Kunst für Jung und Alt

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(v.l.n.r.) Direktorin des Kunstmuseums Gelsenkirchen, Leane Schäfer, zeigt zusammen mit Anna-Lucia Wittke, Studentin der Kunstgeschichte und Mitarbeiterin der Museumspädagogik, erstmalig einen Flyer der Kunstvermittlung. (Foto: Gerd Kaemper)
 

Kunst für groß und klein, Kunst für jung und alt: Das diesjährige Programm der Kunstvermittlung im Kunstmuseum Gelsenkirchen hält einiges bereit. Ein neues Format hat die „sinnliche Führung für Menschen mit Demenz“ zum Fokus.

Von Michelle Lahmer

Kunst ist für jedermann da, unabhängig von Geschlecht, Herkunft und auch Alter. Um dem demographischen Wandel künstlerisch zu begegnen, stellten die Direktorin des Kunstmuseums, Leane Schäfer, und die Mitarbeiterin für Museumspädagogik, Anna-Lucia Wittke, die neue Führung „Zeit widmen - eine sinnliche Führung für Menschen mit Demenz“ vor. Der erste Termin ist am Freitag, 19. Februar. Die Führung dauert circa eine Stunde und ist für die Teilnehmenden kostenlos.

Nicht nur für die Teilnehmer spannend


Eingeleitet wird das Ganze mit einem Begrüßungskaffee. Danach begleitet das Team des Kunstmuseums die Teilnehmer zu ausgewählten Gemälden, Plastiken und Installationen. „Besonders ist, dass Menschen, die kognitive, also geistige, Veränderungen, erleben, auch ihre Umwelt anders wahrnehmen. Doch dies muss keinesfalls zwangsläufig negativ sein“, erklärt Martina Mail vom Generationennetz Gelsenkirchen.
Dass diese Menschen Kunst oftmals anders wahrnehmen, ist besonders spannend, da sich dadurch andere Sichtweisen eröffnen können. Oberstes Ziel ist es, die Gesellschaft dahin gehend zu sensibilisieren, dass Menschen mit kognitiven Veränderungen nicht ausgrenzt, sondern in das normale Leben integriert werden. So möchte man bei der Kunstvermittlung zum Beispiel Landschaften zeigen, die mögliche Erinnerungen wecken könnten oder auch abstrakte Gemälde, die die Fantasie anregen. Handschuhe wird es ebenfalls vor Ort geben, um gewisse Installationen haptisch, mit den Händen, erfassen zu können.

Lokale Allianz für Menschen mit Demenz


Diesem neuen Format gehen Schulungen der Mitarbeiter voraus, in denen sie lernen, wie man mit Menschen, die sich geistig verändern, umzugehen hat. „Wir haben einiges gelernt, damit wir spezifisch auf diese Menschen eingehen können und besser verstehen, wie sie denken“, erklärt Anna-Lucia Wittke, die derzeit ihren Master in Kunstgeschichte macht und für die Führungen zuständig ist.
„Das Ganze wird auch vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und hat zum Ziel, den Alltag der Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen dauerhaft zu verbessern“, so Leane Schäfer. „Das Angebot selbst entstand im Rahmen der Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz der Ruhr Kunst Museen“, führt die Direktorin weiter aus. Ab sofort bietet das Kunstmuseum an der Horster Straße 5-7 individuelle Gruppentermine für Senioren- oder Wohnheime an.
Zusätzlich gibt es exklusiv an einem Freitag im Monat eine Führung, an der sich Menschen mit Demenz und ihre Begleitpersonen anmelden können. Nach dem 19. Februar sind die Termine am 18. März, 15. April, 20. Mai, 17. Juni, 15. Juli, 19. August, 16. September, 21. Oktober, 18. November und 16. Dezember. Die Führungen finden jeweils von 15.30 bis 16.30 Uhr statt.

Für jeden etrwas dabei


„Für die Zukunft hoffen wir natürlich darauf, dass sich Menschen finden, die ehrenamtlich Führungen machen wollen. Eine Schulung im voraus ist da natürlich unabdingbar“, so Leane Schäfer.Unter der Telefonnummer 169-4130 könen sich Interessenten für eine Führung anmelden, für Informationen steht die Nummer 169-4361 bereit oder aber per E-Mail an kunstmuseum@gelsenkirchen.de.
Das Vermittlungsangebot des Kunstmuseums Gelsenkirchen ist ein wichtiger Bestandteil des Hauses. Zum Überblick und erstmalig gibt es einen neuen Kunstvermittlungsflyer, der Programme für Jung und Alt aufzeigt. Diese liegen im Museum aus und werden unter anderem an Schulen geschickt.
Für diejenigen, die sich noch unsicher sind, ob eine Führung etwas für sie ist, finden auf der letzten Seite des Flyers Themenbereiche, wie zum Beispiel „Wie kommt die Kunst an die Wand?“. „Gestik und Mimik - Porträts“, „Fernweh und Lebenswelt - Landschaftsmalerei“ und vieles weitere. Eine große Tradition haben die Ferienangebote des Museums in Buer, die auch dieses Jahr wieder einiges bereithalten: Unter dem Motto „Osterferien im Kunstmuseum Gelsenkirchen 2016 - der Frühling lässt grüßen!“ werden Kinder zwischen fünf und zwölf bespaßt. Es wird gebastelt und gemalt.

Private Führungen sind möglich


Das Angebot gilt von Montag, 21. März, bis Freitag, 25. März, und von Montag, 28. März, bis Freitag 1. April. Das Programm findet von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr statt. Mit Anmeldung gibt es ein gratis Frühstück von 8.30 bis 10 Uhr und die Mittagsbetreuung von 12 bis 14 Uhr. Die Anmeldung gilt ab sofort und kann unter der Rufnummer 169-4377 oder per E-Mail an kunstmuseum@gelsenkirchen.de erfolgen.
Darüber hinaus können private Gruppen oder Firmen eine einstündige Führung buchen. Weitere Programme sind „Mit Oma und Opa ins Museum“, Schnupperführungen, Angebote für Grundschulen, Förderschulen und weiterführende Schulen gehören zum Repertoire des Kunstmuseums.
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