„Von anspruchsvoll bis zu purer Unterhaltung“

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Bereits zum 18. Mal stiftete die Sparkasse Gelsenkirchen den diesmal mit 9.000 Euro dotierten Gelsenkirchener Theaterpreis für herausragende Leistungen am Musiktheater im Revier (MiR). Zwei Künstlerinnen und ein Künstler freuten sich über die Auszeichnung und jeweils 3.000 Euro Preisgeld: die Sängerin Dorin Rahardja, die Bühnen- und Kostümbildnerin Britta Tönne und der kanadische Tenor E. Mark Murphy. Bernhard Lukas, Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse , überreichte die Urkunden. Foto: Sparkasse (Foto: Conny Fischer)
Gelsenkirchen: Musiktheater im Revier |

Die neue Spielzeit am MiR hat wirklich so manchen „Knaller“ zu bieten. Intendant Michael Schulz konnte bei der Eröffnungsgala mit Recht die Adjektive „abwechslungsreich, ungewöhnlich, neu und besonders“ verwenden, wenn er auf das anspielte, was die Besucher in der Spielzeit 2015/16 am MiR erwarten dürfen.

Viel Appetit auf das Programm


Und die Kostproben, die die Mitglieder des Ensembles und des Ballett im Revier sowie die Band Coppelius als Gäste boten, machten wahrlich Appetit auf mehr.
Dass Michael Schulz mitten in die ersten Takte der „O Fortuna“ aus Carl Orffs „Carmina Burana“ hineinplatze, die die Neue Philharmonie Westfalen unter Leitung ihres Generalmusikdirektors Rasmus Baumann zum Gesang des Opern- und Extrachores anstimmte, war ein gelungener Werbegag, der als Vorgeschmack auf die Opern-Gala zugunsten der MiR-Stiftung im nächsten Frühjahr einstimmen sollte.

Das Schalke OraTORium


Als erste Produktion der neuen Spielzeit wurde das Schalke OraTORium „Kennst Du den Mythos...?“ vorgestellt, das anlässlich von 111 Jahre FC Schalke 04 von Heribert Feckler komponiert und vom MiR in Szene gesetzt wird. Wenn die Ensemble-Mitglieder dann anstimmen „Wir spielen nicht mit den Kohle-Kindern“, fühlte sich sicherlich der ein oder andere Besucher zurückversetzt in eine andere Zeit.

Schwerpunkt: Italienische Oper


Der Schwerpunkt der Spielzeit liegt aber in der italienischen Oper und davon gibt es gleich drei. „Einen Reißer wie zuletzt Rigoletto“ verspricht Schulz mit der Oper „La Gioconda“ von Amilcare Ponchielli, mit der dieser als Ein-Werk-Komponist berühmt wurde.
Weiter geht es mit Shakespeares „A Midsummer Night‘s Dream“ von Benjamin Britten zur Oper komponiert. Schulz geriet ins Schwärmen, weil Britten einer seiner Lieblingskomponisten ist und die Shakespeare-Vorlage wohl eines der schönsten Stücke des Dichters ist. Dazu wurde mit Matthias Rexroth einer der besten aktuellen Countertenöre Matthias Rexroth ans Haus geholt.

Belcanto am MiR


Bei der Oper „Norma“ von Vincenzo Bellini verspricht der Intendant einen „Kampf der Diven“, denn die Belcanto-Oper soll am MiR wahrlich mit schönen Stimmen aufwarten, wie der von Hrachuhi Bassénz, die früher zum MiR-Ensemble gehörte und nun als Gast dabei ist.
Zur „Fledermaus“ erklärte Michael Schulz entschuldigend „alle zehn Jahre kann diese schöne Operette von Johann Strauss wieder ins Programm nehmen.“ Und bereits die ersten Klänge von „Ich seh, dass sich die Paare gefunden“ ließ die Zuschauer in Erinnerungen schwelgen. Die Operette wird als Kammerorchester-Fassung dargeboten.

