Wild(er) West(en) auf Consol

Anzeige
Das Theater Marabu Bonn spielt in Kooperation mit dem Theater Bielefeld das Westernstück "Die glorreichen Sechs", das sich übrigens auch an Kinder ab zwölf Jahren richtet.Foto: Privat
 
Ulrike Czermak und Georg Kentrup vom Consol Theater freuen sich auf Wild West und die Begegnung zwischen Jung und Alt, Darstellern und Zuschauern, Theatermachern und Tänzern. Foto: Gerd Kaemper
Gelsenkirchen: Consol Theater |

Im Jahre 2012 feierte das Seniorentheatertreffen NRW Premiere auf Consol und weil es dort so schön ist und findet es seitdem alle zwei Jahre hier statt. Denn am Consol Theater weiß man was Seniorentheatermacher sich wünschen.

Vom 16. bis 19. Juni in Bismarck



Das Consol Theater ist natürlich stolz über diesen Zuspruch, aber auch ein wenig froh darüber, dass mit „WildWest“ das letzte Festival dieser Spielzeit ansteht und zwar von Donnerstag, 16., bis Sonntag 19. Juni, mit dem dritten „WildWest“ auf Consol.
Ulrike Czermak, die am Consol Theater die Seniorentheatergruppe Synovia leitet und auch mit zur Jury gehörte, die Seniorentheater in NRW aufsuchte, die sich an dem Festival beteiligten wollten, spricht bei dem Festival von „einer Wundertüte“.
Seit rund einem Jahr steckt Czermak in den Vorbereitungen und erzählt: „Von den rund 80 Seniorentheatergruppen in NRW hatten 18 Interesse und sich beworben. Also sind wir zu dritt durch das Land gereist und haben die Stücke gesichtet. Fündig wurden wir in Bielefeld, Bonn, Bochum, Düsseldorf und Köln und haben die dortigen Seniorentheatergruppen nach Gelsenkirchen einladen.“

Fünf Seniorentheater zeigen ihre Stücke


Mit dabei sind nun das Theater Marabu Bonn in Kooperation mit dem Theater Bielefeld, die Bonner Go old Seniorencompany Gudrun Wegener, der intergenerative Theaterclub des Schauspielhauses Bochum, das Düsseldorfer SeTa und die Kölner Gruppe Demenzionen. Eins ist dabei allen gleich: Sie spielen zum Schwerpunkt „Begegnung“.

Alles dreht sich um die Begegnung

Wobei die Begegnung immer wieder anders aussieht. So begegnen sich die Ensembles untereinander, es gibt die Begegnung von Jung und Alt in einem Stück oder auch Stücke in denen die Senioren den jungen Leuten zeigen, wie viele Parallelen es zwischen den beiden Lebenswelten von Jung und Alt gibt.
„So richtet sich zum Beispiel das Eröffnungsstück am Donnerstag, 16. Juni, um 17.30 Uhr des Theater Marabu mit dem Theater Bielefeld nicht nur an die ältere Generation. Unter dem Motto „Die glorreichen Sechs“ dient ein Westerngeschehen mit Cowboys und Indianern als ein Stück über Mut und Angst, das sich auch an Kinder ab 12 Jahren richtet. Die extra für Schüler vorgesehene Veranstaltung war auch sehr schnell ausverkauft“, berichtet Ulrike Czermak.

