Konrad aus der Konservenbüchse

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(v.l.o.n.r.u.) Regisseurin Ulla Theißen, Ausstatterin Helke Hasse, Dramaturgin Anna Melcher und Schauspieler Helge Salnikau freuen sich bereits auf die Premiere am 23. November.
 
Komponist Gisbert Näther griff für „Konrad“ auf unkonventionelle „Instrumente“ zurück.
Gelsenkirchen: Musiktheater im Revier |

Am Samstag, 23. November, 16 Uhr, wurde im Kleinen Haus des Musiktheater im Revier nicht nur eine Premiere, sondern eine Uraufführung gefeiert: Christine Nöstlingers „Konrad oder das Kind aus der Konservenbüchse“.

Die Handlung

Konrad ist das perfekte Kind. Hergestellt in einer Fabrik und auslieferungsfertig in einer Konservenbüchse verpackt landet er aufgrund einer Fehllieferung bei der chaotischen, aber liebevollen, Berta Bertalotti. Die alleinstehende Frau erwartet zwar immer wieder so einiges per Post; ein Kind hatte ihr jedoch gerade erst gefehlt! Mit voller Wucht prallen hier zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinander - doch diese Gegensätze ziehen sich an und können sehr bald nicht mehr ohne einander.

Mit von der Partie sind natürlich - wie könnte es anders sein - auch Bertalottis Nachbarn und Freunde, allen voran ihr Hausfreund Egon, der Apotheker, der sich nach einiger Gewöhnung an Konrad als dessen Vater benennt. Auch das Nachbarsmädchen Kitti freundet sich schnell mit Konrad an und entfacht die ersten menschlichen Emotionen in ihm.

Als die Fehllieferung jedoch auffliegt und die Fabrikarbeiter Konrad wieder mitnehmen wollen, heckt seine neue Familie einen Plan aus Verstecken und Umerziehung aus, damit die Fabrikarbeiter ihn nicht wiedererkennen...

Klassisches Familienstück für Jung und Alt

„Es ist ein klassisches Familienstück, dabei wird auch den Eltern sicherlich nicht langweilig“, verspricht Ulla Theißen, die nicht nur die Regie führt, sondern auch die Konzeption ausarbeitete und das Libretto schrieb. Geeignet ist das Musiktheaterstück für Kinder ab fünf Jahren.

Der erste Blick auf die Bühne verrät: es wird abenteuerlich! Denn auf einer Bühne tummeln sich nicht weniger als fünf Handlungsorte und die Band, die „ganz nebenbei“ auch die Statisterie gibt. „Es ist höchst ungewöhnlich, dass Musiker auf der Bühne schauspielerisch aktiv werden“, weiß Theißen. Doch das Zusammenspiel aller Beteiligten, die aus den Fächern Gesang, Musik und Schauspiel kommen, empfanden alle sofort als sehr bereichernd.

Besonderes musikalisches Erlebnis

Musikalisch ist „Konrad“ auch ein ganz besonderes Erlebnis - nicht nur für die kleinen Besucher: Komponist Gisbert Näther entwickelte einen sehr experimentellen Sound für das Stück, in dem Instrumente zu Stimmen werden und Musik den Charakter einer Rolle ausfüllen.

Besonders originell ist dabei seine Herangehensweise an die Rolle Konrads. „Er ist in einer Fabrik getaktet worden, um das perfekte Kind zu sein; das galt es darzustellen und über die Dauer des Stücks zu entwickeln. Ich habe ihm deshalb statt Gesang eine rhythmische Sprechart zugeordnet, die sich nach und nach verflüssigt“, verrät Näther.

Was "Konrad" denkt

Und wie ist es, in dieses perfekte „Kind aus der Konservendose“ zu schlüpfen? „Zuerst einmal faszinierte mich unsere Gegensätzlichkeit“, berichtet Schauspieler Helge Salnikau, der den Konrad mimt, „Denn ich bin so gar nicht der ordentliche, korrekte Typ. Doch besonders seine Entwicklung hin zu einem ‚normalen‘ Jungen hat mich interessiert.“

Hier gibt's Karten!

„Konrad oder das Kind aus der Konservenbüchse“ wird insgesamt 30 Mal im Kleinen Haus des MiR gespielt, Karten zum Preis von 7,50 Euro sind an der Theaterkasse, Tel. 0209/ 4097200, oder über www.musiktheater-im-revier.deerhältlich.
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