Tanz-Projekt "Move!" im Musiktheater im Revier erinnert an Orwells 1984

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Berufsziel: Schauspieler! Ozughan Durmaz spielt und tanzt im Tanz-Projekt "Move!" des Musiktheaters im Revier die männliche Hauptrolle. Foto: Gerd Kaemper
 
Ozughan Durmaz mit Marieke Lobert: In der "Move!"-Geschichte 2018 geht es um eine verbotene Liebe... Foto: Pedro Malinowski/MiR
Gelsenkirchen: Musiktheater im Revier |

Es ist sein drittes Mal bei "Move!": Oguzhan Durmaz kann von Theaterluft nicht genug bekommen. Der 18-jährige, der gerade sein Abitur gebaut hat, war schon als Statist in "Mathis, der Maler" und "Jesus Christ Superstar" dabei - und hat jetzt beim Tanzprojekt die männliche Hauptrolle ergattert. Am Mittwoch, 4. Juli, 19.30 Uhr ist Premiere.

"Es gab so eine Art Vortanzen für alle und danach wurden die Rollen verteilt", berichtet der junge Mann, dessen Berufsziel ganz klar "Schauspieler" ist. "Wir wurden in Gruppen eingeteilt, bekamen eine Schrittfolge, die wir dann nach 30 Minuten vorführen mussten."
Und wie macht man das so gut, dass man die Hauptrolle bekommt? "Es war nicht schlimm, weil wir ja gemeinsam vorgetanzt haben", findet der talentierte junge Mann, der sich in jemanden, der sich Schrittfolgen nicht merken kann, offensichtlich nicht reinversetzen kann...

Hauptrolle für Abiturient Ozughan Durmaz

Die Geschichte, die das Tanzprojekt "Move!" in diesem Jahr erzählt, erinnert an George Orwells "1984". "Es ist eine sehr spannende, dramatische Geschichte", berichtet Oguzhan (ausgesprochen: Osan). "Wir leben im Jahr 2081 in einer Welt, in der alles überwacht wird, die Bürger nur Teil des Systems sind und Liebe verboten ist. Aber die Liebe passiert trotzdem..." Mehr will er nicht verraten, es sollen ja alle zum Zuschauen kommen.
Vor zehn Jahren fing er mit dem Tanzen an, damals war es HipHop. Hilft das? "Ja, schon. Aber das, was wir hier machen, ist definitiv etwas anderes. Und es ist echt schwer." Da seien zum Beispiel die Hebefiguren. "Ich brauche viel Kraft, obwohl meine Partnerin wirklich sehr zart ist, ist es schon anstrengend." Gelernt haben die beiden das mithilfe der Profis. "Sie haben uns das alles gezeigt", berichtet er mit leuchtenden Augen. "Das hat so geholfen." Überhaupt sei das Projekt "Move!" so toll, weil man so viele verschiedene Menschen kennenlernt, die man sonst nicht getroffen hätte. "Hier haben sich Freundschaften gebildet, kulturelle Unterschiede sind plötzlich unwichtig", erzählt der Abiturient mit türkischen Wurzeln, der bei seinem Berufswusch und den Theaterprojekten von seiner Familie unbedingt unterstützt wird. "Ich habe mich natürlich sehr gefreut, als ich die Hauptrolle bekommen habe, das war schon irgendwie mein Ziel. Aber wenn es nicht geklappt hätte, dann wäre ich genauso begeistert dabei, weil ich sie hier jedem gegönnt hätte!"

Schüler tanzen mit den Profis

Jetzt sind es nur noch wenige Tage bis zur Premiere, wie sieht es da mit dem Lampenfieber aus? "Hm. Leicht", sagt er. Okay. Vorfreude? "Ja sehr! Immerhin haben wir jetzt zehn Monate lang dafür gearbeitet!" Da sind wieder die leuchtenden Augen...


Hintergrund
Die "Move!"-Projektleitung hat Marika Carena, sie ist zusammen mit Jutta Maas auch für die Choreografie und das Coaching zuständig. Verantwortlich für die Geschichte ist Carsten Kirchmeier, der auch die Spielleitung hat.

Es tanzen Schüler der ev. Gesamtschule Bismarck, Gesamtschule Recklinghausen-Suderwich, Gesamtschule Ückendorf, Gesamtschule Berger Feld und des Ricarda-Huch-Gymnasiums sowie Teilnehmer der Tanz AGs und Ensemble-Mitglieder des Balletts im Revier. 
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