My Yves Klein (Approaching) - Ein Geschenk für das Kunstmuseum anlässlich der Initiative „25/25/25“ der Kunststiftung NRW

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Die Schweizer Künstlerin Pamela Rosenkranz ist von Yves Kleins Werken inspiriert. (Foto: Gerd Kaemper)
 
Ein Ausschnitt von „My Yves Klein Blue“. Zu sehen im Kunstmuseum. (Foto: Gerd Kaemper)
Gelsenkirchen: Kunstmuseum |

Von zahlreichen Wänden und Werbetafeln stechen einem momentan hautfarbene Plakate mit blauer Aufschrift ins Auge. Sie sind das Aushängeschild für die Installation „My Yves Klein Blue (Approaching)“, die bis zum 8. März 2015 im Kunstmuseum Gelsenkirchen zu sehen ist.

Die Rauminstallation wurde eigens für das Gelsenkirchener Museum von der Schweizer Künstlerin Pamela Rosenkranz entworfen. Im Rahmen der Initiative „25/25/25/“ der Kunststiftung NRW aus Anlass ihres 25-Jährigen Bestehens wurden von einer Jury zunächst 25 städtische Museen ausgewählt, um in einem zweiten Schritt den Kunsthäusern 25 internationale Künstler zuzuweisen. Dass es gerade dieses Werk wurde lag nicht fern: „Es gab verschiedene Ideen und dass es diese Installation mit der Venus von Yves Klein wurde, war eine Entwicklung. Aber ich beschäftige mich schon lange mit ihm und seiner Kunst und er ist sehr interessant für mich“, sagt Rosenkranz. „Gelsenkirchen war außerdem auch eine Metropole für Yves Klein“, fügt Leane Schäfer, Leiterin des Kunstmuseums, hinzu.

Im oberen Türmchen des Veranstaltungsraumes hat die Künstlerin zunächst einen Raum mit Inkarnat-Farbe, einem der Hautfarbe ähnlichen Ton, streichen lassen. „Für mich ist die Wandfarbe auch schon ein reales Objekt und wirkt für sich“, sagt die Künstlerin. Trotzdem inszenierte sie in dem Raum noch die blaue Venusfigur von dem französischen Künstler Yves Klein (1928-1962), die auf einem ebenfalls hautfarbenen Sockel und unter einer roten Plexiglashaube positioniert ist. Durch die Haube verschwindet das kräftige Blau der Figur, doch ihre Körperkonturen bleiben klar erkennbar. Je nach Lichteinfall wird die Wahrnehmung der Skulptur verändert. „Diese Unklarheit in der Wahrnehmung passt ideal in unser Haus. Der Betrachter muss genau hinschauen und versuchen die Situation zu enträtseln. Somit wird er Teil des Kunstwerkes“, meint Schäfer.

„Die Aufgabe der Kunst ist es immer klarer zu sehen.“
Pamela Rosenkranz,
Künstlerin


„Die Frage warum die Farbe Blau uns so anzieht beschäftigt mich schon einige Zeit. Es gibt zu dem Thema Evolutionsbiologische Ansätze. Ich setze es in meiner künstlerischen Freiheit um“, erzählt Rosenkranz.
Als Frau hinterfrage sie mit ihrem Werk auch Yves Kleins männliche Position und sehe den roten Kasten auch als eine Art Schutz für die Frau. Doch dies sei nur eine Aussage ihrer Installation. Vor allem solle der Betrachter den gesamten Raum und auch das Außen, das durch die Fenster eindringt nicht außer Acht lassen. Auch Hautfarbe ziehe den Menschen automatisch an. „Zuzüglich ist die Haut von Blut geprägt. Es ist wie Rot unter Weiß zu mischen. Rot und Blau sind wiederum Komplementärfarben, wobei das Rot für innen und das Blau für außen steht“, erzählt die Künstlerin. Also genau gegensätzlich zu dem Innen und Außen ihrer Installation.

Das Kunstmuseum Gelsenkirchen ist bereits das zwanzigste Haus in dem das Projekt realisiert wird. „Wir sind sehr dankbar und stolz über das Geschenk. Wir nehmen nicht alles an. Aber bei diesem passt einfach alles“, sagt Schäfer.
Für Dr. Barbara Könches und Stefanie Seidel, die Vertreterinnen der Kunststiftung, ist es besonders wichtig „mit dem Projekt darauf hinzuweisen, was für wundervolle Museen es in Nordrhein-Westfalen gibt, von denen die Menschen es oft gar nicht wissen.“
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