Zylinder und Schweißerbrille auf Klein Zaches warten und Männer in Strapsen sich mit Reis und Toastbrot bewerfen lassen, dann ist im MiR die neue Spielzeit angebrochen. Schon jetzt verrieten die Verantwortlichen der Sparten, was das Publikum in der Spielzeit 15/16 erwartet.

„Was hier passiert, ist sein Geld wert“, lobte Oberbürgermeister Frank Baranowski zu Beginn der Vorstellung des neuen Spielplanes das Musiktheater im Revier. Er kann das aus eigenem Erleben sagen, denn er schaut sich zahlreiche Vorstellungen an. Nicht weil er das als Stadtoberhaupt muss, sondern weil es „schön ist und ich mir gerne einen eigenen Eindruck verschaffe, was hier passiert.“
Das ist eine ganze Menge in allen Sparten des Musiktheaters, wie dem druckfrischen Exemplar des Spielzeitprogramms 15/16 zu entnehmen ist.

Die Spielzeit beginnt in königsblau

Die neue Spielzeit beginnt fulminant in königsblau. Wenn es Schalke-Fans im September statt in die Arena ins MiR zieht, dann wird die Geschichte des Mythos Schalke 04 im Schalke-OraTORium „Kennst du den Mythos ...? uraufgeführt. „Anlässlich des 111. Bestehens bedankt sich der FC Schalke 04 für die Treue seiner Anhänger mit einer emotionalen Jubiläumsshow“, erklärt Intendant Michael Schulz, „In Zusammenarbeit mit dem MiR werden bewegende Momente, dramatische Krisen und die schillerndsten Figuren aus 111 Jahren Vereinsgeschichte packend, multimedial und interaktiv auf Bühne und Leinwand wiederauferstehen.
Mit Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“, Puccinis„Tosca“, Bellinis „Norma“ und Ponchiellis La Gioconda werden vier Opern inszeniert und in die Premiere geführt. Bei letzterer, einem hochdramatischen Liebeskarussell im Venedig des 17. Jahrhunderts, arbeitet das MiR mit dem Theater Innsbruck zusammen.

Welturaufführung einer Steam-Punk Oper

Auf eine große operntheatralische Session im November 2015 freut sich Intendant Schulz schon jetzt. „In Gelsenkirchen entsteht die welt-erste Steam-Punk-Oper!“ Gemeinsam mit der Berliner Rockband Coppelius wagt das Musiktheater das Experiment, E.T.A. Hoffmanns phantastische Erzählung Klein Zaches, genannt Zinnober auf die Bühne zu bringen. Mehr noch: Zusammen mit der neuen Philarmonie Westfalen verwandeln die sechs Coppelianischen Herren auf ungewohnt lauten klassischen Instrumenten die Bühne szenisch in eine akustische Dampfmaschine, die jeden in ihren Bann zieht. „Schon jetzt gibt es eine rege Nachfrage nach den Karten“, so Schulz.
Wer es abgedreht mag, darf sich auf die „Rocky Horror Show“ im Februar im kleinen Haus freuen. Schräge Kostümierungen und der Einsatz von Reis, Toastbrot und Wasserpistolen sind ausdrücklich erwünscht an diesem Abend interaktiven Gruselspaßes im Kleinen Haus.

Die etablierte Benefizgala des MiR zugunsten der Kinderprojekte der MiR-Stiftung steht in der neuen Spielzeit ganz unter dem Stern der Glücksgöttin. Mit Carl Orffs Opernwerk „Carmina Burana“ sorgen in der neuen Saison erstmals Spitzensänger im Dienste der guten Sache für Gänsehautmomente beim Publikum.
Die Spitzen-Tänzer unter Leitung von Bridget Breiner bringen die überaus erfolgreiche Inszenierung der „Charlotte Salomon“ in die neue Spielzeit. Auch die Schweizerin Kusha Alexi wird wieder die Hauptrolle tanzen.

Mit „Alice im Wunderland“ wird die Company im Oktober ihre erste Premiere der neuen Spielzeit feiern. Unter der Leitung des brasilianisch stämmigen Choreografen Luiz Fernando Bongiovanni wird der Klassiker der Weltliteratur im Kleinen Haus gezeigt. Das Besondere hier: die einmalige Raumkonzeption, in der das Publikum Teil der Welt der Alice wird, die viel mehr ist als einfache Kinderfantasie.

Tanz-Company über die Region beliebt


Die zweite Wiederaufnahme ist Tschaikowskis Klassiker „Schwanensee“, der in der Inszenierung von Bridget Breiner auf die Bühne des Großen Hauses zurückkehrt.
„Ende Januar“, so die Company-Chefin, „können wir eine Spielplanidee fortsetzen, die wir in der vergangenen Saison zu entwickeln begonnen haben.
Mit „B3 vertanzt“ wird ein dreiteiliger Ballettabend von drei unterschiedlichen Choreografen im Zusammenwirken mit der Neuen Philarmonie auf die Bühne gebracht. Musikalische Namensgeber des Abends sind Ludwig van Beethoven und Johann Sebastian Bach.

Nicht mehr wegzudenken aus der Ballettszene des MiR sind auch die Jam-Session-Abende. Dieses Format wird mit einem internationalen Tag des Tanzes im April 2016 gewürdigt.
Ebenso weitergeführt wird das Jugendtanzprojekt „move“, das durch den geplanten Umbau des Großen Hauses für die neue Spielzeit im stadt.bau.raum Gelsenkirchen angesiedelt ist.
Ganz besonders freut sich Bridget Breiner, dass die Company von den Ruhrfestspielen Recklinghausen zu deren Festivalprogramm eingeladen wurde, um dort einen neuen Ballettabend für die Festspiele zu kreiren.

MiR goes Pop und trifft Pe Werner


Was das konzertante Repertoire des MiR für die neue Spielzeit betrifft, darf sich das Publikum wieder über Sinfonie- Familien-, Sparkassen und Sonderkonzerte sowie die MiR goes-Reihe freuen. Dieses Mal trifft die Philarmonie auf Pop, Film und Disco.
Ein selten aufgeführtes Stück ist dabei das 3. Sinfoniekonzert „Von Leben und Tod“ von Charles Grounod. Gleich vier Chöre der Region sind am Schluss von „Mors et Vita“, so der originale lateinischen Titel, zu erleben.

Bei MiR goes Pop trifft die Neue Philharmonie auf die Sängerin, Songwriterin, Buchautorin und Kabarettistin Pe Werner und feiert deren Hits und ihren Schnapszahl-Geburtstag in orchestralem Glanz.
Highlight der neuen Spielzeit sind auch zwei ungewöhnliche Formate: Im Juni 2016 kommt das Taschenopernfestival nach Gelsenkirchen und gleichzeitig baut der Cirque Bouffon auf dem Vorplatz des Kleinen Hauses sein Zelt auf, um Jung und Alt in ein magisches Universum voller Poesie, Musik, Theater, Kunst und Lebensfreude zu entführen.
Alles verspricht, ein unvergessliches Erlebnis zu werden.
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