Das Ballett im Revier


Das Ballett im Revier von Bridget Breiner befindet sich derzeit noch in der Findungsphase der Stücke und präsentierte Improvisationen. Breiner wird in dieser Spielzeit als Ballett aber auch zwei Wiederaufnahmen präsentieren, die den Besuchern noch gut im Gedächtnis sein dürften, nämlich „Charlotte Salomon: Der Tod und die Malerin“ und „Schwanensee“. „Es hat sich aber auch etwas verändert an den Stücken. So fließt der Schwanensee jetzt besser und runder“, verspricht Bridget Breiner.
Und es gibt auch noch „B3“drei Ballett-Darbietungen von drei Choreographen in Szene gesetzt zur Musik von Ludwig van Beethoven. „Dabei wird jeder Choreograph seinen eigenen Stil in die Darbietungen einbringen“, freut sich Breiner schon. Das Ballett „Alice in Wonderland“ richtet sich an Zuschauer von 14 Jahren bis ins hohe Alter und schildert Alice auf dem Weg von Kind zur Frau.
Auch an Jam-Sessions wird sich das Ballett im Revier wieder beteiligen, unter anderem am MiR und in Bochum. Ein Projekt im Auftrag der Ruhrfestspiele 2016 ist noch eine Geheimsache.

Pe Werner und mehr


Ebenfalls noch unklar ist, wen sich Pe Werner zur Feier ihres runden Geburtstages ins MiR einladen wird, denn die Diva ist im Oktober hier zu Gast.

Coppelius rocken das MiR


Nach der Verleihung des Gelsenkirchener Theaterpreises 2015, der von der Sparkasse Gelsenkirchen gestfitet wird, wurde es laut und rockig im MiR. Denn die Band „Coppelius“ präsentierte einen Ausschnitt ihres Programms und ihrer Steampunk-Oper „Kein Zaches, genannt Zinnober“. „Ich bin sehr aufgeregt und finde es sehr sehr sehr spannend, was hier passiert und freue mich auf diese ungewöhnliche Uraufführung an unserem Haus“, strahlte Michael Schulz. Und dann kam Coppelius und entführte die Zuschauer in die Zeit des Marco Polo und der Dichter, Denker und großen Komponisten. Trotz der für das Opernhaus ungewöhnlich lauten und harten Klänge, die Coppelius ihren klassischen Instrumenten, Cello, Klarinette, Klavier und Kontrabass, entlockte, wurde das Publikum sofort in den Bann der Band genommen.
Beschaulicher wurde es wieder mit der Oper „Tosca“ von Giacomo Puccini. Und gedrückter beim Lied „Der Tod und das Mädchen“ aus „Charlotte Salomon: Der Tod und die Malerin“.

Gleich zwei Opern für Kinder und Jugendliche


„Weil es immer schwierig ist, eine Kinderoper zu inszenieren, die die Altersklassen von vier bis 14 Jahren anspricht, haben wir uns entschlossen in diesem Jahr zwei Kinderopern anzubieten. Eine für die jüngeren Besucher von vier bis acht Jahren und eine zweite für die älteren Kinder“, verriert Schulz. Darüber hinaus gibt es natürlich Konzerte der Neuen Philharmonie Westfalen, ein Konzert der „Jungen Stimmen am MiR“ und vieles mehr.

„The Rocky Horror Show“


Und weil das Schönste immer an den Schluss gehört, gab es erste Kostproben zu „Richard O‘ Brians „The Rocky Horror Show“ auch am Ende der Eröffnungsgala. Spätestens als Henrik Wager als Frank‘N‘Furter die Smokingjacke von sich warf und in Highheels und Corsage über die Bühne fegte, klatschte das Publikum zu dem am MiR wohlbekannten Musikgenuss.
Eben wie es Michael Schulz versprochen hatte: „Ich hoffe, dass für Jeden etwas dabei ist. Wir haben jedenfalls alles zu bieten von anspruchsvoll bis zu purer Unterhaltung.“
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