Stimmen zum Tod von Marcel Reich-Ranicki

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Frankfurt am Main: Frankfurt am Main | Ich habe mein ganzes Leben lang mich mit Literatur beschäftigt. Ich habe immer wieder versucht, die Literatur lesbar zu machen für ein möglichst großes Publikum. Es ist keine einfache Sache, deutsche Literatur lesbar zu machen. Es sind sehr unterschiedliche Autoren. Aber ich habe alles getan, weil es mir Spaß gemacht hat und weil ich einfach diesen Erfolg auch erlebte, den Erfolg, das zu machen, was mir gefällt." Marcel Reich-Ranicki

Am Mittwoch ist der große Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki im Alter von 93 Jahren gestorben. Hierzu einige Stimmen aus den Bereichen Kunst, Kultur, Presse und Politik.

"Es bleibt mir in Erinnerung, dass er Literatur immer auch benutzte, um sich selbst einzubringen. Literatur war für ihn Leben, und er war genauso streitbar und engagiert und leidenschaftlich, wenn kein Fernsehen dabei war. Helmuth Karasek (Literaturkritiker)

"Wir trauern alle. Noch vor 2 Stunden habe ich ihn besucht." Frank Schirrmacher (FAZ-Herausgeber)

"Marcel Reich-Ranicki konnte polarisieren wie wenige andere. Seinem Motto 'Die Deutlichkeit ist die Höflichkeit der Kritiker' ist er immer treu geblieben. Und das auf seine ganz besondere Art, authentisch, glaubwürdig, unverwechselbar. Mit seiner deutschen, polnischen und jüdischen Biografie war er auf eine ganz außerordentliche Weise mit der Geschichte und Kultur unseres Landes verbunden. (...) Wir haben Marcel-Reich-Ranicki viel zu verdanken und er wird uns allen fehlen." Dr. Thomas Bellut (ZDF-Intendant)

„Selbstverständlich war er verletzend. Selbstverständlich ist er über das gegangen, was man als rote Linie in der Literaturkritik bezeichnen könnte. So war er, ein unglaubliches Temperament. Da, wo es verletzend war, war es Teil seiner Lebendigkeit. " Iris Radisch (Literatur-Journalistin)

TV-Tipp: Marcel Reich-Ranicki: Ein Portrait (Hessischer Rundfunk)

"Unser Land trauert um Marcel Reich-Ranicki. Sein Leben spiegelt eindrücklich deutsche und europäische Geschichte. An der Seite seiner unvergessenen Frau Teofila überlebte er das Warschauer Ghetto. Er, den die Deutschen einst aus ihrer Mitte vertrieben haben und vernichten wollten, besaß die Größe, ihnen nach der Barbarei neue Zugänge zu ihrer Kultur zu eröffnen. Mit Marcel Reich-Ranicki verliert die deutsche Literatur ihren leidenschaftlichsten Streiter und ihren entschiedensten Anwalt. Alle haben ihn geachtet, viele haben ihn geliebt, wir alle werden ihn vermissen." Joachim Gauck (Bundespräsident)

"Er hat für viele erfahrbar gemacht, dass der Zauber von Literatur den Menschen ganz wesentlich ausmacht, dass die Literatur ihn im Extremfall sogar überleben lässt." Angela Merkel (Bundeskanzlerin)

"Deutschland verliert einen bedeutenden Publizisten und großen Menschen. Er wird uns allen fehlen." Sigmar Gabriel (SPD-Vorsitzender)

"Er hatte ein unglaubliches jüdisches Schicksal und mit seiner Autobiografie 'Mein Leben' wird er unsterblich bleiben. " Dieter Graumann (Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland)

"Literaturkritik eine Landschaft, die für viele Menschen grau ist, bunt gemacht" hat. (...) Er hat für Deutschland mehr getan als die meisten Kultur-Politiker. Mit seinen Memoiren hat er uns nichts vergessen, aber vieles vergeben." Thomas Gottschalk (Showmaster)

„Marcel Reich-Ranicki ist tot. Es war mir eine große Ehre Marcel verkörpern und kennenlernen zu dürfen. Ein großer Mensch ist nun gegangen und ich verneige mich vor ihm! Danke Marcel, für all das, was Du uns hinterlässt. Ich werde immer an Dich denken!“. Matthias Schweighöfer (Schauspieler)




Marcel Reich-Ranicki lehnt den ZDF-Fernsehpreis ab

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Quellen: Bundespräsident.de, HR-online.de, Focus.de, KSTA.de, RP-Online.de, WDR2.de, RTL.de, Süddeutsche.de, T-Online.de (1), T-Online.de (2), ZDF.de, Youtube.com
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1 Kommentar
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Volker Dau aus Bochum | 20.09.2013 | 19:00  
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