Projekt Neuanfang

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Für „Isola della speranza“ übernahm Ulrich Penquitt die Regie. Die Inszenierung selbst stammt vom Trias-Theater Ruhr und handelt von dem Paar Nuri und Zera, das sich auf eine schwierige Reise begibt. (Foto: Ralf Nattermann)
 
Im Wohnzimmer GE wird es am Donnerstag, 6. April, wieder musikalisch: Bei „Open Stage“ sind besonders Geflüchtete eingeladen, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Drei Stunden, also von 20 bis 23 Uhr, kann man sich vollends gehen und in musikalische Traumwelten entführen lassen. (Foto: Wohnzimmer GE)

Der Deutsch-Türkische Freundeskreis Gelsenkirchen hat die Veranstaltungsreihe „Neuanfang“ mit dem Kulturraum „die flora“, dem Kommunalen Integrationszentrum Gelsenkirchen (KIGE) und weiteren Partnern organisiert. Die Reihe möchte Austausch und Begegnung zwischen den Bürgern und den in die Stadt Geflüchteten anbieten, Perspektiven aufzeigen, gemeinsame Aktivitäten anstoßen.

So können auch bestehende Vorurteile und negative Einstellungen auf allen Seiten abgebaut und ein friedliches Miteinander entwickelt werden. Die Programmreihe ergänzt die vielen verschiedenen Aktivitäten, die auf diesem Gebiet in Gelsenkirchen geleistet werden.
Das Projekt "Neuanfang" beginnt am Mittwoch, 22. März, 19 Uhr mit „Durch die Wand“, einer Lesung mit Nizaquete Bislimi. Die ehemalige Asylbewerberin und heutige Essener Anwältin Nizaqete Bislimi liest aus ihrem autobiografischen Buch „Durch die Wand“. Nizaqete Bislimi, geboren 1979 im Kosovo, kommt 1993 nach Deutschland. 14 Jahre lang lebt sie mit ihrer Familie in Flüchtlingsunterkünften und im Status der Duldung, 14 Jahre ohne sichere Lebensperspektive, in Unsicherheit und Angst. Doch sie macht Abitur und studiert Jura an der Universität Bochum. Heute arbeitet Nizaqete Bislimi als Anwältin für Ausländerrecht und Asylrecht und ist Erste Vorsitzende des BRV – Bundes Roma Verband. Nach der Lesung steht die Autorin zu Gespräch und Erfahrungsaustausch mit dem Publikum gerne zur Verfügung. Die Buchhandlung Junius beteiligt sich mit einem Büchertisch. Der Eintritt ist frei. Veranstaltungsort ist das Lalok Libre, Dresdener Straße 87.

Am Dienstag, 28. März, 19.30 Uhr geht es mit dem Film „Die kleinste Armee der Welt“ weiter. Hamon und Marcus, ein Afghane und ein Deutscher, durchqueren als Bavarian Taliban mit Turban und Kalaschnikow die Alpen. Der Film folgt der humorvoll-kritischen Kunst-Performance des Duos. Als kulturelle Guerilleros proben sie Begegnungen in Bayern und im Salzburger Land, die Flucht und Heimat, Fremdsein und Islamophobie behandeln. Die Bavarian Taliban drehen die gewohnte Perspektive um: sie kommen als gute Taliban. Ihr Experiment: die Alpenregion zu zivilisieren. Was anfangs wie eine Komödie aussieht, birgt in Wahrheit Konflikte. Dabei träumen Hamon und Marcus selbst davon, heimisch zu werden im Bergland. Die Vorführung findet in Anwesenheit des Regisseurs statt. Der Eintritt ist auch hierbei frei. Veranstaltungsort ist der Kulturraum „die flora“, Florastraße 26.

Am Samstag, 1. April, 20 Uhr inszeniert das Trias-Theater Ruhr „Isola della speranza“. Im Flüchtlingscamp auf der „Insel der Hoffnung“ denken nicht alle Flüchtlinge – so wie das Paar Nuri und Zera – nur an die Weiterreise zu einem friedlichen, angstfreien Ort. Nuri ist vor der Gewalt in seinem Heimatland Syrien geflohen und stellt sich damit gegen den Willen seiner Eltern, die Mitglieder der PKK sind und ganz im Kampf um Unabhängigkeit und gegen den IS aufgehen. Nuri und Zera werden von Azmi begleitet, der für sie die Weiterfahrt per Boot organisiert. Als sie jedoch erfahren, dass Azmi für Assads Geheimdienst arbeitet, spitzt sich die Lage zu. Der Eintritt beträgt 14 Euro, ermäßigt 12 Euro. Auch diese Inszenierung findet im Kulturraum „die flora“ statt. VVK gibt es bei der Stadt- und Touristinfo im Hans-Sachs-Haus, Ebertstraße 19.

Weiter geht es am Donnerstag, 6. April, 20 bis 23 Uhr, mit „Open Stage“ - Offene Bühne im Wohnzimmer GE, Wilhelminenstraße 174 b. Seit über einem Jahr sind im Rahmen der von der Flüchtlingsinitiative an-GE-kommen, den Herbs und dem Wohnzimmer GE initiierten Aktion „Musik mit Geflüchteten in GE“ Musiker und Interessierte, die aus ihrer Heimat fliehen mussten, nachdrücklich herzlich eingeladen, an der Open Stage teilzunehmen. Für alle, die auf die Bühne wollen: Gestellt wird eine kleine Backline aus Cajon, Gesangsmikrofonen, Gitarren, Bass, einem Klavier und genug Möglichkeiten, eigene Saiteninstrumente anzuschließen. Auch hier ist der Eintritt frei.

Der letzte Termin des Projektes "Neuanfang" ist am Sonntag, 9. April, 16 bis 19 Uhr, mit „Neu in Deutschland. Eine Zeitung mit Themen über Flucht, Liebe und das Leben“. Dabei gibt es eine Lesung und ein Gespräch beim Welcome-Café in Buer. An diesem Sonntag präsentiert sich die Redaktion der Zeitschrift „Neu in Deutschland“ im Welcome-Café des Deutsch-Türkischen-Freundeskreises Gelsenkirchen einer breiten Öffentlichkeit. Die Texte der Zeitungsredaktion mit Sitz in Bochum enthalten Berichte über Menschen, Flucht, Liebe und das Leben. Im Welcome-Café wird in deutscher und in arabischer Sprache gelesen. Der Eintritt ist kostenlos. Veranstaltungsort ist der Deutsch-Türkische Freundeskreis Gelsenkirchen, Brössweg 16.
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