Musiktheater im Revier: Mit Alice ins Wonderland tanzen

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Ein großes Puzzle aus Türen bestimmt das Bühnenbild bei „Alice in Wonderland“. Die Figuren, die Alice begegnen verschwinden gern hinter den Türen, ob Alice das auch kann? Choreograph Luiz Fernando Bongiovanni hat nicht alles verraten... Fotos: Gerd Kaemper
  Gelsenkirchen: Musiktheater im Revier |

Schon das Foyer des Kleinen Hauses vom Musiktheater im Revier gehört zur Kulisse: Im Tea Party-Raum können sich die Ballett-Besucher auf ihren Ausflug ins Wunderland mit 14 Tänzern, die insgesamt 60 Kostüme anziehen, vorbereiten. Die neue Produktion„Alice in Wonderland“ feiert am Samstag, 31. Oktober, 19.30 Uhr Premiere.

„Als unsere Ballett-Direktorin Bridget Breiner und ich die Musical-Produktion „Cabaret“ gesehen haben und schon das Foyer zum Kit-Kat-Club umgebaut war, da waren wir uns sicher: So einen großen Spielplatz wollen wir auch mal bauen“, verrät Ballett im Revier-Manager Florian König. „Und mit der Produktion „Alice in Wonderland“ durften wir diesen Traum verwirklichen.

Teegesellschaft schon im Foyer des Kleinen Hauses

Wie das Wunderland aussieht, das hat Britta Tönne stark beeinflusst, sie ist fürs Bühnenbild verantwortlich. „Bei den ersten Gesprächen mit dem Choreographen Luiz Fernando Bongiovanni, die via digitaler Kommunikation stattfanden, erzählte er mir von seiner Vorstellung eines Bühnenbildes mit einer Art Catwalk und weißen Wänden, die dann für Projektionen benutzt werden sollten“, erinnert sich Britta Tönne. „Und ich sagte erstmal: Mal sehen, ich arbeite mich mal ein.“ Während sie sich mit „Alice in Wonderland“ auseinandersetzte, sie kannte wie so viele andere ein paar - von Disney geprägte - Szenen und Figuren wie die Grinsekatze oder das Kaninchen, aber nicht das ganze Buch, wurde ihr klar, dass sie keine Projektionen wollte. „Ich hatte das Gefühl, dass man etwas Haptisches braucht bei diesem Stück.“ Und Schritt für Schritt überzeugte sie den brasilianischen Choreographen. Und so besteht die Bühnenkulisse aus einem überdimensionalen, wunderschönen Puzzle aus Türen, bei denen man sich fragt: Wie viele funktionieren wirklich? Was ist dahinter?

"Ich liebe den Austausch mit dem Team

„Ich liebe diesen Teamwork, den Austausch mit dem Team“, gibt Bongiovanni offen zu. Und so geht er auch die Choreographie an: Er ist nicht mit einem fertigen Konzept gekommen, sondern hat sich mit den Tänzern, die für ihn auf der Bühne stehen, beschäftigt. „Es ist wichtig, dass sie ihre Persönlichkeit einbringen, dann wird es noch besser“, weiß er. „Und so spiegelt die Bühnenarbeit ein wenig die Geschichte, die wir erzählen.“

Geschichte vom Erwachsenwerden

Denn „Alice in Wonderland“ ist für Bongiovanni eine Geschichte vom Erwachsenwerden, vom sich entwickeln. „Alice sucht ihren Weg, ihre eigene Stimme, ihr Selbstbewusstsein“, erklärt der zweifache Vater, der zugibt, durch seine Kinder nochmal einen anderen Blick auf die Kindes-Entwicklung zu haben. „Man wünscht sich, dass jeder, der aufwächst, seinen Weg findet. Aber weiß auch, dass das nicht jedem gelingt.“ Und wenn es mit dem Ballett glücke, dem einen oder anderen auf diesem Weg den letzten Anstoß zu geben, dann haben Bongiovanni und sein Team ihr Ziel erreicht. „Ich würde gern mit Ihnen nochmal über das Ballett reden, wenn sie die fertige Produktion gesehen haben“, gibt er zu. „Denn mich interessiert sehr, wieviel das Publikum von den Ideen, den Gedanken, die wir uns gemacht haben, wirklich erfasst.“

Nähe zum Publikum

Überhaupt sei die Nähe zum Publikum im Kleinen Haus eine echte Herausforderung für die Tänzer. „Bei der Matinee haben einige große Augen gemacht, wie nah das Publikum wirklich ist“, verrät er. Aber auch das mache den Zauber der Geschichte aus, der sich schon bei der Probe entfaltet, obwohl die Darsteller - inklusive einer grazil-elegantenFrancesca Berruto als Alice - noch nicht in Kostümen auf der Bühne stehen. Schon vor der Premiere wünscht man sich, diese Teegesellschaft, die im Foyer beginnt, möge niemals enden.
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