Ein Theaterstück für Menschen mit Demenz


Erstmals gibt es ein Theaterstück, das sich speziell an dement veränderte Menschen richtet. Die Demenzionen aus Köln spielen ihr Stück „Zu Hause ist‘s am Schönsten“ am Freitag, 17. Juni, um 16 Uhr im evangelischen Seniorenstift an der Husemannstraße und finden hier auch den größten Teil ihres Publikums.
Am Freitag, 17. Juni, steht ab 16 Uhr in der Kellerbar des Consol Theaters die Kleinkunst im Vordergrund. Dann gibt es ein „Potpourri“ aus verschiedenen Kleinkunst-Genres. Bei freiem Eintritt können sich hier alle, die sich unter Seniorentheater nichts vorstellen können, einen Eindruck verschaffen.
Immer wieder beweisen die Senioren mit ihrem Spiel, dass sich das Altersbild verändert hat. Wo früher 60-jährige mit dem Leben abgeschlossen haben, da stehen sie heute noch voll im Leben. Und die noch älteren Bürger, die vielleicht in einem Seniorenheim leben, werden durch einen 90-Jährigen Darsteller aus einer möglichen Lethargie und dem gewohnten Alltag gerissen, weil sein Spiel für sie eine neue Motivation bedeutet.
„Das ist auch wieder eine Form der Begegnung, denn so dient das Theater als Mittel, um dem Betrachter etwas zu geben“, freut sich Georg Kentrup vom Consol Theater. „Auf diese Art werden auch Sehnsüchte befriedigt, denn das Theater bietet ein Miteinander.“

Seniorentanztheater


Welche Veränderungen das Alter mit sich bringt, wird auch sichtbar beim Tanztheaterstück „Unbekanntes Land“ der Bonner Go old Seniorencompany Gudrun Wegener. Das Stück nimmt am Freitag, 17. Juni, ab 19.30 Uhr mit auf eine Entdeckungsreise ins "Silberland des Älterwerdens voller Licht und Schatten, aber mit Humor und Freude im Gepäck", wie es im Programmheft heißt.
Am Samstag, 18. Juni, gibt es ein Urban Dancing, das unter dem Motto „Wildtanz“ ab 16 Uhr in der Kellerbar stattfindet. Dabei trifft Jung auf Alt und es gibt ebenso Hip Hop-Einlagen wie Formationstänze und mehr. Das Junge Schauspielhaus Bochum ist ein intergenerativer Theaterclub, bei dem elf Youngsters auf zehn Best-Ager treffen und am Samstag ab 19.30 Uhr gemeinsam unter dem Motto „Proberaum Leben“ Themen wie Vergessen, Schuld, Sexualität, Liebe und Sterben auf die Bühne bringen.
Zu einer Theater-Matinee lädt das Consol Theater mit seiner Theatergruppe Synovia am Sonntag, 19. Juni, um 10.30 Uhr ein. Dann steht noch einmal die theatrale Installation über den Dreiklang von Leben, Sterben und Tod unter dem Titel „Es bleibt genug Leben“ auf dem Programm.

Vier Tage Theaterlabor bis zur Show


Spannend wird es bei der Darbietung des "Theaterlabor" am Sonntag ab 15.30 Uhr im Lüfter. Zwölf Senioren erarbeiten in einem Workshop von Donnerstag bis Sonntag ein Stück und bringen dieses nach nur vier Tagen zur Aufführung.
Mit dabei ist auch der Gewinner des bundesweiten Seniorentheaterpreises das SeTa aus Düsseldorf mit dem Stück „Katzelmacher“ von Rainer Werner Fassbinder, das am Sonntag um 17 Uhr gespielt wird. Ein Stück, das heute noch so aktuell ist, wie zu der Zeit als es entstanden ist.
„Die Stücke gehen in diesem Jahr fast alle nur eine Stunde, das bietet die Gelegenheit im Anschluss Gespräche zu führen. Eben die Begegnung zu vermitteln zwischen Darstellern und Zuschauern, die sich über die Stücke austauschen können“, zeigt sich Ulrike Czermak begeistert. Die diesjährigen Darsteller bieten eine Altersspanne von 16 bis 87 Jahren, beim Tanztheater von etwa 55 bis 72 Jahren.

Und wie geht es 2018 weiter?


Ob auch das vierte Seniorentheatertreffen NRW wieder auf Consol stattfinden wird, steht in den Sternen. „Vielleicht geht es beim nächsten Mal ja in eine andere Stadt. Sollte sich kein anderes Haus finden, dann kann es gerne wieder hier stattfinden“, lädt Georg Kentrup die Seniorentheater ein.
2
Diesen Mitgliedern gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.