"ingolf geht arbeiten" - Zweite Auskopplung des feXm-Projekts im Musiktheater

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Gelsenkirchen: Musiktheater im Revier |

Mit „ingolf geht arbeiten“ wird die außergewöhnliche Musiktheater-Projektreihe unter dem Titel „ingolf“ am Gelsenkirchener Musiktheater im Revier am 4. und 25. September um 19 Uhr im Malsaal fortgeführt. Ermöglicht wird diese mehrteilige und prozessorientierte Arbeit durch den Fonds Experimentelles Musiktheater [feXm], einer gemeinsamen Initiative von NRW KULTURsekretariat und Kunststiftung NRW.


Über zwei Spielzeiten hinweg erkunden in „ingolf“ der Filmemacher Daniel Kötter, der Komponist Hannes Seidl und die Bühnenbildnerin Rahel Kesselring in unterschiedlichen Präsentationsformaten das Phänomen „Oper“ als gesellschaftliches und betriebliches System. Ausgehend von einer realen Person – Ingolf Haedicke, 72, passionierter Hobbybastler und ehemaliger Leiter der Phonothek an der Humboldt Universität Berlin – entsteht dabei die Kunstfigur „ingolf“.
Haedickes Gedanken zu einer Oper werden in einem ersten Schritt innerhalb der einzelnen Abteilungen des MiR diskutiert und weiterentwickelt, bevor auf dem weiteren Entwicklungsweg auch die Einwohner Gelsenkirchens einbezogen werden.

Wer ist eigentlich dieser Ingolf?


Dabei tritt der Ideengeber sukzessive zurück hinter ein komplexer werdendes System ingolf, dem schließlich Theater, Publikum und die Stadt selber angehören. Bei „ingolf geht arbeiten“ geht es um Fragen wie: Ist ingolf eine Person? So jedenfalls schien es beim ersten Teil von Kötter/Seidls sechsteiligem „ingolf“-Projekt.
Ein offenbar dokumentarischer Film zeigte in „ingolf lebt allein“ einen Tag im Leben des Instrumententüftlers Ingolf Haedicke samt seinem Nachdenken über neue Wege der Oper. Dabei wurde er auf der Bühne vom Sirenengesang vierer Soprane kommentiert. Die Realisierung von Ingolfs Oper der Zukunft geht im nächsten Schritt nun überraschende Wege und führt den Zuschauer in den verborgenen Teil des MiR, wo Theater gemacht wird: in die Werkstätten.
Wo aber liegen die Grenzen zwischen Realität und Inszenierung? Wieder kreuzt Film sich mit Live-Geschehen. Von den Protagonisten des ersten Teils verbleibt nur eine Sängerin. Auf der Leinwand sehen wir sie in Haedickes Wohnung versetzt, ihre morgendlichen Rituale gleichen den früheren Haedickes, von ihm aber fehlt jede Spur. Auch die Tischler des MiR geben Blicke in ihr Privates frei. Andere Betten, Bäder und Kaffeemaschinen. Währenddessen entsteht ein Bühnenbild, das seltsam der Wohnung des Films gleicht. Die Tischlerei mutiert dabei zur Bühne, der Theaterhandwerker wird zum Opernperformer.
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