Lange Dreh-Nacht in Gelsenkirchen - das Hans-Sachs-Haus als Kulisse für den Film „El Olivo“

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Der Kleindarsteller André Bourgeois in Aktion - hier als „Photo-Journalist“ rechts im Bild mit der Kamera
 
Der Kleindarsteller André Bourgeois im Jahre 2014
Gelsenkirchen: Hans-Sachs-Haus | Josef Dransfeld im Juli 2015

Für den spanisch-deutschen Kinofilm „El Olivo“ hat André Bourgeois, ein Kleindarsteller aus Essen-Altenessen, die Rolle eines Journalisten angenommen. Er soll eine Menschenmenge photographieren, die vor der deutschen Zentrale eines international agierenden Konzerns protestiert und fordert, dass ein uralter Olivenbaum zurück zum Originalstandort gebracht werden soll. Die passende Kulisse bildet das imposant kernsanierte Hans-Sachs-Haus in Gelsenkirchen.

"Warum sind Sie, Herr André Bourgeois, eigentlich heute hier als Kleindarsteller am Hans-Sachs-Haus in Gelsenkirchen?" - so beginnt immer mein Interview, wenn ich in meiner Wahrnehmung interessante Leute befragen will.

Herr André Bourgeois, der "als gebürtiger Franzose in Deutschland zur Welt gekommen" ist und zweisprachig aufwuchs, antwortete sinngemäß:

Freude und Begeisterung am Spiel sowie die besondere Atmösphäre am Set führen mich an solche Orte, an denen Filme produziert werden.

Mein Beruf "Kommunikations-Designer & Gestalter" fordert bei der Ausarbeitung eines Entwurfes jeden Tag aufs Neue meine Kreativität und meinen grafischen Spieltrieb heraus, deren Muse auch zum Film "linst". Kein Wunder also, lässt mich diese Ader doch leicht mit vielen gleichgesinnten Mitspielern in Kontakt treten und durch das Spielen einer Rolle meine Spielfreude kommunizieren. Auch genieße ich die reizvollen Abwechslungsmöglichkeiten, mich in unterschiedlichste Rollen, in verschiedene Welten "einzuschnuppern", so z.B. als französischer Kommissar in "Der letzte Bulle - Ins Paradies" mit einer Textrolle in meiner Muttersprache.

Heute, vier Tage insgesamt, spiele ich einen Journalisten und Photoreporter, der mit seinen Mitspielern, den demonstrierenden Menschen, gemeinsam agiert und zugleich die Aura dieser Szene einer Protest-Kundgebung mit seiner Kamera einfängt. Wenn ich meine Rolle ins Bild setze - Bild wie eine Szene beim Film auch heißt - z.B. wenn wie hier Demonstranten mit ihren Transparenten photographiert werden sollen, muss es möglichst realistisch wirken.

Doch die Zusammenarbeit aller Mitspieler beginnt beim Film eigentlich viel früher, nicht erst am Set oder mit Drehbeginn. Schon am Empfang, dem Treffpunkt der Darsteller, gilt es pünktlich zu sein, möglichst relaxt und zugleich gut vorbereitet anzukommen. Denn Einstimmung und Stimmung müssen unbedingt passen! Natürlich verspüre ich auch immer eine leichte "Fitting"-Nervosität: Was erwartet mich in der Maske, beim Kostüm? Wie geht es mit der Umgestaltung der eigenen Optik vor sich? Bin ich der Rolle entsprechend ausstaffiert? Fühle ich mich wohl in meiner zweiten Haut? Habe ich ein passendes Kostüm, auch der Zeit entsprechend? - bei historischen Filmen ist dies besonders wichtig!

Offenheit und Freude sind der Schlüssel für den Umgang aller am Set, das gilt ausnahmslos für alle, für alle Mitwirkenden von Regie, Ton, Technik, Licht, Kamera, Kostüm, Maske, Requisite und deren vielen weiteren Helfern im Hintergrund, bis hin zu den Mitspielenden vor der Kamera. Entscheidend, doch selten, sind gerade bei längeren Szenen und Nacht-Drehs die "Set-Hopper", die in kurzen Drehpausen mit belegten Brötchen, Getränken und „Schokoladigem“ das Leben am Set sprichwörtlich versüßen.

Gerne genieße ich es, durch eine Geste oder einen meiner Wortwitze ein Lächeln in das Gesicht eines anderen zu zaubern - das ist wohltuend. "Gern dreh ich, 'dreh ich freudig am Rad', wenn ich beim Dreh ein mir bekanntes Gesicht wiederfinde." - So begrüßte ich diesmal auch eine mir lieb gewonnene Kollegin, Gerlinde Pelikan aus Hannover, die an anderer Stelle in einer Familien-Story meine Film-Ehefrau mimte.

Nun wenn es am Set heißt: "Und Aktion", dann ist höchste Konzentration und Disziplin angesagt. Die Minuten, in denen die Kamera läuft, sind kostbar, denn nur jetzt können alle zeigen, was sie können und wie sie alle miteinander zusammenwirken können.

Dann entscheidet die Regie: "So, das war ok, das nehmen wir!" Jetzt ist es Zeit für einen Szenenumbau oder Standortwechsel! Das heißt parallele Darsteller-Pause mit Prüfung von Maske und Kostüm, eventuellem Kostümwechsel, "Set-Hopper-Imbiss" und Darsteller-Plausch: "Mit dir spiel ich gerne zusammen!" - Solche Feedbacks sind natürlich für alle immens wichtig, die daraufhin immer wieder gerne und gemeinsam am Gesamtwerk eines Filmes mitwirken.

Abschließend möchte ich noch eines ganz klar stellen: Produktionen, in denen gewaltverherrlichende Szenen vorkommen oder für radikale Extrempositionen geworben werden, kommen für mich nicht in Frage - Das lehne ich rundweg ab, das ist nicht mein Ding, generell!

"Herzlichen Dank, Herr Bourgeois, für Ihre Einblicke in die Welt des Films." Wie weiter zu erfahren war, wurde am und im Gelsenkirchener Hans-Sachs-Haus bis kurz vor 5 Uhr morgens gedreht - eine lange Dreh-Nacht.



P.S.: Wg. der Freigabe des Photos und der Genehmigung des Interviews konnte der Beitrag leider erst heute veröffentlicht werden.


weitere Artikel zum Film-Dreh "El Olivo" in Gelsenkirchen:

http://www.gelsenkirchen.de/de/rathaus/mitteilunge...
http://www.komparse.de/Gesuch37119.htm
http://www.komparse.de/Gesuch37338.htm
http://www.colognecastingpool.de/index.php?article...
http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/am...
http://www.cineuropa.org/nw.aspx?t=newsdetail&l=en...




Soweit zum Film "El Olivo", zu deutsch "Der Olivenbaum",

nun zu einer erschreckenden Wirklichkeit:

Alle europäischen Olivenbäume sind durch ein von Nord- und Südamerika eingeschlepptes Bakterium in ihrem gesamten Bestand bedroht:

"Feuerbakterium bedroht Süditalien - Angriff auf die Olivenbäume", so titelte unlängst eine Zeitung

Lesen Sie bitte:
http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/vermischt...
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